Samstag, 18. Dezember 2021: »Aber mein Vater!«

Maryam (Name geändert) ist 14 Jahre. Maryam ist ein Flüchtling aus Syrien. Bei einem Bombenangriff flüchtete sie mit ihrem Bruder in einen Keller. Unmittelbar vor dem Kellerfenster hielt plötzlich ein Auto. Bewaffnete sprangen heraus und erschossen einen Mann. Bei späteren Bombenangriffen versteckte sich die Familie in einem Zimmer bei ihren Großeltern, weil dieses Zimmer keine Fenster hatte und so den Blick auf die todbringenden Kampfjets verhüllte. – Maryam kann nachts nicht mehr schlafen. Selbst jetzt im sicheren Deutschland kriecht sie in der Dunkelheit ins Bett ihrer Eltern und hält sich an ihnen fest. Ihr Vater ist ihr im Chaos der Welt ein sicherer Fels in der Brandung. Wenn es eng wird, wenn alles hochkommt, sagt sie immer: »Aber mein Vater!«
Die Welt um Habakuk, einem Propheten des Alten Testaments (ca. 7. Jahrhundert v. Chr.), zerfällt. Elend über Elend. Streit und Hader, Gewalttat und Unheil, Krieg und Verwüstung prägen das Alltagsgeschehen. Gesetz, Recht und Ordnung sind außer Kraft gesetzt (Habakuk 1,3). Und doch beendet Habakuk sein Buch mit einem klaren »Ich aber«: Ich aber will Gott loben. – Wie kann man nach den zuvor in drei Kapiteln beschriebenen Katastrophen Gott noch loben? Habakuk kann das, weil er sein »aber« mit einer dreifachen Begründung untermauert: In allem Unheil – aber Gott ist mein Heil. In aller Kraftlosigkeit – aber Gott ist meine Kraft. In aller Ausweglosigkeit – aber Gott hat einen Weg für mich, der mich aus der Not auf neue Höhen führen wird.
Wenn es eng wird, wenn alles hochkommt, dann halten wir uns fest an unserem Vater im Himmel und rufen in die Nacht und die Not hinein: »Aber mein Vater!«

Martin von der Mühlen
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Frage
Woran halten Sie sich fest, wenn es eng wird?
Tipp
Gott will uns Menschen retten. Er hat alle Macht dazu.
Bibellese
Habakuk 2,1-4

Freitag, 17. Dezember 2021: Die Einladung

Wie viele Einladungen haben Sie in Ihrem Leben schon erhalten? Kindergeburtstage, Schulpartys, Hochzeiten, Jubiläumsfeiern, Richtfest, Gartenparty usw. Vielleicht gab es ganz besondere Anlässe, die eher selten sind: Verleihung einer Auszeichnung um besondere Verdienste der Republik, Staatsempfang oder Ähnliches.
Oft dauern diese Feste nur einen einzigen Tag oder Abend oder eine Stunde mit begrenzter Teilnehmerzahl. Dabei gilt: Je einmaliger das Fest ist, desto wichtiger ist uns die Einladung.
Jesus spricht im Lukasevangelium, Kapitel 14,16-24, von einer Einladung zu einem Mahl, dessen Gastgeber der Höchste und Größte ist: Gott selbst! Wer ist eingeladen? Alle Menschen. Jeder ist von Gott wert geachtet, dabei zu sein. Und wie oft lädt Gott ein? Er spricht dreimal eine persönliche Einladung aus. Beachten Sie: Wie wird eingeladen? Jedes Mal wird die Einladung dringlicher. Zuerst heißt es: »Kommt! Denn schon ist alles bereit.« Dann wird der Knecht mit den Worten »Gehe schnell … und bring herein!« ausgesandt. Und zuletzt heißt es: »Nötige sie hereinzukommen!« Die im Gleichnis genannten Eingeladenen haben traurigerweise die Einladung Gottes verworfen. Sie alle hatten falsche Prioritäten! Jesus beschreibt das bittere Ergebnis in Vers 24: »… nicht einer jener Männer, die eingeladen waren, wird mein Gastmahl schmecken.« Sie waren gerufen, aber sie kamen nicht. Sie bleiben ewig vom Tisch Gottes getrennt und vom Reich Gottes ausgeschlossen! Die Bibel nennt dieses Ausgeschlossensein Hölle.
Die Einladung Gottes gilt noch heute für jeden Menschen. Es liegt an uns, zuzusagen oder weiterhin fadenscheinige Gründe vorzubringen, warum wir Gottes Einladung ablehnen. Schrecklich wäre es, auf ewig nicht dabei sein zu können, weil wir nicht wollten!

Sebastian Weißbacher
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Frage
Wie wichtig ist Ihnen die Einladung zu dem großen ewigen Gastmahl im Himmel?
Tipp
Sichern Sie sich eine Platzkarte ohne Kaufpreis! Holen Sie sich diese im Glauben bei Jesus!
Bibellese
Lukas 14,15-24

Donnerstag, 16. Dezember 2021: Abgeben statt aufgeben

»Zu schwer!« Dieses Gefühl hatte Mose, als das Volk, das er anführte, wieder einmal unzufrieden murrte und sich über die Verpflegung beschwerte. Kennen Sie dieses Gefühl der erdrückenden Last, die Sie für andere Menschen tragen? Vielleicht haben auch Sie Verantwortung für eine Gruppe von Menschen – eine Jugendgruppe, eine Familie oder eine Abteilung in der Firma. Häufig ist es frustrierend, schwierige, klagende und fordernde Menschen zusammenzuhalten und anzuleiten. Nicht selten führen schlechte Erfahrungen als Leiter oder Leiterin in die Resignation oder sogar in den Zynismus. Andere Leiter krempeln angesichts einer solchen Herausforderung die Ärmel hoch und wollen »jetzt erst recht« ihre Untergebenen »richtig« anführen, was jedoch bei zu viel Tatendrang und Dominanz Kollateralschäden nach sich ziehen kann.
Was macht Mose in seinem Frust? Er wendet sich an Gott und spricht seine Enttäuschung und seine Überforderung offen aus. Gott sieht seine Not und stellt ihm 70 Älteste zur Seite, »damit sie mit dir die Last des Volkes tragen und du sie nicht alleine tragen musst«. Mose bleibt zwar nach wie vor der Anführer des Volkes, aber durch die Siebzig bekommt er tatkräftige Unterstützung. Ähnlich handeln auch die ersten Apostel, als sie alltägliche Versorgungsanfragen in die Hand anderer legen, um Zeit und Kraft für ihre eigenen Aufgaben zu haben (Apostelgeschichte 6).
Dahinter steckt ein weises Prinzip: Niemand sollte alles alleine machen und »regeln«. Falscher Stolz oder mangelndes Vertrauen in Mitmenschen führt oft dazu, dass wir uns an Positionen und Aufgaben klammern. Gott stellt uns oft ganz bewusst in Teams zusammen, sodass viele mittragen und mitwirken können.

Sebastian Lüling


Frage
Sind Sie ein Teamplayer, oder regeln Sie lieber alles alleine?
Tipp
Tragen Sie Verantwortung nicht nur alleine, sondern geben Sie sie Gott und (da, wo möglich) auch an andere Menschen ab!
Bibellese
3. Johannes 1,1-8

Mittwoch, 15. Dezember 2021: Menschen sind wie Zitronen

Als Mutter von drei kleinen Kindern ist mein Tag manchmal etwas stressig. Als ich noch als Lehrerin arbeitete, meinte eine Kollegin einmal, ich sei sehr geduldig. Mittlerweile bin ich eines Besseren belehrt worden. Denn im Umgang mit unseren Kindern werden mein Charakter und meine Geduld oft ganz schön herausgefordert! Wenn ein Kind nicht hört, ein anderes weint und parallel dazu der Postbote ein Paket abliefern will, stehe ich ganz schön unter Druck. Und dann kommen leider Seiten in mir ans Licht, von denen ich manchmal selbst schockiert bin. Jemand verglich einmal den Menschen mit einer Zitrone: unter Druck kommt heraus, was wirklich drinnen steckt. Ich muss zugeben, dass Druck bei mir nicht immer die besten Eigenschaften »herauspresst«.
Faszinierend finde ich, dass es bei Jesus ganz anders war. Er führte sein Leben auf der Erde unter massivem Druck. Kurze Zeit nach dem Beginn seines öffentlichen Auftretens bekam er schon Gegenwind von der religiösen Führerschaft. Dieser Druck nahm weiter zu, als seine Botschaft deutlicher wurde. Viele der Menschen, die anfänglich von Jesus begeistert waren, wandten sich nach einiger Zeit von ihm ab. Und schließlich schaffte die religiöse Partei der Pharisäer es, die Masse der Menschen davon zu überzeugen, dass Jesus sterben müsse.
Jesus hatte mit Unverständnis, Anschuldigungen, Hass und Verachtung zu kämpfen. Er wurde bespuckt, ausgepeitscht und am Ende gekreuzigt. Doch was kam bei Jesus unter Druck ans Licht? Er fuhr nie aus der Haut, schob nicht anderen die Schuld in die Schuhe, verteidigte sich nicht und begehrte nicht auf. Schon am Kreuz hängend, kurz vor seinem Tod, betete er für seine Feinde. Er geriet massiv unter Druck und zeigte dabei: In ihm war nur Gutes.

Michaja Franz


Frage
Was kommt bei Ihnen ans Licht, wenn Sie unter Druck stehen?
Tipp
Weil Jesus sündlos war, konnte er für uns, die Ungerechten, sterben.
Bibellese
1. Petrus 2,21-25

Dienstag, 14. Dezember 2021: Wettlauf zum Südpol mit tödlichem Ausgang

Heute vor 110 Jahren wurde zum ersten Mal der Südpol erreicht. Im Winter liegt dort die Temperatur konstant bei ca. -65 °C. Im Hochsommer steigt die Temperatur im Durchschnitt auf -25 °C. Dies stellt die Forscher vor nicht zu unterschätzende Herausforderungen. Doch der Ruhm, wer zuerst den Südpol erreichte, führte zu einem Wettlauf zwischen dem norwegischen Seemann Roald Amundsen (1872-1928) und den britischen Offizier Robert Falcon Scott (1868-1912).
Amundsen wählte zum Transport Hundeschlitten, wie ihn die Eskimos verwendeten. Bei seiner Ausrüstung achtete er zudem auf möglichst geringes Gewicht. Außerdem entschied er, sich auf Skiern fortzubewegen, wie es seit Jahrtausenden in Skandinavien bei Schnee üblich war. Scott setzte dagegen moderne Fortbewegungsmittel ein wie Motorschlitten und Ponys, die aber unzureichend für die harten Bedingungen erprobt waren. Seine wenigen Hunde konnten dann, als Motorschlitten und Ponys versagten, die schweren Lasten nicht alleine ziehen. Schließlich erfroren und verhungerten Scott und seine Begleiter erschöpft, nachdem sie etwa einen Monat später als die Mannschaft von Amundsen den Südpol erreicht hatten.
Wenn es darum geht, das Ziel im Himmel zu erreichen, ist der Weg – welche Strategie auch immer man wählt – unmöglich mit eigenen Mitteln zu schaffen. Wir werden immer scheitern. Wer aber den Weg wählt, den Jesus Christus für uns gebahnt hat, der kommt wirklich am Ziel an. Das hat er versprochen und garantiert, und er wusste, wovon er redete, denn er kam vom Himmel her. Und was muss nun ein Mensch dafür tun? Sich einfach diesem Führer anschließen, auf ihn sein Vertrauen setzen, der auch die große Barriere unser Schuld gegenüber Gott für immer beseitigt hat.

Thomas Pommer


Frage
Auf welche »Strategie« verlassen Sie sich, um in den Himmel zu kommen?
Tipp
Nur durch den Glauben an Jesus Christus kommt man sicher ans Ziel.
Bibellese
Matthäus 11,25-30

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