Dienstag, 26. April 2022: Systemfehler

Haben Sie schon einmal versucht, auf einer Fensterscheibe einen Kratzer wegzuputzen, in der Hoffnung, es sei vielleicht doch nur ein Schmutzfleck? Man bemüht sich, rubbelt vorsichtig, nur um am Ende festzustellen, dass es tatsächlich ein richtiger Kratzer ist. Ärgerlich, da kann die Scheibe noch so makellos sein, sie bleibt doch an einer Stelle beschädigt.

In unserer Familie gibt es einen Gendefekt, der durch eine Mutation (d. h. einen Fehler) eines winzigen Buchstabens in der DNA ausgelöst wird. Als Folge funktioniert ein Protein nicht mehr, weil in der »Bauanleitung« für das Protein ein kleiner Fehler ist. Im menschlichen Körper gibt es sehr viele verschiedene Proteine. Damit alles reibungslos funktioniert, muss jedes von ihnen seine spezifische Aufgabe erfüllen. Doch im Falle einer Mutation funktioniert ein Protein häufig nicht mehr. In unserem Fall betrifft es ein Eiweiß, das für den intakten Aufbau der Haut notwendig ist. Die vielen anderen Proteine sind an ihrem »Platz«, nur das eine ist durch die Mutation gestört. Nun könnte man denken, das würde nichts ausmachen, weil es doch noch genügend Proteine gibt, die richtig angelegt sind. Doch dieses eine kaputte Eiweiß sorgt dafür, dass die Haut bei schwerem Verlauf der Erkrankung entstellt sein kann. Ein einziger kleiner Fehler hat gravierende Folgen.

Wissen Sie, mit der Sünde ist das ähnlich. Viele Menschen meinen, sie wären insgesamt eigentlich ganz okay. Doch bereits eine einzige Sünde macht die Gemeinschaft mit Gott unmöglich! Nur eine Verfehlung genügt, und wir sind nicht mehr passend für Gott. Eine Lüge, ein schlechter Gedanke oder ein böses Wort, und wir fallen unter Gottes Urteil über die Sünde. Doch genau deswegen kam Jesus. Er starb an unserer Stelle, damit wir sündige Menschen zu Gott kommen können.

Ann-Christin Ohrendorf


Frage
Wussten Sie, dass eine einzige schlechte Tat reicht, um Gottes Vergebung nötig zu haben?
Tipp
Niemand ist gut genug, um ohne Jesus in den Himmel zu kommen.
Bibellese
Römer 3,9-25

Montag, 25. April 2022: Gott sucht Dich!

Die Geschichte des »kleinen« Zachäus ist in Kinderbibeln sehr beliebt. Da ist ein Mann, der unbedingt diesen Jesus sehen möchte. Allerdings ist er nicht der Einzige in Jericho, der das will. Die Menschenmenge drängt sich am Weg. Und da Zachäus ein kleiner Mann ist, bleibt ihm nur übrig, auf einen Baum zu steigen, wenn er etwas sehen will. Auf entsprechenden Bildern sieht man oft diesen klein geratenen Mann, der auf einem Ast über den Köpfen der anderen sitzt und lustig mit den Beinchen wippt.

Doch die Lebensrealität des Zachäus war ganz anders. Er war ein Zöllner, sogar ein Oberzöllner. Und das bedeutete: Obwohl er ein Israelit war, kollaborierte er mit der römischen Besatzungsmacht und zog Zölle für diese ein. Davon profitierte er reichlich selbst und nahm mehr, als recht war. Man könnte sagen: Ein korrupter, skrupelloser, geldgieriger Kriegsgewinnler. Man kann sich gut vorstellen, dass er nicht sehr beliebt war. Alle kannten und hassten ihn. Gut denkbar, dass man sich über seinen Kleinwuchs lustig machte.

Nun geht Jesus genau unter diesem Baum hindurch, auf dem Zachäus sitzt. Aber anders als die anderen wendet er nicht den Blick ab. Er blickt hoch, sieht ihn und spricht ihn mit seinem Namen an. Denn er kennt ihn ganz genau und sucht genau nach ihm. Jesus lädt sich nun selbst in das Haus desjenigen ein, den alle anderen meiden. Er sucht die Gesellschaft eines Mannes, der für alle anderen nicht gesellschaftsfähig war. Dieser Besuch bleibt nicht ohne Folgen. Jesus muss gar nicht viel sagen: Ganz von selbst sprudelt aus Zachäus heraus, was in seinem Leben nicht in Ordnung ist. Dadurch, dass Jesus in sein Leben tritt, wird dieses Leben neu geordnet und heil gemacht.

Markus Majonica
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Frage
Interessieren Sie sich auch für Jesus?
Tipp
Jesus ist kein »Promi« mit Eigenwerbung, sondern er interessiert sich für solche, die mit Gott ins Reine kommen wollen.
Bibellese
Lukas 19,1-10

Sonntag, 24. April 2022: Gelähmt

Gestern vor zwei Jahren starb der ehemalige deutsche Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm. Er wurde 84 Jahre alt. Am Ende seines Lebens war er nach einer Blutvergiftung an Armen und Beinen gelähmt. Seine Einschränkung beschrieb er so: »Ich fühle mich wie eine Marionette, der sie die Fäden gezogen haben, sodass ihre Teile zusammenhangslos in der Luft baumeln. Und so höre ich meinen Körper ab, auf der Suche nach den alten Gewohnheiten.« Norbert Blüm erging es tragischerweise wie vielen anderen, die an den Rollstuhl gebunden sind. Und genau dieses Leid konnte er so gut in Worte fassen.

Als der Sohn Gottes vor rund 2000 Jahren in Israel lebte, traf er auf sehr viele Menschen, die an Krankheiten litten. Als bekannt wurde, dass er Kranke heilen konnte, kamen viele zu ihm, um wieder gesund zu werden. Dennoch beabsichtigte Jesus mehr als das. Viel wichtiger als die körperliche Gesundheit war für ihn, dass die Menschen wieder zu Gott zurückfanden. Seine Botschaft, die auch heute noch gilt, war: Verlorene Menschen brauchen nicht länger verloren zu sein. Eine zu Gott unterbrochene Beziehung kann und soll wieder geheilt werden. Das ist weit mehr, als die Existenz Gottes zu bejahen. Das ist auch mehr als die Wiedererlangung der früheren, physischen Kräfte. Das Evangelium annehmen bedeutet: Einsteigen in ein Leben mit Gott.

Heutzutage gibt es viele Menschen, die ihre Krankheiten und Leiden bestens beschreiben können. Wenn sie einmal damit anfangen, können sie so bald nicht wieder aufhören. Noch wichtiger aber wäre es, dass wir vor Gott eingestehen, wie krank wir an unserer Seele sind, – und dann begehren, wieder gesund zu werden. Dazu müssen wir uns auch heute nur im Gebet an Jesus wenden und ihn als Heilmittel in Anspruch nehmen.

Stefan Taube
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Frage
Was vermissen Sie, wenn Sie einmal körperlich krank sind?
Tipp
Heilung für unsere Seele können wir nur von dem erwarten, der allein dazu fähig ist: Jesus.
Bibellese
Markus 2,1-12

Samstag, 23. April 2022: Krimis und die Wirklichkeit

Man kann kein Verbrechen begehen und ungeschoren davonkommen. Jedenfalls wünschen wir uns das, wenn es um andere geht. Jeder Krimi greift diese Wunschvorstellung auf. Ein Bösewicht begeht eine gemeine Straftat. Bald ist der Arm des Gesetzes, verkörpert durch den Helden der Geschichte, ihm auf den Fersen. Trotz aller Raffinesse machen die Handschellen irgendwann »Klick« und der Übeltäter wird seiner gerechten Strafe zugeführt.

Auch in der gehobenen Literatur wird dieses Motiv aufgegriffen. Schillers Ballade »Die Kraniche des Ibykus« schildert, wie der bekannte griechische Dichter von zwei üblen Gesellen brutal ermordet wird. Die einzigen Zeugen sind vorüberfliegende Kraniche. Aufgewühlt durch eine Theatervorstellung in einer Open-Air-Arena ruft einer der Mörder angesichts der erneut auftauchenden Vögel: »Sieh da! Sieh da, Timotheus, die Kraniche des Ibykus!« Damit hat er sich selbst und seinen Kumpanen verraten. Nun sind wir realistisch genug, um zwischen Krimis, Schillers Erzählgedicht und der Wirklichkeit unterscheiden zu können. Dunkelfeldforschungen kommen zu dem Ergebnis, dass auf eine behördlich registrierte Straftat vier Delikte kommen, die unerkannt bleiben.

Im Gegensatz zur irdischen Justiz kann man Gottes Gerichtsbarkeit nicht entkommen. Sein Gerichtsthron ist machtvoll, weitreichend und gerecht. Einmal wird jeder Mensch vor Gott erscheinen, und alle Verstöße gegen sein Gesetz werden offengelegt. Unsere Geschichte mit Gott ist auch eine Art Krimi: Wir laufen vor ihm weg und denken, wenn er uns erwischt, dann werden wir für immer eingelocht. Aber hier endet die Parallele. Wenn Gott uns einholt, ist seine überraschende Aussage nicht: »Sie sind verhaftet!«, sondern: »Ich will dir vergeben!«

Gerrit Alberts
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Frage
Scheuen Sie die Begegnung mit Gott?
Tipp
Weil er bei aufrichtigem Schuldeingeständnis Vergebung gewährt, ist alles Weglaufen vor ihm nur töricht.
Bibellese
Psalm 86,1-5

Freitag, 22. April 2022: Das Leben hat Sinn!

Sie war einige Jahre lang erfolgreich. Geradezu fesselnd. Dann begann sie nachzulassen. Die Handlung wurde immer unrealistischer. Sie wurde immer langweiliger. Willkommen zur fünften Staffel Ihrer früheren Lieblingsserie! – Für viele in der modernen westlichen Welt fühlt sich das Leben wie die fünfte Staffel an. Es ist nicht mehr klar, wohin die Reise gehen soll – falls es überhaupt irgendwohin geht. Wir gleichen dem Fisch am Ende von »Findet Nemo«. Den Einschränkungen des Aquariums in der Zahnarztpraxis entflohen, schwimmen wir im Hafen von Sydney. »Und jetzt?« Wer weiß das schon? – Die Annahme einiger Religionen (z. B. Buddhismus und Hinduismus) – »Wir waren nicht, dann waren wir, wir werden nicht sein« – ergibt das Sinn? Die Grundannahme einiger Philosophen, dass es vielleicht gar keinen höherer Sinn hinter dem Ganzen gibt, hat sich im Denken vieler Menschen eingenistet und festgesetzt.

Die Bibel ist da völlig anders. Ihre Geschichte hat einen Anfang, einen Höhepunkt und ein sinnvolles Ende: Die Dinge werden wieder in Ordnung kommen. Der Schrei der Witwe wird gehört werden, die Waise getröstet, die Unterdrückten verteidigt, die Armen erhoben. Die Bibel spricht von »einem neuen Himmel und einer neuen Erde«, vom Ende von Tod, Krankheit und Traurigkeit. Dazu war notwendig, dass Jesus als Retter in diese Welt kam. Er ruft uns zu: »Tut Buße!« Das bedeutet: Kehrt um! Geht in die andere Richtung. Wendet euch zu Jesus. Dann hat das Leben Sinn! Er wird Gerechtigkeit in diese Welt bringen. Die christliche Behauptung, dass Gott eines Tages die Welt richten wird, ist für viele anstößig. Aber das ändert nichts daran, dass er jeden Einzelnen richten wird. Mit Jesus Christus als Retter und Fürsprecher braucht man das allerdings nicht mehr zu fürchten.

Sebastian Weißbacher
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Frage
Welchen Sinn hat Ihr Leben?
Tipp
Der Schlüssel zum wahren Sinn des Lebens ist Jesus!
Bibellese
Apostelgeschichte 17,10-34

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