Freitag, 27. September 2024: Fenster ins Markusevangelium (6), Markus 4,40

Glaube ist keineswegs etwas Diffuses oder Undefinierbares. Nach der Bibel ist er Ausdruck einer festen Verbindung zu Gott, der zwar unsichtbar, aber trotzdem da ist. Dieser Gott hat sich uns Menschen offenbart, durch Botschaften, die er verkünden und aufschreiben ließ, und auch durch Taten, die seine Macht bewiesen. Diese Macht zeigte auch der Sohn Gottes, als er hier in einem Boot auf dem See war. Er konnte den Wind stillen und die Wellen beruhigen, als seine Leute sich dadurch in Lebensgefahr wähnten.

Die Katastrophenfilme Hollywoods sind stets mit Helden versehen, die viel Mut, Umsicht und Selbstvertrauen beweisen und allen Gefahren zu trotzen scheinen. Doch genügt das wirklich, um angesichts von Naturgewalten bestehen zu können? Jesus tadelte seine Jünger, weil sie kein Vertrauen auf Gott bewiesen, so wie er selbst das in seinem ganzen Leben tat. Und diesem Beispiel hätten sie folgen können. Jemand, der sich in Gott geborgen weiß, muss in keiner Lebenslage die Zuversicht verlieren, sondern kann sogar anderen Hoffnung geben und auf ihr Wohl ausgerichtet sein. Nicht das eigene Überleben hat dann die höchste Priorität, sondern die Ausrichtung darauf, dass allen anderen geholfen wird. Lähmende Furcht weicht einer Dynamik und Kraft, die je nach den Bedingungen zum Handeln befreit. Glaube vertraut auf die Zusagen und Möglichkeiten Gottes, alle Dinge zum Guten zu wenden und die Bedrohung auszuschalten. Den Jüngern im Boot auf dem stürmischen See mangelte es an diesem Glauben, obwohl der Sohn Gottes unmittelbar bei ihnen war. Sie waren nicht allein, sie waren nicht verlassen. Deshalb konnte eigentlich alle Furcht von ihnen weichen, und sie kann auch bei uns weichen, wenn wir unser Vertrauen auf Gott setzen.

Joachim Pletsch
Frage
Vertrauen Sie auf sich selbst oder auf Gott?
Tipp
Der Mensch ist auf Gott angewiesen, nicht nur im Leben, sondern auch im Tod.
Bibellese
Markus 4,35-41; Johannes 14,1-14

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Mittwoch, 25. September 2024: Zahnpasta, 1. Johannes 1,9

Ich hatte gerade mein frisch gebügeltes Hemd angezogen, da ich einen wichtigen Termin hatte. Mit meiner Frau stand ich im Bad und putzte mir die Zähne. Trotz Zahnbürste und Zahnpasta im Mund hörte ich nicht auf zu reden. Dann passierte es: Zahnpasta tropfte aus dem Mund auf mein Hemd. Ärgerlich auf mich selbst versuchte ich, die Zahnpastaspuren, die auf dem Stoff gut sichtbar waren, wegzuwischen. Mit einem feuchten Handtuch entfernte ich die Folgen meines Missgeschicks. Nun blieben dunkle Wasserflecken. Also griff ich zum Fön und erhitzte die betroffenen Stellen. Das Ergebnis meiner Bemühungen sah ganz gut aus. Nichts war mehr zu sehen, so dachte ich, ich konnte das Hemd weiterhin tragen.

Trotz meiner Anstrengungen hatte ich die Verschmutzung allerdings nicht nachhaltig beseitigt. Nach etwa einer halben Stunde – ich war bereits in meinem wichtigen Termin – wurden die Spuren wieder deutlich sichtbar, und ich musste mich mit meinem befleckten Hemd durch den Tag bringen.

Mich hat dieses Erlebnis an unseren Umgang mit persönlicher Schuld erinnert. Wie oft geschieht es, dass wir uns durch unsere eigenen Fehler moralisch beflecken, sei es durch Gedanken, Worte oder Taten. Wenn uns das auffällt, fangen wir an, mit allerlei Hausmitteln zu versuchen, die Flecken auf unserer scheinbar weißen Weste wieder wegzumachen: Wir reden unser Versagen schön, versuchen, es mit einer »guten Tat« zu überdecken oder verdrängen es aus unserem Gedächtnis. Doch das funktioniert nicht nachhaltig. Echte Reinigung von Sünde erfordert ein wirksames Mittel: Bekenntnis der Schuld. Gehen wir Gott (und Menschen) gegenüber ehrlich mit unserem Versagen um, reinigt Gott uns nachhaltig von jeder Schuld!

Markus Majonica
Frage
Was sind Ihre Haushaltsmittel in Sachen Schuld?
Tipp
Es gibt jemandem, dem können wir unsere Schuld abgeben.
Bibellese
Lukas 18,10-14

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Dienstag, 24. September 2024: Wissen Sie, wo ich hin will?, Psalm 1,6

Der bekannte bayrische Komiker Karl Valentin lebte von 1882 bis 1948. Von ihm wird berichtet, wie er durch München ging und die Menschen fragte: »Wissen Sie, wo ich hin will?« Man könnte über die Frage schmunzeln. Doch wenn man sie genau betrachtet, sollte sie sehr ernst genommen werden. Dahinter steckt doch eine gewisse Hilflosigkeit. Wissen Sie, wo ich hin will? Wissen Sie, wo Sie hin wollen?

Wo möchten unsere Politiker hin in Bezug auf die Energieversorgung, auf die Umweltverschmutzung und die Kriege und Unruhen in der Welt? Hier gibt es Fragen über Fragen, die kein Mensch zufriedenstellend beantworten kann. Und wo möchten Sie persönlich hin? Haben Sie sich schon Gedanken über Ihre Zukunft und Ihr Ende gemacht? Was möchten Sie noch alles erreichen? Welche Ideen, Vorstellungen und Wünsche haben Sie in Bezug auf Ihre Zukunft? Und was kommt dann? Ist mit dem Tod wirklich alles aus?

In der Bibel (Psalm 90,12) steht: »Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.« Klug werden im biblischen Sinne heißt zu verstehen, dass wir es – im Blick auf die Ewigkeit – durchaus in der Hand haben zu entscheiden, wo wir hin wollen, und dass wir diese Entscheidung vor unserem Tod treffen müssen. Möchten wir eine Ewigkeit in der wunderbaren Gemeinschaft Gottes erleben oder aber ins Verderben rennen und auf ewig Gott fern bleiben?

Auf der Suche nach dem richtigen Weg zu einem ewigen Leben mit Gott lässt uns die Bibel nicht allein. In Johannes 14,6 sagt Jesus: »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.« Und wer sich an den Sohn Gottes hält, hat sicher ewiges Leben (vgl. Johannes 3,36). Schlagen Sie dieses Angebot nicht in den Wind, es hätte tödliche Folgen!

Robert Rusitschka
Frage
Haben Sie sich schon einmal Gedanken über Ihren Lebensweg gemacht?
Tipp
Es gibt nur einen Weg, der Sie sicher ans Ziel bringt: »Jesus Christus.«
Bibellese
Markus 8,34-38

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Montag, 23. September 2024: Worauf es ankommt, Markus 12,30

»In den alltäglichen Grabenkämpfen des Erwachsenendaseins gibt es keinen Atheismus. Es gibt keinen Nichtglauben. Jeder betet etwas an. Wir aber können wählen, was wir anbeten. Und es ist ein äußerst einleuchtender Grund, sich dabei für einen Gott oder ein höheres Wesen zu entscheiden … So ziemlich alles andere, was Sie anbeten, frisst Sie bei lebendigem Leib auf!«

Das sagte der Schriftsteller David Foster Wallace 2005 bei einer Abschlussrede vor College-Absolventen. Deutliche Worte für einen, der nicht an Gott glaubt. Er drückte aus: Das, was ich für wichtig halte, wird mein Leben beherrschen. Es anbeten heißt, es lieben und wie einen Gott behandeln. Egal, ob es Geld, Schönheit, Macht oder irgendetwas anderes ist. Mein Nachdenken, mein Streben, mein Tun, meine Entscheidungen werden davon vereinnahmt und bestimmt werden. Ich muss immer mehr davon haben. Daher ist es wichtig zu wissen, worauf es ankommt.

Jesus wurde auch einmal gefragt, was das Wichtigste sei – das, worauf es ankommt, das größte Gebot. Seine Antwort: Das Wichtigste überhaupt ist, Gott zu lieben. Liebe als Gebot? Geht das überhaupt? Man kann es auch so formulieren: Sie wollen als Mensch wahres, erfülltes Leben? Sich in Ihrer Einzigartigkeit entfalten? Sie wollen, dass das geschieht, was am besten für Sie ist? Dann müssen/sollen Sie Gott lieben. Damit meint Jesus, sich von dem leiten zu lassen, was er sagt. Im Straßengewirr einer fremden Stadt ist es hilfreich, ein Navi zu haben. Ich bin froh, wenn ich gezeigt bekomme, wann ich wo abbiegen muss. Bei Entscheidungen und Wegkreuzungen im Leben ist es existentiell, auf Gott zu hören und seinen Weg zu kennen, damit mein Leben eine gute Richtung findet.

Manfred Herbst
Frage
Was ist die bestimmende Größe Ihres Lebens?
Tipp
Gott zu lieben, bringt das Leben auf eine gute Spur.
Bibellese
Psalm 119,97-105

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Sonntag, 22. September 2024: Unendlich sanfte Hände, Psalm 40,17

»Die Blätter fallen, fallen wie von weit.« Diese Worte stehen am Anfang des großartigen Gedichts »Herbst«, mit dem Rainer Maria Rilke seine Leser tröstet: Alles Sterbende werde schließlich in den »unendlich sanften« Händen Gottes zur Ruhe kommen. Dieses Gedicht ist sprachlich ebenso großartig gemacht, wie es theologisch irreführend ist.

Wer in der Bibel Bescheid weiß, kennt die Ursache allen Sterbens, allen Vergehens und allen Untergangs. Es ist die Sünde, zu der sich Adam und Eva verführen ließen. Gott hatte sie als Krönung seines Schöpfungswerks zu Herren über alles andere eingesetzt, und mit ihrem Versagen haben sie alles ihnen Unterstellte in ihren Untergang mit hineingerissen. An jenem Punkt wurde die Beziehung zu diesem wunderbaren Gott jäh unterbrochen. Rilke hat Recht, wenn er schreibt: »Wir alle fallen.« Doch seither fallen Menschen nach ihrem Tod nicht automatisch in Gottes unendlich sanfte Hände – hier ist Rilke auf dem Holzweg. Denn dazu braucht es erst eine Versöhnung; die Beziehung muss wiederhergestellt werden! Wer unversöhnt stirbt, fällt in die Hände eines zürnenden Gottes: »Es wird schrecklich sein, dem lebendigen Gott in die Hände zu fallen« (Hebräer 10,31).

Jesus Christus ist am Kreuz gestorben, um uns mit diesem Gott zu versöhnen und die Beziehung zu ihm wiederherzustellen. Wenn wir sein Versöhnungsangebot annehmen, wird Gott vom selben Augenblick an zu unserem liebenden Vater. Wie im Tagesvers anklingt, herrscht dann echte Freude! Und erst dann werden wir auch erfahren, dass die Hände Gottes tatsächlich »unendlich sanft« mit uns verfahren, und dass er von jeher nur unser Bestes im Sinn hatte – nämlich die ewige Seligkeit bei ihm im Himmel.

Hermann Grabe
Frage
Wenn Sie heute vor Gott treten müssten – wäre es für Sie ein unendlich sanftes oder schreckliches Erwachen?
Tipp
Nehmen Sie heute Jesu Versöhnungsangebot an!
Bibellese
Jesaja 11,1-10

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