Dienstag, 22. August 2023: Die Botschaft Jesu, Philipper 2,7-8

Jedem Schüler, jedem Studenten und jedem Existenzgründer wird gesagt, wie wichtig angeblich Durchsetzungsstärke ist. Man vergleicht Fähigkeiten und Leistungen und ist in ständiger Konkurrenz mit anderen. »Er oder ich, es kann nur einen geben!« Es ist wie ein Auslese-Denken, das die Spreu vom Weizen trennt. Genau das findet – von frühester Kindheit an geprägt – auf sämtlichen Ebenen des Lebens statt: angefangen im Kindergarten, fortgesetzt in Schule, Beruf und Privatleben, in Politik und Unternehmertum.

Wie erstaunlich anders und wohltuend ist dagegen das Evangelium, die Gute Nachricht über Jesus, den Sohn Gottes. Jesus hat sich erniedrigt, er war demütig und hat seine Kraft nur gezeigt, um Menschen zu helfen. Er wollte nicht beweisen, wer besser ist, sondern er wurde zum Diener für Menschen. Er, der Starke, wurde schwach und arm, damit der Mensch reich werden kann.

Jesus hat mit seinem Verhalten seinen Nachfolgern, also den Menschen, die an ihn glauben, ein Beispiel hinterlassen. Wahre Freude und Zufriedenheit erwirbt man letztlich nicht, indem man fähiger und klüger ist als andere, Karriere macht und viel Geld verdient oder es in den Augen anderer im Leben zu etwas gebracht hat. Das Wunder der Erlösung für verlorene Menschen kam durch etwas anderes zustande, gegen alle Erwartung.

Gott schaut bei uns Menschen nicht auf Durchsetzungsstärke und Leistung, sondern auf Glauben und Treue. Er will nicht, dass wir konkurrieren, sondern einander lieben. Es geht nicht nur um mich allein. Keiner, der Jesus sein Herz übergibt, fällt durchs Raster. Das Beispiel Jesu ist anziehend und vielversprechend und führt zum wirklichen Lebensziel. Mit Jesus hat man nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.

Axel Schneider
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Frage
Worauf setzen Sie? Auf Stärke und Durchsetzungskraft?
Tipp
Jesus nimmt sich der Schwachen an.
Bibellese
1. Korinther 1,18-31

Montag, 21. August 2023: Hat Jesus jemals gelebt?, Hebräer 13,8

Es gibt nicht nur Corona-Leugner, es gibt auch Menschen, die leugnen, dass Jesus jemals gelebt hat. So findet sich im Internet so manche Seite, auf der genau dieses behauptet wird. Geht man jedoch den Hinweisen und Argumenten näher nach, dann stellt man fest, dass es doch sehr glaubwürdige Informationen über Jesus gibt. Z. B. die historische genauen und gut überlieferten Evangelien im Neuen Testament. Darüber hinaus gibt es auch außenbiblische Hinweise. Der jüdische Historiker Josephus z. B. erwähnt in seinem Werk Jüdische Altertümer (Antiquitates Iudaicae) sowohl Jesus Christus als auch seinen Bruder Jakobus als historische Personen. Auch in den Annalen des römischen Historikers Tacitus, gibt es eine kurze Passage, die von »Christus« als Gründer einer Gruppe, die Christen genannt wird, spricht.

Die Wahrnehmung der Person Jesu in der Antike kann man natürlich nicht nach heutigen Maßstäben bewerten. Heute kann man leicht Popularität erreichen. Sie ist aber kein wesentliches Kriterium für die Bedeutung einer Person, denn die kann enorm hoch sein, selbst wenn die Person nur wenigen bekannt ist. Denken wir z. B. an Nobelpreisträger.

Bei Jesus liegen die Anfänge in einem zunächst sehr kleinen Personenkreis und in einem doch recht unscheinbaren Land der Erde – aus weltpolitischer Sicht betrachtet. Aber vor allem die Ereignisse rund um seine Kreuzigung und Auferstehung haben dann eine Bewegung ausgelöst, die die ganze Welt erfasst hat und viele Jahrhunderte das Weltgeschehen geprägt haben. Bis heute ist ein wichtiges Prinzip dieses Erlösers wirksam geblieben: Er wendet sich dem Einzelnen zu und bietet ihm Heil und Leben an. Wer das annimmt, kann ihn auch heute noch persönlich erfahren.

Uwe Harald Böhm
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Frage
Wie denken Sie über Jesus?
Tipp
Lesen Sie selbst, was in der Bibel über Jesus steht!
Bibellese
Lukas 3,21-23

Sonntag, 20. August 2023: Versteckspiel im Dunkel, 1. Johannes 1,5

Als Kinder haben wir gerne Verstecken im Dunkeln gespielt. Das Kinderzimmer wurde verdunkelt, sodass man nichts mehr sehen konnte. Obwohl es uns vertraut war, konnten wir im Dunkeln nur langsam und sehr vorsichtig vorankommen. Beim Suchen waren wir nun völlig auf unsere Ohren und unsere Kenntnis des Kinderzimmers angewiesen. Aber im Dunkeln konnte man sich auch gut verstecken. Es reichte, sich neben das Bett oder hinter einem Stuhl zu hocken. Allerdings passierte es nicht selten, dass unsere Mutter die Zimmertür öffnete und so Licht in das Zimmer fiel. Sofort konnte man alles sehen, und wir waren entdeckt.

Im Dunkeln Verstecken zu spielen, macht Kindern Spaß. Wenn wir uns jedoch länger in der Dunkelheit aufhalten müssten, würden wir uns auf Dauer nicht mehr wohlfühlen. Irgendwann zieht es uns zum Licht zurück. Wenn ich ehrlich bin, möchte ich mich immer wieder wegen mancher Dinge verstecken und vermeiden, dass sie ans Licht kommen! Dazu muss ich mir nur vorstellen, was wäre, wenn jeder wüsste, was ich in der vergangenen Woche gedacht habe! Ich bin sehr froh, dass kein Mensch meine Gedanken sehen kann.

Doch Gott kennt alles. Vor ihm ist nichts verborgen. Er ist Licht und in seiner Gegenwart bleibt nichts verborgen. Das kann uns Angst machen, wenn wir etwas zu verbergen haben. Doch wenn wir mit Gott im Reinen sein wollen, dann müssen wir in sein Licht treten und alles von ihm aufdecken lassen. Wir dürfen ihm unsere dunkelsten und schlimmsten Gedanken und Taten bringen, denn er kann uns davon reinwaschen, weil Jesus Christus für unsere Sünden die Strafe am Kreuz erduldet hat. Wir müssen sie ihm nur bekennen und um Vergebung bitten. Dann brauchen wir das Licht nicht mehr zu scheuen.

Jens Bergmüller


Frage
Was verstecken Sie vor Gott?
Tipp
Gott lädt Sie ein, in sein Licht zu kommen.
Bibellese
1. Johannes 1,5-2,2

Samstag, 19. August 2023: Leid, Schmerzen und Trost, Offenbarung 21,4

Jedes Leben ist mit Leid verbunden. Die beeindruckenden Errungenschaften der Wissenschaft haben zwar manche Leiden mindern, aber sie nicht abschaffen können. Blaise Pascal (1623-1662) war genialer Mathematiker, Naturwissenschaftler, Philosoph und Christ. Von Kind an war er kränklich. Ab seinem 18. Lebensjahr verlebte er keinen Tag ohne Schmerzen. Zudem litt er unter depressiven Verstimmungen. Erstaunlich, wie viel er trotz seiner Einschränkungen in seinem kurzen Leben geleistet hat. Mit 39 Jahren starb er.

In seinem Gebet zu Gott um den rechten Umgang mit Krankheiten bat er: »Verleihe mir die Gnade, Herr, deinen Trost mit meinen Schmerzen zu verbinden, damit ich leide als ein Christ. Ich bitte darum, den Schmerzen der Natur nicht ausgeliefert zu sein ohne die Tröstungen deines Geistes. Ich bitte nicht darum, eine Überfülle des Trostes zu haben ohne irgendeinen Schmerz. Ich bitte auch nicht darum, in einer Überfülle von Leiden zu sein ohne Tröstung. Aber ich bitte darum, Herr, miteinander fühlen zu dürfen die Schmerzen der Natur und die Tröstungen deines Geistes. Denn das ist der wahre Stand des Christseins. Möge ich nicht fühlen ohne Trost, sondern Schmerzen und Trost miteinander, um am Ende dorthin zu gelangen, nur noch deine Tröstungen zu empfinden ohne irgendeinen Schmerz.«

Pascal hat sich realistisch klargemacht, dass Leiden in dieser gefallenen Schöpfung unvermeidlich sind. Aber er wusste um den Trost, dass für ihn als Christ über allem das Wirken Gottes steht und die Gewissheit einer himmlischen Zukunft ohne Leid. Sein Schlüssel zu dieser imponierenden Lebenshaltung war, wie er selbst schreibt: »Es ist für uns einzig und allein wichtig zu erkennen, dass wir elend sind, verdorben, getrennt von Gott, aber erlöst durch Jesus Christus.«

Gerrit Alberts
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Frage
Welchen Trost erleben Sie im Leid?
Tipp
Der Glaube an Gott gibt uns eine begründete Hoffnung.
Bibellese
Offenbarung 21,1-4

Freitag, 18. August 2023: Feste Erwartung oder nur Hoffnung?, Hebräer 11,1

Der Vater zum Sohn: »Ich erwarte von dir, dass du heute dein Zimmer aufräumst!« Der Chef zum Untergebenen: »Ich erwarte von Ihnen, dass Sie diese Aufgabe gewissenhaft erfüllen!« Vergleichen Sie diese Aussagen mit den folgenden: Der Vater zum Sohn: »Ich hoffe, dass du heute dein Zimmer aufräumst!« Der Chef zum Untergebenen: »Ich hoffe, dass Sie diese Aufgabe gewissenhaft erfüllen!«

Nach allgemeinem Sprachgebrauch würde ich mehr »Hoffnung« darauf haben, dass die ersten Aufforderungen sich erfüllen als die zweiten. Wenn ich etwas erwarte, spricht daraus ein klarer Auftrag, eine konkrete Erwartung, fast schon ein Anspruch. Dem »Hoffen« hingegen haftet das Ungewisse an, das Wunschhafte. »Ich hoffe, morgen gibt’s gutes Wetter.« Na ja. Hoffentlich!

In der Bibel finden wir in deutschen Übersetzungen (wie im Tagesvers) häufig das Wort Hoffnung. Ein sehr prominentes Beispiel findet sich im Brief von Paulus an die Korinther, wo dieser von Glaube, Liebe und Hoffnung schreibt. Wenn wir hier unser gängiges Verständnis von »Hoffnung« einsetzen, dann haben all diese Aussagen etwas Unsicheres. Man hofft eben. Vielleicht bleibt das aber nur ein frommer Wunsch. Es kann auch anders kommen wie beim Hoffen auf gutes Wetter.

Das mit Hoffen übersetzte griechische Wort »elpis«, das die Bibel oft verwendet, ist allerdings stärker. Es drückt tatsächlich kein ungewisses Wünschen, sondern ein gewisses, berechtigtes Erwarten aus. Darauf weist auch der Tagesvers, der sozusagen die Definition von Glauben im biblischen Sinne enthält und klarer übersetzt lautet: »Es ist aber der Glaube ein zuversichtliches Vertrauen auf das, was man erwartet, ein festes Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht!«

Markus Majonica
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Frage
Hoffen Sie noch, oder erwarten Sie schon?
Tipp
Was Gott verspricht, trifft sicher ein.
Bibellese
Römer 8,19-25

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