Freitag, 11. September 2020: Wie klein ist Ihr Gott?

Alle zwei Wochen sitzen wir als eine Gruppe von Männern zusammen und diskutieren über den Glauben. Als Gläubige und Zweifler, als Überzeugte und Skeptiker. Besonders spannend wird es immer dann, wenn wir auf übernatürliche Dinge zu sprechen kommen. Das fängt damit an, dass Jesus, der Sohn Gottes, laut Bibel von einer Jungfrau geboren wurde. Er verwandelte Wasser in Wein, vermehrte Brot und Fisch, heilte Blinde. Nur um mal eine Auswahl zu nennen. Und zu guter Letzt erstand er nach seiner Kreuzigung auch von den Toten und fuhr in den Himmel auf.
Spätestens jetzt schütteln einige mit dem Kopf oder fangen an zu lachen. Das kann ja nun wirklich nicht passiert sein! Und ich frage sie dann: Wie klein ist euer Gott? Wenn wir daran glauben, dass Gott die Welt geschaffen hat und allmächtig ist, was soll ihn dann an irgendetwas hindern?
Wir tendieren dahin, an Gott so lange herumzufeilen, bis er bequem in unsere Hosentasche passt. Die Grenze, wie Gott zu sein hat, setzen wir selbst. Alles, was wir nicht verstehen, tun wir als absurd oder unmöglich ab. Ich frage mich allen Ernstes: Wofür beten wir dann eigentlich noch, wenn Gott zu einem »Normalo« reduziert wurde? Welche Macht soll er dann noch haben, in unser Leben einzugreifen?
Hiob, ein Mann des Alten Testaments in der Bibel, dachte auch, er könnte Gott vorschreiben, wie dieser sich zu verhalten habe. Nachdem Gott sich ihm dann in seiner Größe offenbart hatte, reagierte Hiob mit dem Satz, den Sie als Tagesvers gelesen haben. Wenn wir Gott als allmächtig bezeichnen (und das ist er im absoluten Sinne!), dann müssen wir auch akzeptieren, dass er Dinge tun kann, die über unsere Vorstellungskraft hinausgehen.

Thomas Bühne


Frage
Wie klein ist Ihr Gott?
Tipp
Reduzieren Sie Gott nicht auf das, was Sie ihm zutrauen!
Bibellese
Psalm 104

Donnerstag, 10. September 2020: Es gibt keine Friseure!

Wenn im Frisiersalon viel Kundschaft ist, wird von den Wartenden so manches erzählt. Einer fing an, den Leuten etwas von Gott zu sagen. Da fiel ihm der Friseurmeister sofort ins Wort und sagte: »Hören Sie damit auf! Wenn es einen Gott gäbe, wäre nicht so viel Elend in der Welt, oder dieser Gott müsste böse und grausam sein!« Das leuchtete vielen ein, nicht weil sie auch schon intensiv darüber nachgedacht hätten, sondern weil ihnen eine Last von der Seele fiel, die sie doch ab und zu quälte. Wenn der alte Friseur so sicher wusste, dass es keinen Gott gibt, dann konnten sie sich daran halten und sich selbst damit beruhigen, wenn ihnen die Sache mit Gott zu schaffen machte. Unser Freund hatte nun plötzlich keinen mehr, der in dem Frisiersalon noch etwas von Gott hören wollte.
Das war eine gar nicht schöne Situation, in die er sich da gebracht hatte. Still blickte er aus dem Fenster und sah plötzlich auf der Straße einen ganz verlotterten und in Lumpen gehüllten Kerl. Das Schlimmste an ihm aber war seine völlig verwahrloste Mähne. Die war einfach nicht anzusehen, und nun blieb er sogar vor dem Schaufenster des Friseurs stehen. Plötzlich kam unserem Freund eine Idee. Er rief: »Es gibt keine Friseure!« Alle blickten hoch, und der Meister fuhr herum. »Was soll das denn schon wieder heißen?«, rief der ärgerlich. Unser Freund zeigte nach draußen und sagte vergnügt: »Wenn es Friseure gäbe, würde niemand so herumlaufen wie dieser Mensch da auf der Straße.«
Und so liegt es weder an der Nichtexistenz von Gott oder Friseuren, dass es Menschen schlecht geht oder sie vernachlässigt werden, sondern daran, dass sie sich nicht helfen lassen.

Hermann Grabe
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Frage
Was halten Sie von dem Vergleich, den unser Freund brachte?
Tipp
Gott bietet Hilfe für jeden Schaden an.
Bibellese
Jesaja 1,1-20

Mittwoch, 09. September 2020: Herberge oder Heimat?

Man sagt den Schwaben folgendes Lebensmotto nach: »Schaffe, schaffe, Häusle baue.« Den Traum vom Eigenheim erfüllen sich jedoch nicht nur die Bewohner des Schwabenlandes. Viele teilen den Wunsch nach dem persönlichen kleinen Reich, unabhängig vom Ärger über Mieterhöhung, mit prognostizierter Wertsteigerung als sichere Altersvorsorge. Das Eigenheim spricht ganz urmenschliche Bedürfnisse an: unsere Sehnsucht nach Geborgenheit, einem Rückzugsort und Privatsphäre. Oft stellt ein Hausbau die größte finanzielle Investition des Lebens dar – gute Planung und ein solides Konzept sind dementsprechend wichtig.
Dass ein Hausbau recht abenteuerlich sein kann, wissen viele Bauherren zu berichten. Schnell kann sich der versprochene Wohntraum als Albtraum entpuppen, weil die Baufirma pfuscht und billiges Material verbaut, die Finanzierung wackelt oder der Baustress die Beziehung belastet. Ist endlich trotz aller möglichen Widrigkeiten der Einzug ins neue Heim geschafft, kommt nach einer Phase des Hochgefühls die ernüchternde Erkenntnis: Es bleibt nicht so neu und schön wie anfangs. Meine Oma sagte einst weise: »Ein Haus ist ein stiller Dieb.« Das Eigenheim braucht Pflege, Wartung, Reparatur und auch irgendwann eine teure Sanierung.
Wenn hingegen Jesus verspricht, uns eine Wohnstätte zu bereiten, können wir Perfektion und Unvergänglichkeit erwarten. Ihm geht es nicht darum, uns ein Dach über dem Kopf zu bieten, sondern eine wahre Heimat, wo unsere Seele zur Ruhe kommt. Dort beim Vater herrschen echter Friede und Herrlichkeit. Dieser jenseitige, zeitlose Ort ist die eigentliche Heimat von Christen. Mit diesem vollkommenen, ewigen Wohnsitz vor Augen rücken alle menschengemachten Stückwerke ins rechte Licht.

Daniela Bernhard
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Frage
Haben Sie Ihre Wohnung im Himmel schon bestellt?
Tipp
Man ist gelassener, wenn man die Herberge nicht mit der Heimat verwechselt.
Bibellese
2. Korinther 5,1-10

Dienstag, 08. September 2020: Undankbar

Am 8. September 1860 geriet das Dampfschiff Lady Elgin mit rund 400 Passagieren auf dem Lake Michigan in einen starken Sturm und kollidierte mitten in der Nacht mit dem Schoner Augusta. Die großen Dampfkessel zerbrachen; und das Schiff sank innerhalb einer Stunde. Die Fahrgäste kämpften gegen das kalte, aufgewühlte Wasser an und klammerten sich an Wrackteile. Manche schafften es in die Nähe des Ufers, konnten sich aber wegen der starken Brandung nicht ans Land bergen. Unter den Helfern war Edward Spencer, ein begnadeter Schwimmer, der in einer tollkühnen Rettungsaktion 17 Menschen aus dem Wasser zog. Dabei ging er über seine eigenen körperlichen Kräfte und litt sein Leben lang an den gesundheitlichen Folgen dieses heldenhaften Einsatzes. Müssten die Siebzehn ihrem Lebensretter nicht unendlich dankbar sein? Sicherlich waren sie das, aber erstaunlicherweise hielt es keiner der Geretteten für nötig, sich bei Edward persönlich zu bedanken.
In der Bibel lesen wir von einer ähnlichen Begebenheit. Zehn von einer unheilbaren Krankheit betroffene Menschen kamen zu Jesus. Sie hatten Aussatz, waren deshalb von der Gesellschaft verstoßen und dem Tod geweiht. Verzweifelt flehten sie Jesus um Heilung an; und – tatsächlich – er heilte sie. Alle zehn! Immerhin einer kam zurück und bedankte sich bei Jesus. Er wusste, wovon er geheilt worden war und wem er dieses Wunder zu verdanken hatte. Die neun anderen konnten sich zwar auch ihrer Gesundheit freuen, erwiesen aber nicht dem die Ehre, dem sie gebührte.
Dankbar zu sein; ist wichtig, aber letztlich ist Dankbarkeit immer an die Person gekoppelt, der wir diesen Dank erweisen. Jede Gabe kommt von einem Geber!

Hanna Kaal


Frage
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was Sie Gutes haben? Wem danken Sie dafür?
Tipp
Gott ist der Geber aller guten Gaben.
Bibellese
Lukas 17,11-19

Montag, 07. September 2020: Die Eroberung Jerusalems 70 n. Chr.

Heute vor 1950 Jahren endete die Eroberung Jerusalems durch die Römer. Nach anfänglichen Erfolgen der jüdischen Rebellen rückte das römische 60000-Mann-Heer unter der Führung von Titus gegen die israelische Hauptstadt vor. Die Belagerung begann am Passahfest des Jahres 70 n. Chr. Nach dem Geschichtsschreiber Josephus hielten sich wegen der Vielzahl der Pilger 3 Mio. Menschen in der Stadt auf. Aufgrund der Belagerung brach eine schreckliche Hungersnot aus. Geschwächt durch innerjüdische Streitigkeiten mussten die Verteidiger Stück für Stück die Stadt den Römern überlassen. 1,1 Mio. Menschen kamen ums Leben.
Jesus Christus hatte die Verwüstung der Stadt etwa 40 Jahre vorher angekündigt. Er riet den Jüngern, angesichts der heranziehenden Heere aus der Stadt zu fliehen. Die, die sich auf dem Land befanden, sollten nicht in der Stadt Schutz suchen (Lukas 21,20-21). Die Christen in Jerusalem retteten sich, indem sie in die jordanische Stadt Pella flohen, wie der erste Kirchengeschichtsschreiber Eusebius und der Kirchenvater Epiphanius berichten.
Mit erstaunlicher Genauigkeit hat sich die Vorhersage von Jesus erfüllt. Die Christen entkamen der Katastrophe, indem sie seinen Anweisungen folgten. Offensichtlich sind seine Vorhersagen sehr zuverlässig. Deswegen empfiehlt es sich, auch die anderen Prophezeiungen und die Rettungsanleitungen ernst zu nehmen. Eine der wichtigsten Prophezeiungen Jesu ist, dass wir einmal alle vor ihm als unserem Richter stehen werden. Freundlicherweise hat er auch hier den Ausweg vor dem Gericht nicht verschwiegen: Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt; wer aber nicht glaubt, ist schon verurteilt, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des einzigartigen Sohnes Gottes (Johannes 3,18).

Gerrit Alberts
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Frage
Wie wollen Sie dem Gericht Gottes entgehen?
Tipp
Man muss heraustreten aus der Masse und sich dem Retter Jesus Christus anschließen.
Bibellese
Johannes 3,16-21

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