Mittwoch, 05. Juni 2024: »Wir haben nur diese eine Erde«, 2. Petrus 3,13

Bewegungen wie »Last Generation« (»Letzte Generation«) haben sich auf die Fahnen geschrieben, vor einem unmittelbar drohenden Klimakollaps zu warnen, der aus ihrer Sicht unsere Erde endgültig bedroht. Diese und viele andere Gruppierungen, wie z. B. »Fridays for Future«, motiviert ausdrücklich die Sorge, dass wir mit einer einzigartigen Ressource, nämlich unserem Planeten, so schlecht umgehen, dass diese für kommende Generationen nicht mehr nutzbar sein könnte. Sollte dies tatsächlich eintreten, wäre dem Menschen damit seine einzige Lebensgrundlage entzogen. Eine andere Erde haben wir nicht zur Verfügung.

Wie ist dies aus biblischer Sicht zu beurteilen? Grundsätzlich haben wir Menschen von Gott bereits zu Anfang unserer Geschichte den Auftrag erhalten, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Diese Ressource ist uns nur zur Verwaltung übergeben und wir sollen gute, sorgsame und verantwortungsbewusste Verwalter sein. Allerdings ist die Grundannahme, dass der Fortbestand der Menschheit mit dieser einen Erde stehe und falle, aus biblischer Sicht verkehrt. Gott hat uns in Aussicht gestellt, dass er eine neue Erde schaffen werde. Diese wird völlig ungetrübt von unserem bisherigen Versagen sein. Sie wird im Gegensatz zu unserer aktuellen Lage von Gerechtigkeit geprägt sein. Umweltprobleme sind sicher drängend, aber tatsächlich haben wir eine viel dramatischere menschengemachte Verschmutzung, die bis heute jeden Tag, an jedem Ort der Welt, unzählige Menschenleben kostet: Gewalt, Egoismus, Mord, Folter usw.

Um eine wirkliche Zukunft mit Bestand zu haben, bedarf es daher eines echten Neustarts der Schöpfung. Nichts weniger als das verspricht Gott denen, die ihr Leben auf ihn setzen.

Markus Majonica
Frage
Sind wir die »Last Generation«?
Tipp
Mit Gott haben wir eine ewige, sichere Zukunft.
Bibellese
Offenbarung 21,1-6

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Dienstag, 04. Juni 2024: Aus sibirischer Gefangenschaft befreit, Psalm 71,23

Der sowjetische Jude Natan Scharansky (geb. 1948) hatte sich jahrelang für politische Freiheit und die Rechte von Juden in der Sowjetunion eingesetzt. Im Jahr 1977 wurde er wegen angeblicher Spionage verhaftet und ein Jahr später zu 13 Jahren Haft verurteilt. 1986 wurde er nach Berlin geflogen und im Rahmen eines Agentenaustauschs auf der Glienicker Brücke gegen einen sowjetischen Spion ausgetauscht. Anschließend wurde er zu einer Veranstaltung im Weißen Haus eingeladen, bei der er auf Präsident Ronald Reagan traf.

Zunächst erkannte Scharansky den Präsidenten nicht, da er in den Jahren seiner Inhaftierung keinerlei Nachrichten aus dem Ausland erhalten hatte. Als er dann realisierte, wer vor ihm stand, war er überwältigt von Emotionen und sagte unter Tränen zum Präsidenten: »Ich weiß, dass Sie sich für meine Freiheit eingesetzt haben, und ich danke Ihnen dafür.« Reagan erwiderte: »Natan, wir haben immer an Sie gedacht und gebetet, dass Sie freigelassen werden.« Dass ein amerikanischer Präsident sich für die Freilassung eines Dissidenten einsetzt, der in einem Straflager in Sibirien vor sich hinvegetierte, war für diesen unfassbar. Umso dankbarer und freudiger war er über seine vorzeitige Freilassung.

Der Schöpfer des Universums hat ebenfalls viele Hebel in Bewegung gesetzt, um Sie und mich aus der Gefangenschaft der Sünde zu retten. Im Unterschied zu Scharansky wurden wir zu Recht verurteilt. Es drohte gar der Tod als der Sünde Lohn (vgl. Römer 6,23). Doch dann fand ein »Gefangenenaustausch« statt, den die Welt noch nie gesehen hatte: Gott sandte Jesus Christus, seinen Sohn, zu uns auf die Erde herab. Dieser nahm am Kreuz unsere Stelle ein und ließ das Todesurteil für unsere Sünden an sich vollstrecken.

Tony Keller
Frage
Wie reagieren Sie darauf, was Jesus für Sie tat?
Tipp
Wer Jesu Tat für sich in Anspruch nimmt, kann in Freiheit heraustreten und fröhlich sein und Gott lobsingen.
Bibellese
Galater 1,3-5

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Montag, 03. Juni 2024: Ein Riesenknall, Psalm 28,7

Ein Platten am Fahrrad. Kein Problem. Das Rad ausgebaut, den Mantel auf einer Seite abgezogen, den Schlauch herausgenommen. Ein bisschen Luft eingepumpt und dann in ein Wasserbecken getaucht. Das Loch war schnell gefunden. Die defekte Stelle aufgeraut, Gummikleber drauf und einen Flicken aufgepresst. Fertig. Den Mantel kontrolliert, alles gut, kein Nagel oder Dorn in der Reifendecke. Der Schlauch war schnell wieder eingezogen, etwas Luft eingepumpt.

Doch es zischte verdächtig, mehr als vorher. Der Schlauch war doch zu porös. Ich hatte vorgesorgt und neue Schläuche auf Vorrat. Also noch einmal von vorne, den alten Schlauch herausgeholt, den neuen rein und etwas Luft pumpen. Der Mantel war schnell aufgezogen, und dann aufpumpen. Laut Hersteller sollte ich 4 Bar Druck geben. Das Manometer der Handpumpe zeigte gerade erst 3 Bar an, dann plötzlich ein Riesenknall. Der Mantel flog auf einer Seite von der Felge und der Schlauch kam zum Vorschein, zerfetzt und völlig zerrissen.

Mein Kopf dröhnte, mir wurde schwindelig und am linken Ohr war es, als wäre ein Rohr hineingeschoben worden. Mein erster Gedanke war: Das Trommelfell ist geplatzt. Der HNO-Arzt machte alle möglichen Tests, das Trommelfell war in Ordnung. Doch ich hatte ein Knalltrauma und in der Folge tagelang Probleme mit Schwindel und teilweiser Übelkeit. Dennoch konnte ich meinem Vater im Himmel danken, dass nicht mehr passiert war. Wie leicht hätte ich das Gehör ganz verlieren können!

Glück gehabt? Kann man so sehen, doch als Christ sehe ich mehr die bewahrende Hand Gottes. Dass ich vor Schlimmeren bewahrt blieb, nehme ich nicht als selbstverständlich an. Ich vertraue auf ihn und habe schon oft erlebt, wie mir geholfen wurde.

Joschi Frühstück
Frage
Nehmen Sie es als selbstverständlich an, wenn Sie heil durch den Tag kommen?
Tipp
Danken Sie doch einmal Gott dafür, wenn Sie vor etwas Schlimmeren bewahrt wurden.
Bibellese
2. Korinther 1,8-11

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Sonntag, 02. Juni 2024: Absolute Treue, Psalm 91,14

Wer schon einmal einem Schäfer bei seiner Arbeit zugeschaut hat, der hat auch dessen gute Beziehung, ja, man könnte sagen inniges Verhältnis zu seinen Hunden bewundern können. Diese Tiere sind einerseits unerlässlich, wenn er eine große Schafherde beieinander halten will, andererseits hat man den Eindruck, die Hunde wollten um jeden Preis ihrem Herrchen dienstbar sein. Wo gibt es dieses gegenseitige Abhängigkeits- und Treueverhältnis heute noch unter den Menschen?

Auch Friedrich der Große wusste die Treue seiner Hunde zu schätzen, weil er sie bei den Menschen je länger umso weniger entdecken konnte. Er wollte sogar bei seinen Hunden beerdigt sein. In Sichtweite seines Schlosses Sanssouci ist er auch zu ebener Erde mit ihnen begraben worden. Dort liest man auf der rechten Seite seiner Grabplatte seinen Namen, während auf der linken Seite Biche, Alcmène, Thisbe, Superbe, Pax und Hasenfuß, die Namen seiner Hunde zu lesen sind.

Aber bei aller Tierliebe dürfen wir nicht sentimental werden. Hunde als Rudeltiere können, wenn sie nicht psychische Schäden haben, gar nicht anders, als dem zu folgen, den sie als Rudelführer anerkennen. Das ist bei Menschen ganz anders. Sie können seit dem Sündenfall kaum noch treu ergeben sein, sondern müssen Eigenwillen, Egoismus und Herrschsucht zeigen. Das sind alles Eigenschaften, die für ein friedliches Füreinander tödlich sind.

Auch um das zu ändern, kam Gott selbst in der Person Christi zu uns. In seinem liebenden und für uns leidenden Vorbild zeigte er wahre Treue, und durch sein Sterben am Kreuz erwarb er den an ihn Glaubenden die Kraft, auch treu und liebevoll sein zu können, wenn sie in seiner Nähe bleiben.

Hermann Grabe
Frage
Wie ist es bei Ihnen um bedingungslose Treue bestellt?
Tipp
Wir brauchen gute Vorbilder. Am besten werden wir selbst eins.
Bibellese
1. Mose 24,1-27

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Samstag, 01. Juni 2024: Reisepass ungültig, Hiob 7,9-10

Wie jedes Jahr planten wir 2022 wieder unseren Kroatienurlaub. Nach einer intensiven Packaktion – vier Kinder und zwei Erwachsene mussten bedacht werden – war es endlich so weit: Unser Urlaub konnte beginnen. Die Fahrt sollte am frühen Sonntagmorgen starten, doch am späten Samstagabend stellte sich heraus: Die Reisepässe der Kinder waren abgelaufen! Was nun? Sollte der gut geplante Urlaub ins Wasser fallen? Musste das perfekt gepackte Auto wieder ausgeladen werden? Ein Anruf bei der Bundespolizei sorgte für Erleichterung: Man könne uns an der deutsch-österreichischen Grenze vorläufige Kinderpässe ausstellen. Wir sollten uns aber nicht zu früh freuen, denn womöglich würden uns die Kroaten trotzdem nicht passieren lassen! Es gebe keine Garantie. Was, wenn man uns zurückschicken würde? Das Drama war vollständig. Sollten wir uns wirklich darauf einlassen?

Dieses Erlebnis ließ uns innehalten. Wir Menschen planen unser Leben optimal, wir richten uns häuslich ein, leben ein gutes Leben … Oft, ohne über dessen »Gültigkeit« nachzudenken. Vielleicht sind wir gleichgültig in Bezug auf unser Lebensende; der Grenzübergang zwischen dem Hier und dem Jenseits kann ja so schwer nicht sein – eine Fahrt ins Ungewisse eben.

An der kroatischen Grenze ließ man uns schließlich ohne Weiteres passieren. Glück gehabt!

Aber wie steht es um die »Gültigkeit« unseres Lebens? Unser Dasein hat vielleicht in unseren Augen Gültigkeit, aber wie denkt Gott darüber? In seinen Augen braucht jeder Mensch beim Passieren der Lebensgrenze einen gültigen Reisepass. Dieser Pass ist Jesus! Erst durch den Glauben an ihn bekommt unser Leben Gültigkeit, sodass wir die Ewigkeit bei Gott verbringen werden.

Rudi Löwen
Frage
Wie steht es um die Gültigkeit Ihres »Reisepasses«?
Tipp
Am Ende unseres Lebens gibt es für uns keine Vorläufigkeit, sondern nur noch Endgültigkeit.
Bibellese
Lukas 16,19-31

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