Donnerstag, 23. September 2021: Zurück in den Kongo

Wohl kaum ein Land verbinden wir wohl so sehr mit Armut, Bürgerkrieg und Staatsverfall wie die Demokratische Republik Kongo. Trotz oder gerade wegen der Bodenschätze kommt das Land, das über dreißig Jahre von einem Diktator regiert wurde, nicht so recht zur Ruhe. Besonders Frauen leiden unter einer besonderen Grausamkeit: Viele von ihnen werden Opfer von sexueller Kriegsgewalt, die sowohl von der Armee als auch von marodierenden Rebellentruppen als Mittel der gezielten Demütigung eingesetzt wird.
Der in Frankreich studierte Kongolese Denis Mukwege hat als Gynäkologe jahrzehntelang insgesamt 85 000 Frauen, oft 18 Stunden am Tag, operiert und medizinisch umsorgt. Darüber hinaus hat er sich vor den Vereinten Nationen und bei anderen Institutionen unermüdlich dafür eingesetzt, dass dieser Gewalt auch durch politische Maßnahmen ein Ende gesetzt wird. Für seinen Einsatz wurde er zwar 2018 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, in seinem eigenen Land jedoch wird er von vielen Stellen als »Nestbeschmutzer« angefeindet. Sein eigenes Krankenhaus wurde von Rebellentruppen zerstört, die Patienten grausam ermordet. Kurz nach einer UN-Rede entging er nur knapp einem Mordanschlag, für einige Monate floh er ins Exil nach Belgien. Trotzdem ist er nicht im sicheren Ausland geblieben, sondern sah die Notwendigkeit, seinen leidgeplagten Landsleuten zu dienen.
Im Tagesvers ist von Jesus Christus die Rede, der nicht im sicheren Himmel blieb, sondern ganz bewusst auf die Erde kam, um uns zu dienen und zu retten. Dafür haben die meisten ihm damals nicht gedankt, sondern ihn gehasst. Doch noch mehr als sein Leben hat sein Tod bewirkt: Er hat uns den Weg zu Gott frei gemacht, bei dem wir in Sicherheit sein können, wenn wir uns ihm anvertrauen.

Sebastian Lüling


Frage
Wie entsteht solche Opferbereitschaft?
Tipp
Aus Liebe zu den Hilflosen und Verlorenen, und wenn man weiß, dass es für sie um Leben und Tod geht.
Bibellese
Johannes 12,20-33

Mittwoch, 22. September 2021: Angst – wie gehen wir damit um?

Angst ist eine sehr menschliche Regung, die wir alle nur zu gut kennen. An vielen Stellen ist Angst sehr nützlich, da sie uns auf Gefahren aufmerksam macht und uns davon abhält, leichtsinnig zu sein. Wenn ich als Fußgänger an einer viel befahrenen Straße Angst davor habe, sie ohne Ampel zu überqueren, so ist das ein hilfreiches Gefühl. Oder wenn ich in den Bergen am Rand einer Schlucht stehe, so hilft mir die Angst, nicht zu nah an die Kante zu treten und damit einen Absturz zu riskieren.
Menschen haben aber auch völlig unberechtigte Ängste, z. B. vor Spinnen oder sogar vor großen leeren Räumen. Hier gilt es, richtig mit diesen Ängsten umzugehen und nicht in Panik zu geraten. Schlimmer noch ist die Angst vor Leid und Krankheit, wie wir sie letztes Jahr bei der Corona-Pandemie erlebt haben. Wie werde ich mit dieser aufsteigenden Gedankenflut, was alles passieren könnte, fertig? Und dann ist da noch die Angst vor anderen Menschen. Wie werden sie auf mich reagieren? Werden sie mich kritisieren? Was ist, wenn ich versage? Werden sie über mich lachen? Angst gehört zu unserem Alltag dazu, und wir müssen immer wieder damit umgehen. Besonders die Angst vor anderen Menschen ist oft genug kein guter Ratgeber. Wie gut, wenn wir jemanden haben, bei dem wir Halt und Zuversicht finden können!
Genau dieser Jemand will Jesus Christus für uns sein. Der Tagesvers sagt uns, dass er unsere Ängste kennt und weiß, was uns umtreibt. Er spricht uns zu: »Sei getrost, sei zuversichtlich, denn ich bin der Überwinder. Ich habe die Dinge im Griff.« Er meint es gut mit uns und will liebevoll für uns sorgen. Wenn wir zu ihm gehören und mit ihm leben, können wir uns ihm anvertrauen und zuversichtlich sein. Wir können mit unserer Angst zu ihm kommen und Sicherheit finden.

Bernhard Volkmann
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Frage
Plagen Sie sich auch öfters mit Ihren Ängsten?
Tipp
Jesus Christus ist der Überwinder. Ihm können Sie sich anvertrauen.
Bibellese
Markus 5,1-20

Dienstag, 21. September 2021: Ersehnter Weltfrieden

Seit dem letzten Weltkrieg sind über 70 Jahre vergangen. Eine so lange Friedenszeit – zumindest, was das westliche Europa betrifft -, gab es noch nie. Doch schaut man etwas genauer hin, gab es eigentlich noch überhaupt keine wirkliche umfassende Friedenszeit. Allein im 20. und 21. Jahrhundert tobten weltweit über 160 Kriege. Von 1900 bis 2000, also in 100 Jahren, starben ca. 100-185 Millionen Menschen durch Kriege; nach dem 2. Weltkrieg, also innerhalb der mehr als 70 »Friedensjahre«, fielen bislang 25 Millionen Menschen Kriegen zum Opfer (Wikipedia). Es sind hier natürlich nur die großen kriegerischen Auseinandersetzungen berücksichtigt; private Fehden, familiäre Konflikte, zwischenmenschliche Feindschaften, Erbstreitigkeiten und ähnliche »Menscheleien« kann man nicht statistisch erfassen. Solche Dinge sind jedoch die Keimzellen von Kriegen. Die kleinen Anfänge, in denen es wie in den großen Schlachten um Egoismus, Macht, Geld und Besitz geht, sind alltäglich.
Warum ist es uns Menschen nicht möglich, dauerhaft friedlich zusammenzuleben? Warum sind wir nicht in der Lage, echten Frieden zu schaffen, hat doch die Europäische Union sich den Weltfrieden groß auf ihre Fahnen geschrieben? Der heutige Tagesvers aus Jesaja lässt erahnen, woran es liegt. Ohne Gott ist Frieden nicht möglich.
Wir brauchen Gott, um überhaupt zu wissen, was echter Frieden ist. Jesus hinterließ seinen Jüngern ein Versprechen: »Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann« (Johannes 14, 27; NGÜ). Christen, die mit Gott versöhnt sind, kennen schon etwas von diesem Frieden. Doch er ist für alle da!

Daniela Bernhard
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Frage
Was tun Sie für den Frieden in Ihrem persönlichen Umfeld?
Tipp
Auch in einer gottlosen Welt kann man Frieden stiften.
Bibellese
Richter 8,1-3

Montag, 20. September 2021: Was wirklich wichtig ist

Vor einiger Zeit habe ich eine Frau aus unserem Bekanntenkreis getroffen, die mir zu meinem Erschrecken erzählte, dass ihr Mann vor Kurzem die Diagnose Krebs bekommen hat. Die beiden haben zwei kleine Kinder. Natürlich war das ein großer Schock für die Familie. Der Alltag ist geprägt von Arztbesuchen, Chemotherapie, Zweifeln und Sorgen. Nichts ist mehr so wie vorher. Was mich aber nachdenklich machte: Die Frau meinte, sie würden sich jetzt auf das besinnen, was wirklich wichtig ist. Einige Prioritäten in ihrem Leben wollten sie neu setzen, zum Beispiel, mehr Zeit mit den Kindern und als Familie verbringen.
Es ist schon interessant: Umstände, die uns erschüttern, bringen uns dazu, innezuhalten, unser Leben zu überdenken und das zu hinterfragen, was immer selbstverständlich schien. Auf einmal fragen wir uns, ob das Leben immer so weitergehen kann und soll wie bisher. Wir fragen uns, ob es nicht mehr gibt als den Kreislauf aus Arbeit, Schlaf, Essen, Freizeit. Und wir machen uns Gedanken darüber, was wirklich wichtig ist.
Doch was ist wirklich wichtig? Der Partner? Die Familie? Innere Zufriedenheit? Ganz bestimmt. Für mich ist auch noch etwas ganz anderes wichtig. Etwas, was immer fest steht und auch in den unruhigsten Lebensumständen stabil bleibt. Etwas, was bleibenden Wert hat, sogar nach dem Tod: Gott und meine Beziehung zu ihm. Wenn alles auf dieser Erde längst vergangen sein wird, ist Gott immer noch da. Zu wissen, dass er immer bei mir ist, dass er über den Dingen steht und dass ich mich jederzeit an ihn wenden kann, das ist wirklich wichtig. Und dieses Wissen gibt Hoffnung, auch in schweren Lebensumständen.

Michaja Franz


Frage
Was ist in Ihrem Leben wirklich wichtig?
Tipp
Verlieren Sie den ewigen Gott nicht aus den Augen!
Bibellese
Matthäus 7,24-29

Sonntag, 19. September 2021: Auf der Heimreise

Die Bibel erzählt: Als der Priester Esra etwa 80 Jahre nach der ersten Heimführung aus der Babylonischen Gefangenschaft eine zweite große Gruppe von Juden nach Jerusalem bringen wollte, ließ er sie an einem Gewässer lagern. Dort sollten sie lernen, dass man nicht hoffen durfte, bequem nach Jerusalem reisen zu können, indem man sich einfach in ein Boot setzte und sich von der Strömung treiben ließ. In Babylon, in Mesopotamien, fließen nämlich alle Gewässer schließlich in den Euphrat oder in den Tigris und von da weiter nach Südosten, bis in den Persischen Golf, also direkt in die entgegengesetzte Richtung von Jerusalem.
Das ist sicher ein Bild davon, dass nur so wenige den Weg zum Himmel finden. Die meisten lassen sich einfach von der Zeitströmung, dem Zeitgeist, treiben und passen sich aalglatt ihren heutzutage allgegenwärtigen Vordenkern an, oft ohne zu wissen, was diese vorhaben, und ohne zu ahnen, wohin die Reise geht.
Die Bibel sagt nun, dass der Zeitgeist nicht Gottes Absichten im Sinn hat, sondern von Gott feindlich gesinnten Mächten beherrscht ist, und denen geht es immer nur darum, möglichst viele Leute blindlings ins Verderben zu reißen.
Wer das begriffen hat, vollzieht eine radikale Kehrtwendung und macht sich »gegen den Mainstream« auf die oft beschwerliche Reise. Da geht es Schritt für Schritt oft über anstrengende Höhen und durch gefährliche Täler. Aber bei allem ist die Bibel nicht nur der Kompass, sondern auch das Trostbuch. Denn sie sagt uns immer wieder, wie großartig das anvisierte Ziel ist, und spricht davon, dass Gott selbst uns dort mit offenen Armen in Empfang nehmen wird. Es lohnt sich also trotz allem, sich den Heimkehrenden anzuschließen!

Hermann Grabe
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Frage
In welcher Richtung sind Sie unterwegs?
Tipp
Gott hat die Menschen für den Himmel bestimmt.
Bibellese
Esra 8,1-15

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