Samstag, 15. März 2025: Identitätsstiftung, Philipper 2,5

Es schlug ein wie eine Bombe: Der Deutsche Fußballbund, kurz DFB, wechselte im März 2024 seinen Trikotausrüster vom deutschen Hersteller »Adidas« zum amerikanischen Konkurrenten »Nike«. Ein Aufschrei ging durch die Medien: Deutschland und Adidas gehörten doch zusammen wie Schnitzel und Kartoffelsalat! Wie kann man die Treue zueinander nach so vielen Jahrzehnten, fast ein ganzes Jahrhundert, brechen? Der deutsche Vizekanzler Robert Habeck meinte, er hätte sich vom DFB »ein Stück mehr Standortpatriotismus gewünscht«.

Die Gründe für das »Zerwürfnis« werden unterschiedlich gesehen. Für die einen ist es verwerflich, für Geld die »Identität« zu verraten. Was aber ist Identität? Gründet sie sich tatsächlich auf die Marke eines Sportartikelherstellers? Ist die Marke nicht längst Fassade, und sind die Werte, die einst damit verbunden waren, nicht schon längst preisgegeben?

Ich frage mich, was heutzutage wirklich Identität stiften kann. Kann etwa die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land es schaffen, die Nation wieder zu einen? Was nützt uns ein »Sommermärchen«, wenn bald danach wieder Eiseskälte herrscht? Wo finde ich etwas, was wirklich Bestand hat, was mir Sicherheit gibt, was mir sagt, wer ich bin und was ich nötig habe? Und was sich nicht schon bald wieder in Luft auflöst? Ich habe nur eine Antwort gefunden: Jesus Christus, wie er uns in der Bibel vorgestellt wird. Seit er in diese Welt kam und das Problem der Sünde, der Unversöhnlichkeit, des Egoismus und der Rücksichtslosigkeit gelöst hat, indem er am Kreuz dafür sein Leben ließ, können Menschen, die seine Vergebung in Anspruch nehmen, unter ganz neuer Voraussetzung leben – und nicht nur ein »Sommermärchen« erleben, sondern für immer teilhaben an einer völlig neuen Welt.

Tim Petkau

Freitag, 14. März 2025: π = 3.1415926535 8979323846 …, 1. Korinther 1,21

Die Kreiszahl Pi (π) ist eine mathematische Konstante, die das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser angibt. Diese Zahl zu berechnen ist gar nicht so einfach, insbesondere, wenn man sie genau bestimmen will, sie hat nämlich unendlich viele Nachkommastellen. Schon Archimedes hat sich mit der Berechnung von Pi beschäftigt.

Heute ist es ein regelrechter Sport geworden möglichst viele Stellen von Pi in kürzester Zeit von einem Computer berechnen zu lassen oder auch möglichst viele Stellen auswendig aufsagen zu können. Den deutschen Rekord erzielte am 14. März 2024 die Frankfurter Gedächtniskünstlerin Susanne Hippauf mit 18 026 Nachkommastellen. Sie hat drei Stunden und fünf Minuten gebraucht, um sie aufzusagen. Natürlich ist die Zahl Pi auch von naturwissenschaftlicher Bedeutung für die Geometrie, für die Mathematik, aber auch für die Physik.

Naturwissenschaftliche Weisheit hilft, Zusammenhänge zu verstehen und Dinge zu berechnen, um damit etwas vorhersagen oder konstruieren zu können. Sie bietet uns aber keinen Zugang zu Informationen über Gott und die nichtsichtbare Wirklichkeit. Mit unserer menschlichen Weisheit können wir Gott nicht erkennen. In der Schöpfung kann man sehr viel Weisheit entdecken und damit zu dem Rückschluss auf einen Schöpfer kommen. Wenn wir aber etwas über Gott wissen wollen, muss er selbst uns das offenbaren. Genau das hat er getan. In höchstem Maße in seinem Sohn Jesus Christus, der auf die Erde kam. Durch ihn ist er für uns erfahrbar geworden, und in seinem Wort, der Bibel, hat er sich uns umfassend mitgeteilt. Hier ist die Quelle des Wissens, das wirklich von Bedeutung ist, denn sie weist uns den Weg hinaus aus unserer Verlorenheit und Vergänglichkeit zu ewigem Leben mit Gott.

Bernhard Volkmann

Donnerstag, 13. März 2025: Zwei starben für mich (3), Hebräer 3,15

Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde es endlich Abend. Draußen war es still geworden; aber die Ungewissheit, wer nun das Feld beherrschte, blieb. Da ich wieder etwas zu Kräften gekommen war, schleppte ich mich auf den Ellenbogen die Treppe hinauf, um Ausschau zu halten. Dann hörte ich plötzlich Stimmen. Freund oder Feind? Die Spannung wuchs. Doch, Gott sei Dank, es waren mein Gruppenkamerad und der Zugführer, die mich suchten und fanden. Ich war gerettet – nicht zuletzt, weil ein anderer sein Leben für mich geopfert hatte. Dann kam ich ins Lazarett, von dort aus in amerikanische Gefangenschaft, und so war ich bereits am 10. Juni 1945 wieder daheim. Nachdem meine Verwundung ausgeheilt war, konnte ich bald wieder meiner Arbeit nachgehen, und mit einem großen Nachholbedarf an Lebensfreude stürzte ich mich wieder voll ins Vergnügen.

Nur einem netten alten Mann zuliebe, der mich freundlich eingeladen hatte, ging ich zu einer der ersten Nachkriegs-Evangelisationen. Der Evangelist sprach eindringlich, dass wir nur durch den Tod Jesu vor dem Gericht Gottes gerettet werden. Mir wurde neu bewusst: »Jesus starb für mich!« Das erinnerte mich an meinen Frontkameraden Adolf Nickel, der sein Leben für mich geopfert hatte. Selbstverständlich hatte ich seine letzte Bitte erfüllt und seine Mutter benachrichtigt, sobald die Post wieder funktionierte. Aber ich hatte Gott ja auch ein Versprechen gegeben! In diesem Augenblick streckte der Evangelist seinen Arm in meine Richtung und rief: »Und du da, denkst du nicht mehr an dein Versprechen, das du Gott in höchster Todesnot gegeben hast?« Das traf mich wie ein Hammer! Und es war kein Zufall. Hier sprach der lebendige Gott persönlich. Da konnte ich nicht mehr anders: Ich bekannte unter Tränen all meine Schuld und stellte von da an Gott mein Leben zur Verfügung.

Günter Seibert

Mittwoch, 12. März 2025: Zwei starben für mich (2), Hiob 22,27

Damit begannen für mich die längsten und hoffnungslosesten Minuten und Stunden meines Lebens. Neben mir der schwer Verwundete und – wie ich bald sah – sterbende Kamerad, draußen der Kampfeslärm und im Himmel vielleicht ein Gott, den ich aber oft abgewiesen hatte und mit dessen Hilfe ich nun in Todesangst kaum rechnen konnte – falls es ihn überhaupt gab!

Zunächst war ich mit dem Sterbenden beschäftigt. Sein Stöhnen stach mir ins Herz hinein. Er hatte sein Leben für mich gewagt und war nun dabei, es zu verlieren. Noch nicht einmal Trost konnte ich ihm zusprechen, denn ich hatte selbst keinen. Darum empfand ich es fast als Erlösung, als nach etwa einer halben Stunde sein Stöhnen leiser wurde und er zuletzt noch die Adresse seiner Mutter in Berlin flüsterte. Dann war es still. Mein Kamerad Adolf Nickel starb für mich. Ich war allein.

In diesen Stunden zog mein Leben an mir vorüber, und ich erkannte zum ersten Mal, wie inhaltslos, sinnlos und ziellos es war. Doch Gott, an den ich schon nicht mehr glaubte, begann wieder mit mir zu reden. Mein Gewissen wurde lebendig, ich erkannte die vielen versäumten Gelegenheiten, bei denen ich zu Gott hätte umkehren können, und hatte nur noch den einen Wunsch, dass ich noch eine Chance bekäme. Doch die stand bei 1:100. Jeden Moment musste ich damit rechnen, dass russische Soldaten die Treppe herunterkämen. Für diesen Fall hatte ich mir eine Handgranate bereitgelegt, mit der ich mein Leben beenden wollte.

In dieser verzweifelten Situation betete ich zu Gott: »Herr, wenn es dich gibt, und du mich aus dieser aussichtslosen Lage rettest und ich aus diesem Krieg wieder heimkomme, dann will ich mich zu dir bekehren und mein Leben soll dir gehören. Ich will dir dienen mit den Gaben, die du mir gibst!«

Günter Seibert

Dienstag, 11. März 2025: Zwei starben für mich (1), Hesekiel 16,6

Mit diesem Titel überschrieb mein Vater seine Geschichte, wie Gott in sein Leben trat. Hier ist sein Bericht: Im Morgengrauen des 11. März 1945 sahen wir uns in unseren Erdlöchern vor Stettin einer ganzen Armada russischer Panzer gegenüber. Ein riesiger Schrecken überfiel uns, als diese auf uns loszurollen begannen. Hier bestand kaum noch Hoffnung, mit dem Leben davonzukommen. Dann ging alles drunter und drüber. Wie von einem Vorschlaghammer getroffen fiel ich hin. Ehe ich begriff, was geschehen war, spürte ich schon das Blut aus meinem Oberschenkel pulsen. Mein erster Gedanke: Nun muss ich sterben, das ist mein Ende. Dabei stand mir ein Erlebnis vor Augen, das nur wenige Tage zurücklag. Wir fanden einen Soldaten tot in seinem Blut liegend, der … offenbar niemand hatte, der ihn verband, und darum verblutete. War das nun auch mein Schicksal?

Doch das Schlimmste war: Als einer, der in seiner Jugend das Wort Gottes oft gehört, aber eine Entscheidung für Jesus immer wieder aufgeschoben hatte, wusste ich sofort: In 10 bis 15 Minuten werde ich in der Hölle sein.

Verzweifelt schrie ich um Hilfe, aber wer würde sich von den Kameraden aus der Deckung wagen? Doch das Unglaubliche geschah. Einer kam, packte mich unter den Armen, zog mich in Deckung und verband mich mit seinem Verbandszeug. Doch der Notverband blutete durch. Bei dem Versuch, mich in einem Keller in Sicherheit zu bringen, passierte es: Ein Knall, ein Schrei, und der Kamerad wälzte sich schwer getroffen am Boden. Mit Mühe und Not schafften die anderen Kameraden es dann doch, uns in den Keller zu ziehen, und dann verließen sie uns mit dem Versprechen, wenn die Front bis zum Abend halten würde, wolle man uns rausholen. Aber es war erst früher Morgen. (Fortsetzung folgt)

Günter Seibert

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