Samstag, 04. Januar 2025: Was ist Zeit?, 2. Petrus 3,8

Für die Vorbereitung dieses Textes fragte ich Google nach der Definition von Zeit. Ich erhielt folgende Antwort: »Die Zeit beschreibt die Abfolge und Dauer von Ereignissen und hat eine große Bedeutung für Alltag, Physik und Wissenschaft. Die Einheit der Zeit ist die Sekunde, die kleinstmögliche Zeitdauer ist die Planck-Zeit. Die Zeit … läuft immer gleichmäßig Richtung Zukunft.«

Das heißt, das sprichwörtliche Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Das wird vor allem dann schmerzlich spürbar, wenn eine geliebte Person stirbt, mit der man noch etwas hätte besprechen sollen – aber, weil man bei früherer Gelegenheit »keine Zeit« hatte, ist es jetzt zu spät. »Keine Zeit« zu haben ist heute leider sehr verbreitet. Oft rennen wir gehetzt hinter den Minuten her, wollen noch dieses oder jenes tun, nur um abends ermüdet und ernüchtert festzustellen, dass die Zeit dafür nicht gereicht hat.

Tragisch ist, wenn man am Ende des Lebens merkt, dass man sich für die wirklich wichtigen Dinge keine Zeit genommen hat. Für die Pflege guter Beziehungen zu Familie, Freunden und Arbeitskollegen zum Beispiel. Aber noch schlimmer ist es, wenn man nie Zeit für Gott und die großen Fragen des Lebens hatte, weil man dieses unangenehme Thema immer auf später verschoben hat.

In der Bibel finden wir Hilfestellungen, um uns aus unserer Zeitnot zu befreien. So bittet Mose Gott in Psalm 90,12: »Lass uns begreifen, wie viel Zeit uns noch bleibt, damit Weisheit unser Wesen bestimmt.« Mose hat den Gedanken an seinen Tod nicht weggeschoben, sondern Gott im Bewusstsein seiner eigenen Endlichkeit um Weisheit gebeten, wie er die ihm verbleibende Zeit nutzen sollte. Das ist ein gutes Gebet, das Gott sicher gern erhört.

Martin Grunder

Freitag, 03. Januar 2025: Ein folgenschwerer Spitzname, Lukas 6,14

Der Neuling bei den Los Angeles Dodgers war ein dünner, schüchterner Kerl, der aber einen außergewöhnlich kraftvollen Wurf hatte. Der Manager erkannte das Potenzial des jungen Spielers. Er könnte einer der Großen werden – wenn er nur mehr Biss und Zähigkeit an den Tag legte. Und so gab er ihm den Spitznamen »Bulldogge«, ein Name, der gar nicht zu dem feingliedrigen Baseballer zu passen schien, aber der ihn ständig an das erinnerte, was er werden sollte. Und tatsächlich entwickelte sich »Bulldogge« zu einem der durchsetzungsstärksten Spieler der ersten Liga.

Es gibt viele Gründe, die Menschen davon abhalten, ihr Leben Jesus Christus anzuvertrauen. Einer davon ist die Angst, Gott die Kontrolle über das eigene Leben zu überlassen. Verliere ich dann nicht meine eigene Persönlichkeit? Wird Gott mich zu etwas machen, das ich gar nicht sein will?

Vielleicht hat sich der Jünger Simon auch diese Fragen gestellt. Er war ein Mann der großen Worte, impulsiv, draufgängerisch. Aber genauso schnell, wie er begeistert eine Sache anfing, konnte der launenhafte Fischer sie auch wieder aufgeben. Als er nach einer erfolglosen Nacht auf Jesu Wort hin noch einmal auf den See fuhr und wunderbarerweise einen großen Fang machte, erkannte er seine eigene Sündhaftigkeit. Er bekannte sie ihm und blieb von da an immer in seiner Nähe. Und Jesus gab ihm einen Spitznamen: »Petrus«, was so viel wie »Fels« bedeutet. Dieser Name zeigte, wohin Jesus mit seinem wankelmütigen Jünger wollte. Und tatsächlich wurde Petrus ein Fels, eine Säule der ersten Gemeinde, ein Mann von absoluter Treue und Verlässlichkeit – bis hin zu seinem Märtyrertod. Es stimmt immer: Wer sein Leben Jesus anvertraut, lässt sich auf einen Veränderungsprozess ein, der nur zum Guten ist.

Elisabeth Weise

Donnerstag, 02. Januar 2025: Mit leichtem Gepäck durchs neue Jahr, Hebräer 12,1-2

In den Ferien unternahmen wir früher mit unseren Kindern kleine Wanderungen. Bei solch einer Wanderung hielten wir bei einem steilen Anstieg zu einer Trinkpause an. Dabei stellte sich heraus, dass einer unserer Jungs in seinem Rucksack mehrere Bücher mitschleppte. Die waren eigentlich nur für die Autofahrt gedacht. So hatte er seinen Rucksack mit unnötigem Ballast beladen, was den schon steilen Anstieg noch zusätzlich erschwerte. Wir nahmen die Bücher heraus und verteilten sie auf die anderen Rucksäcke.

Vielleicht schleppen wir in unserem »Lebens-Rucksack« eine unnötige Last mit ins neue Jahr, die uns schon länger beschwert. Dieser Ballast könnte ein ungelöstes Problem sein. Ich habe schon viel deswegen nachgedacht und sogar gebetet. Vielleicht sind es sorgenvolle, rotierende Gedanken. Oder eine belastete, ungeklärte Beziehung, wo ich etwas ansprechen sollte, aber immer noch zögere. Vielleicht muss ich jemandem vergeben. Es können Verletzungen in meiner Persönlichkeit sein, über die ich immer wieder stolpere. Möglicherweise auch Gewohnheiten, die mein Leben erschweren. Auch »Sünden«, die mich gefangen nehmen und mein Leben zerstören. Alles Ballast, der gar nicht nötig wäre.

Gott möchte uns helfen, für unsere unnötigen Lasten eine Lösung zu finden, damit wir sie nicht mit durch das neue Jahr und weiter durch unser Leben schleppen. Zum Jahresbeginn kann man sich entschließen, etwas in Angriff zu nehmen. Zuerst den Ballast aufspüren und identifizieren, um ihn loszuwerden. Vielleicht brauche ich dazu jemanden, der mir die Last abnimmt: Jesus. Er hat unsere Sünden ans Kreuz getragen und uns von ihrer Last befreit. Und was uns sonst noch drückt, hilft er uns tragen, bis wir am Ziel angekommen sind.

Manfred Herbst

Mittwoch, 01. Januar 2025: Ein guter Vorsatz, Lukas 15,18

Das neue Jahr hat begonnen, die Zeit der guten Vorsätze. Die Klassiker sind Abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, mehr Geld sparen. Dass die meisten Vorsätze früher oder später scheitern, ist kein Geheimnis. Vielleicht gehören Sie deshalb auch zu den Menschen, die sich gar nicht erst gute Vorsätze machen. Trotzdem möchte ich Ihnen heute etwas vorschlagen: Nehmen Sie sich vor, dieses Jahr (wieder) regelmäßig in diesem Buch zu lesen! Den meisten Gewinn daraus werden Sie haben, wenn Sie dabei eine innere Haltung einnehmen, die in dem oben aufgeführten Bibelwort deutlich wird.

Dieser Satz stammt von dem wohlbekannten »verlorenen Sohn«. Nachdem der Sohn eine gute Summe Geld von seinem Vater erhalten hatte, reiste er in ein fernes Land. Dort ließ er es sich richtig gut gehen. Partys, Sex, gutes Essen, viele Freunde. Aber schnell war sein Vermögen aufgebraucht und er musste sich mühsam als Schweinehüter durchschlagen. Enttäuscht, einsam und schuldbewusst dachte er an seinen Vater zurück. War sein Vater nicht immer gut zu ihm gewesen? Sollte er es nicht wagen, zu ihm zurückzukehren? Völlig am Boden zerstört, sein Leben ruiniert, stand sein Entschluss bald fest: »Ich will mich aufmachen …«

Ein guter Vorsatz! Nicht nur für den verlorenen Sohn damals, sondern auch heute für uns. Vielleicht sind Sie bisher auch nur Ihren eigenen Weg gegangen, haben Gott den Rücken gekehrt, seine Gaben nur für Ihr eigenes Vergnügen verschwendet. Dann folgen Sie doch dem Beispiel des verlorenen Sohnes! Sein Vorsatz war gut, und er wurde nicht enttäuscht. Mit offenen Armen lief sein Vater ihm entgegen, vergab ihm seine ganze Schuld und nahm ihn als Sohn in seinem Haus wieder auf. So handelt auch Gott, wenn wir zu ihm umkehren.

Paul Wiens

Dienstag, 31. Dezember 2024: Heimweh, Prediger 3,11

Mit 19 Jahren zog ich von meinem Heimatort Oberammergau fort, um eine Ausbildung an einer Bibelschule zu machen. Während dieser Zeit lernte ich meine Frau kennen und heiratete in den Schwarzwald. In Oberammergau gibt es eine schöne Tradition, weltweit einmalig. Am Silvesterabend ist das halbe Dorf unterwegs zum Sternrundgang. Ein großer beleuchteter Stern geht voran, ein Männerchor singt, begleitet von der Blasmusik, Lieder, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Jedes Lied drückt die Hoffnung aus, dass das neue Jahr unter Gottes Segen stehen möge. An zwölf Orten wird gesungen. Jeweils am Schluss eines Liedes ertönt ein Tusch und das ganze Volk schreit: »A guats neis Johr« (ein gutes neues Jahr)! Seit meiner Jugend hatte ich das nicht mehr miterlebt.

Oft sitze ich an Silvester zu Hause und schaue mir einen Videoclip vom Sternrundgang im Internet an. Dabei kommen mir mitunter die Tränen. Heimat! Heimweh! Manche wunderbare Erinnerung kommt hoch und ich sehne mich danach, wieder einmal dabei zu sein. Letztes Silvester hat es geklappt. Meine Frau und ich machten ein paar Tage Urlaub in Oberammergau. Dann zogen wir mit vielen hundert Menschen durch das Dorf. Mein Herz war bewegt und dankbar. Schön war es!

Wir Menschen kennen aber nicht nur ein Heimweh nach irdischen Orten. Uns durchzieht, wie der Tagesvers sagt, eine Wehmut nach einem ewigen Ort, ohne Vergänglichkeit. Doch für die meisten ist dieses Sehnen diffus und ohne klares Ziel! Für mich hat es jedoch einen realen Gegenstand: Es gibt für mich eine himmlische Heimat bei meinem Herrn und Heiland Jesus Christus. Seit nun 55 Jahren darf ich mit Jesus leben. Ich sehne mich danach, bei ihm zu sein. Weil ich Jesus kenne, werde ich einmal für immer bei ihm sein. Darauf freue ich mich.

Joschi Frühstück

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