Dienstag, 23. November 2021: Echt ermutigend!

Ein Junge im Grundschulalter besucht am Nachmittag das von einem Sportverein angebotene Turnen für Kinder. Es ist sein erster Besuch, und an diesem Tag ist Bockspringen dran. Noch nie zuvor hatte er dieses Gerät gesehen. Der Übungsleiter gibt eine kurze Anweisung. Der Junge ist als Erster dran und nimmt Anlauf, springt auf das Federbrett und bleibt oben auf dem Bock sitzen. Der Übungsleiter ist unzufrieden und weist den Jungen mit genervten Worten zurecht. »Du kannst sofort wieder nach Hause gehen!« Der Junge geht weinend in die Umkleide, zieht sich um und läuft nach Hause. Das war das Ende seiner Sportlerkarriere, bevor sie überhaupt begann.
Was hätte der Junge gebraucht? Unser natürliches pädagogisches Empfinden erkennt sofort: Man hätte ihm Mut machen müssen, ihn anspornen, die Aufgabe nochmals erklären, etwas Hilfestellung geben. Man nennt das Ermutigung. – Menschen sind unterschiedlich. Manche sind überzeugt von sich und ihrem Tun. Andere brauchen Bestätigung und Bestärkung, damit sie sich etwas trauen oder etwas wagen. Gerade diese Leute brauchen Ermutigung.
Ermutigung ist etwas, was uns allen guttut. Wenn wir jemandem Mut machen, dann geben wir einen positiven Impuls in sein Leben. Manche Menschen trauen sich etwas nicht zu, wagen sich nicht an neue Aufgaben. Oder sie sind in ihrer Persönlichkeit gehemmt. Ermutigung kann etwas aus ihnen hervorlocken, den Schatz in ihnen heben.
In der Bibel wird Gott wird auch »Gott der Ermutigung« genannt. Die Bibel ist voll mit großartigen Ermutigungen für die, die Gott Glauben schenken und seinen guten Geboten folgen. Und das Beste: Gottes Zusprüche sind nicht einfach nur psychologische Motivationskicks, sondern wahre Zusagen, die er felsenfest verspricht.

Manfred Herbst


Frage
Wo haben Sie Ermutigung erlebt, die Sie angespornt hat?
Tipp
Sie könnten sich vornehmen, heute einen Menschen zu ermutigen.
Bibellese
Josua 1,1-9

Montag, 22. November 2021: Was bleibt von uns?

Kennen Sie den Vornamen Ihres Urgroßvaters? Wahrscheinlich würden Sie mir die Gegenfrage stellen, welchen der vier Urgroßväter ich denn meine. Egal. Ein Name reicht schon. Ich wette, den meisten Lesern fällt schon ein Name ein. Aber alle vier? Paul, Karl, Heinrich, bei dem vierten Namen muss ich schon passen. Bei den Urgroßmüttern sieht es noch schlechter aus. Wie kommt es, dass uns von Menschen, die für unsere persönliche Existenz so eine große Rolle spielen, noch nicht einmal der Vorname bekannt ist? Und selbst, wenn wir die Namen kennen: Was waren das für Charaktere? Waren sie humorvoll oder langweilig? Cholerisch? Phlegmatisch? Konservativ oder liberal? Wir wissen es nicht. Auch unsere Urenkel werden sich nicht mehr an uns erinnern. Sie und ich, wir alle werden vergessen werden. Ein Hauch in der Geschichte dieses Planeten. Vielleicht reicht es noch zu einem Wikipedia-Artikel, in dem unsere Errungenschaften auf 200 Zeilen zusammengefasst werden.
Ist es da nicht unglaublich Mut machend, dass Gott eine ganz andere Perspektive auf unser Leben hat? Wir sind kein Produkt des Zufalls, das kurz auf der Bildfläche erscheint und drei Generationen später wieder vergessen ist. Gott kennt jeden Menschen seit Ewigkeiten! Wir sind genau konstruiert, von Gott kunstvoll erdacht, und das Beste ist: Mit dem Tod ist nicht alles aus! Im heutigen Tagesvers macht der Apostel Paulus für jeden Christen deutlich, dass zwar der Körper (er nennt ihn »irdisches Haus«) verfällt, aber Gott selbst einen ewigen, unsterblichen Leib für jeden, der an ihn glaubt, bereiten wird. Mein Name auf dieser Erde wird vergessen werden, im Himmel steht er aber für immer und ewig angeschrieben.

Thomas Bühne


Frage
Was wird von Ihnen in Erinnerung bleiben?
Tipp
Christen haben eine ewige Perspektive, die nicht mit dem Tod endet.
Bibellese
Johannes 10,1-6

Sonntag, 21. November 2021: Gedanken am Totensonntag

Am Totensonntag steht mancher vor den Gräbern seiner Bekannten und denkt über sie nach, deren ganzes Leben nun zu einem kleinen Strich zwischen den Daten der Geburt und des Todes zusammengeschrumpft ist, wenigstens wenn man sich auf die Philosophie des Grabsteins einlässt. Natürlich ist das nicht alles; denn die Erinnerung an Gestorbene kann zu einer Quelle großer Dankbarkeit, aber auch größten Kummers oder gar grimmigen Zorns werden. Dann kommt wohl auch der Gedanke auf: Was wird mein Andenken bei meinen Verwandten und Bekannten bewirken?
Wer nun wirklich mit Gottes Verheißungen rechnet, dem fällt es wesentlich leichter, ehrliche Bilanz zu ziehen, als wenn man alles noch auf eigene Rechnung und Verantwortung machen muss und darum auf Entschuldigungen und möglichst viele plausible Ausreden angewiesen ist.
Solch ein Besuch auf dem Friedhof könnte zu einem ernsthaften Gespräch mit Gott führen, in dem man ihn bittet, er möge uns für unsere Umwelt zu einem Licht der Hoffnung und zu einem deutlichen Wegweiser zum Himmel machen. Gott kann uns dann auch zeigen, dass es nicht darauf ankommt, Recht zu behalten und sich überall mit seiner Meinung durchzusetzen, sondern dass man der eigentliche Gewinner ist, wenn man mit dem Partner in Frieden lebt und die Frage der Gerechtigkeit ruhig Gott überlassen kann.
Natürlich ist es oft zu spät, wenn einem solche Gedanken erst angesichts eines kalten Grabsteins kommen; aber sie können doch nützlich sein, wenn wir heimgehen und sie dort mit Gottes Hilfe in die Tat umsetzen. Man braucht auch nicht bis zum Totensonntag zu warten; denn es ist um jeden Tag schade, den man in dieser Hinsicht ungenutzt verstreichen lässt.

Hermann Grabe
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Frage
Wie schätzen Sie Ihren Nachruf bei Ihren Bekannten ein?
Tipp
Je weniger man sich selbst zum Mittelpunkt macht, umso mehr Kraft hat man für die Nöte anderer Menschen.
Bibellese
Römer 12,9-21

Samstag, 20. November 2021: Liebe hilft am besten

Fritz und Franz haben beide Eltern, die sie vor bösen Einflüssen aus der Welt ringsum bewahren wollen.
Fritz darf zu Hause alles erzählen, was er gehört und gesehen hat. Seine Eltern geben sich schon beim Zuhören Mühe, alles gelassen anzuhören und ganz ruhig und sachlich darauf einzugehen, einerlei, was da zur Sprache kommt. So lernt Fritz, das Leben draußen mit den Moral- und Wertvorstellungen seiner Eltern zu vergleichen und sein eigenes Denken und Handeln zu beurteilen. Besonders wirkungsvoll werden solche »Tischgespräche«, wenn er erlebt, wie die Eltern selbst versuchen, sich nach ihren eigenen Maßgaben zu verhalten, und ihren Kindern vertrauenswürdig zu begegnen.
Ganz anders bei Franz. Er weiß schon ziemlich genau, was er zu Hause erzählen darf und was nicht. Nur zu oft hat er erlebt, dass ihm die Geschichten von Straße und Schulhof strenge Maßregelungen oder sogar Strafen und Verbote eingebracht haben. So wird er mit der Zeit immer schweigsamer, zieht sich immer häufiger auf sein Zimmer zurück und baut sich mithilfe seines Handys seine eigene Welt zusammen. Das wird noch unterstützt, wenn er erleben muss, dass seine Eltern auch nur eher schlecht als recht ihren so unerbittlich geforderten Wertvorstellungen folgen.
Fritzens und Franzens Eltern wollen im Grund das Gleiche erreichen. Es wird aber nur in einer Atmosphäre der Liebe und des Helfenwollens gelingen. Kälte und lieblose Härte treiben die Kinder aus dem Haus, selbst wenn sie noch unter demselben Dach wohnen bleiben. Daher wollen wir als Eltern in einer Atmosphäre der Liebe auf unsere Kinder einwirken, damit sie sich zu starken und wertorientierten Persönlichkeiten entwickeln können.

Hermann Grabe
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Frage
Wie praktizieren Sie die Anleitung zum Guten?
Tipp
Alle Menschen leben von Gottes Barmherzigkeit. Das sollte auch all unser Handeln bestimmen.
Bibellese
Römer 8,28-39

Freitag, 19. November 2021: Der Sitzplatz der Stille

Im Zeitalter der kollektiven Andockung an soziale Netzwerke aller Couleur und der medialen Dauerversorgung dank Vollverkabelung ist für eine lückenlose Rund-um-die-Uhr-Beschallung gesorgt. Eine (kurze) Zeit lang habe ich morgens die Handys meiner Schüler und Schülerinnen eingesammelt, um sie wenigstens für die Stunden des Unterrichts konzentriert und fokussiert zu halten. Handys aus, Kopfhörer raus, Mund zu, Ohren auf.
Beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang das Zeugnis einer gläubigen Frau. Wenn sie nicht mehr weiter wusste, wenn das Getöse um sie herum zu groß wurde, ließ sie alles stehen und liegen. Dann setzte sie sich auf einen Stuhl, zog einen zweiten leeren Stuhl neben sich und sagte: »Lieber himmlischer Vater, bitte nimm Platz. Ich muss mit dir reden!« Mit dem Blick des Glaubens auf den leeren Stuhl, begann sie zu beten, »so als sähe sie den Unsichtbaren« (Hebräer 11,27). In die Stille des Augenblicks hinein brachte sie alles, was ihr Not bereitete, vor Gott. Und ebenso hörte sie in der Stille auf seine Stimme.
Mehr denn je brauchen wir jeden Tag neu eine Reduzierung der (Medien-)Reizüberflutung und ein bewusstes Abschalten aller Neben- und Störgeräusche, dafür aber ein zunehmend gläubiges Vertrauen auf die unsichtbare Gegenwart des Allmächtigen. Psalm 46,11 macht es deutlich: »Seid still (lasst ab, lasst los) und erkennt, dass ich Gott bin.« Und der Prophet Jesaja ergänzt folgerichtig: »Im Stillsein würde eure Stärke sein« (Jesaja 30,15).
Haben wir den Mut, aus der Lautstärke der Welt in die Stille vor Gott einzutreten!? »Lieber himmlischer Vater, bitte nimm Platz. Ich muss mit dir reden!«

Martin von der Mühlen
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Frage
Wo könnten Sie bei sich einen solchen Ort der Stille einrichten?
Tipp
Das Gespräch mit Gott ist die Grundlage einer Ausgeglichenheit und Ruhe mitten in den Stürmen des Lebens.
Bibellese
Psalm 46

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