Freitag, 24. Mai 2024: »Ja, ich will!«, Lukas 9,61

Stellen Sie sich ein Brautpaar am Traualtar vor. Die Braut wird gefragt, ob sie den erschienenen Bräutigam zum Ehemann nehmen will. Sie antwortet freudig mit »Ja«! Dann ist die Reihe am Bräutigam: Willst du die erschienene Braut zur Ehefrau nehmen? Er antwortet: »Nun, im Prinzip ja, aber bitte, ich habe da noch ein paar Bedingungen …« Die Braut würde wahrscheinlich sofort die Reißleine ziehen und mit wehender Schleppe die Kirche verlassen – zu Recht. Am Altar geht es um eine klare Entscheidung, nicht um ein Aushandeln von Konditionen für das weitere Zusammenleben. Hier gibt es nur ein klares Ja oder Nein. Alles darüber hinaus offenbart Unreife für die Ehe.

Durchaus vergleichbar ist die Szene des Tagesverses: Im Zusammenhang geht es darum, dass Jesus drei verschiedenen Menschen begegnet, und jedes Mal geht es um die Nachfolge. Auch der hier erwähnte »andere« spielt mit dem Gedanken, Jesus nachzufolgen. Er macht Jesus das aus seiner Sicht großzügige Angebot, sich auf die Nachfolge einzulassen, aber er stellt gleichzeitig Bedingungen: »Zuvor aber erlaube mir«!

Die Reaktion des Sohnes Gottes auf diese »Initiativbewerbung« für die Nachfolge ist indes eindeutig: »Niemand, der die Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes« (Lukas 9,62). Der Wunsch des Mannes, vor Beginn der Nachfolge Abschied von den Menschen zu nehmen, die ihn bisher begleitet haben, mag verständlich sein. Aber Jesu Antwort zeigt, dass sein Ruf in die Nachfolge bedingungsfeindlich ist. Sie erfordert eine klare, unbedingte Antwort. Denn die Bindung an diesen Jesus in der Nachfolge darf nicht weniger vorbehaltlos erfolgen als die Antwort des Brautpaares vor dem Traualtar.

Markus Majonica
Frage
Welche Bedingungen stellen Sie an die Nachfolge Jesu?
Tipp
Sagen Sie: »Ja, ich will!«
Bibellese
Lukas 14,26-33

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Donnerstag, 23. Mai 2024: Ein unumstößliches Grundgesetz, Matthäus 5,8

Heute vor 75 Jahren, am 23. Mai 1949, wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vom Parlamentarischen Rat genehmigt und angenommen. Sein Inkrafttreten gilt als Geburtsstunde der Bundesrepublik, die unmittelbar nach Ende des 2. Weltkrieges aus den drei Westzonen hervorgegangen ist.

Das Grundgesetz ist die Verfassung unseres Landes und steht über allen anderen Rechtsnormen; es stellt eine Balance zwischen Demokratie und Rechtsstaat her. Die Unantastbarkeit der Menschenwürde ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt (Artikel 1). Das Grundgesetz ist für die Menschen da – zu ihrem Nutzen, um für Rechtssicherheit zu sorgen und vor staatlicher Willkür zu schützen. So ist z. B. die Unverletzlichkeit der eigenen Wohnung (Artikel 13) ein hohes und schützenswertes Rechtsgut, das gerade in der NS-Zeit durch staatliche Stellen massiv untergraben wurde. Doch selbst nach Inkrafttreten des Grundgesetzes gab es in Deutschland Fälle, in denen gegen dieses Grundrecht verstoßen wurde – denn dort, wo der Mensch das Sagen hat, werden auch Gesetze gebrochen und Grundlagen der Demokratie infrage gestellt.

Lange vor der Entstehung des Grundgesetzes ist Jesus, Gottes Sohn, als Mensch auf die Erde gekommen und hat den Menschen seine »Verfassung« in der vielzitierten Bergpredigt (siehe Matthäus 5–7) mitgeteilt – ein unumstößliches göttliches Grundgesetz. Und im Gegensatz zu menschlichen Gesetzgebern hält sich der Urheber der Bergpredigt selbst ohne Wenn und Aber an seine eigene Verfassung. Wir tun gut daran, seinen Maßstab ernst zu nehmen! Denn gegen Ende seiner Rede sagt Jesus: »Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist« (Matthäus 7,21).

Axel Schneider
Frage
Was tun, wenn man am Maßstab der Bergpredigt scheitert?
Tipp
Suchen Sie Anschluss an den, der Gottes Gesetz vollkommen erfüllt hat.
Bibellese
Matthäus 5,1-7,29

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Mittwoch, 22. Mai 2024: Von Ameisen lernen, Sprüche 6,6-7

Kann man von Ameisen lernen? Das ist eine interessante Frage. In der Bibel werden uns diese kleinen, flinken Tiere tatsächlich als Vorbild hingestellt. Wenn man eine Weile dem Treiben rund um einen Ameisenhaufen zuschaut, kann man nur staunen, nach welchen faszinierenden Gesetzmäßigkeiten das Leben hier abläuft und wie gut die Tiere miteinander harmonieren: Einige schleppen in Teamarbeit Nahrung in den Bau, andere bauen Straßen, wieder andere kümmern sich um die Fortpflanzung. Unermüdlich fleißig und organisiert meistern Ameisen ihren Tagesablauf. Dazu sind sie äußerst teamfähig; sie konkurrieren nicht untereinander, sondern helfen sich gegenseitig. Jede einzelne Ameise kommt ihrer Aufgabe zuverlässig und loyal nach.

Ameisen erfüllen die Aufgaben, die sie innerhalb ihres Ameisenvolkes haben, ohne darüber nachzudenken. Es gehört einfach zu ihrer Natur. Anders ist das bei uns Menschen: Wir haben eine Wahl. Wir können uns an die Ordnungen des Schöpfers halten oder uns dagegen auflehnen. Wir können fleißig sein oder faul. Wir können uns für wichtige Dinge einsetzen oder unser Leben egoistisch verschwenden. Doch am Ende wird Gott uns einmal fragen, ob wir an unserer Bestimmung vorbeigelebt, oder ob wir ihm die Ehre gegeben und unser Leben in die richtigen Dinge investiert haben. Viele werden dann mit Erschrecken feststellen, dass sie das Wichtigste verpasst haben.

Wer durch Jesus Christus eine Beziehung zum lebendigen Gott bekommen hat, der hat ein Ziel und einen Sinn in seinem Leben. Gott wird ihm die Aufgaben zeigen, die er für ihn vorbereitet hat. Das werden Aufgaben sein, die dem Wohl anderer Menschen dienen, und die man jeden Tag fröhlich und fleißig anpacken sollte.

Elisabeth Weise
Frage
Was können Sie von Ameisen lernen?
Tipp
Vertrödeln wir unser Leben nicht, sondern fragen wir unseren Schöpfer, was wir heute tun sollen.
Bibellese
Kolosser 3,22-25

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Dienstag, 21. Mai 2024: Ein heilsames Erschrecken, 2. Könige 22,13

Josia war der König eines kleinen Landes. Er suchte schon früh den Gott seines Vaters David. Und doch fuhr ihm eines Tages ein gewaltiger Schrecken in die Glieder. Der Tempel des HERRN wurde in seinen Tagen renoviert. Und dabei fiel dem Priester Hilkija das Buch des Gesetzes in die Hände. Darin waren die Worte geschrieben, die der HERR einst zu Mose gesprochen hatte. Das war inzwischen schon rund 1000 Jahre her. Die Rolle des Buches war sicher etwas vergilbt und verstaubt. Der Priester brachte diese Rolle dem König und las ihm die darin geschriebenen Worte vor.

Und dann kommt der Augenblick, als der König zusammenzuckt und seine Kleider zerreißt (eine damalige Bekundung der Reue und Buße). Ihm wird nämlich ganz plötzlich bewusst, dass der Zorn Gottes groß sein muss angesichts der Missachtung dessen, was er schon viele Jahre zuvor und seitdem immer wieder hatte verkünden und aufschreiben lassen. Denn schon lange hatte sich kein Mensch in Israel mehr um Gottes klare Worte geschert.

Ich kenne auch diesen Moment, in dem einem durch die Lektüre der Bibel schlagartig und siedend heiß klar wird, dass man schon lange auf einem völlig falschen Weg ist, weil man Gottes Willen für sein Leben ignoriert hat. Manchmal ist ein persönliches Scheitern Auslöser für diese plötzliche Erkenntnis. Gibt es dann noch eine Chance, das Ruder herumzureißen und die Fehler der Vergangenheit wiedergutzumachen? Oder ist der Zug abgefahren und Gottes Zorn unausweichlich?

Wenn Gott jemanden – wie hier den Josia – durch seine Worte wachrüttelt, dann hat er stets die Absicht, den Betroffenen zur Umkehr zu bewegen. Das gilt für Einzelne wie für ganze Völker. Voraussetzung ist nur, dass man diese Gelegenheit zur Umkehr dann auch ergreift.

Rudolf Koch
Frage
Hat Gott Sie schon einmal eiskalt erwischt?
Tipp
Wenn Gott Sie aufrüttelt, dann meint er es gut mit Ihnen.
Bibellese
2. Könige 22,1-20

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Montag, 20. Mai 2024: Geschaffen für einen bestimmten Zweck, Jesaja 43,6-7

»Nur Arbeit war ihr Leben.« Dieser Satz könnte über dem Leben vieler Bienen stehen, denn diese kleinen Tiere arbeiten tatsächlich unermüdlich. Ihre Hauptaufgabe ist das Sammeln von Nektar. Dafür nutzt die Biene ihre Fühler, die sensorische Meisterwerke sind. An jedem Fühler befinden sich 2000 Riechhaare und 65 000 Riechzellen. Letztere sind spezialisiert auf bestimmte Duftmoleküle und können schon geringste Mengen davon wahrnehmen. Wenn diese Fühler allerdings verkleben, was beim Sammeln von Nektar häufig vorkommt, sind sie völlig nutzlos. Deshalb hat die Biene eine spezielle Putzvorrichtung, nämlich eine kleine Aussparung an ihrem Vorderbein, die sogenannte Putzscharte. Diese hat exakt den Durchmesser des Fühlers. Wenn die Biene ihren Fühler in diese Scharte hineinlegt, klappt sie ein kleines Scharnier, den Putzsporn, davor und zieht den Fühler zur Reinigung einige Male vor und zurück. So wird der Fühler von Schmutz befreit und bleibt voll funktionsfähig.

Immer wieder können wir sehen, wie genial vieles in der Natur angelegt ist. Der Schöpfer hat passgenau gearbeitet! Die Biene hat alles, was sie braucht, um ihre Aufgaben perfekt zu erfüllen. Es wäre absurd, sich eine Biene vorzustellen, die plötzlich grasen und Milch produzieren möchte! Dafür wurde sie einfach nicht geschaffen.

Ich glaube, dass viele Menschen vergessen haben, wozu sie ursprünglich gemacht wurden. Was ist der Sinn unseres Daseins? Wir wurden geschaffen, um Gott, unseren Schöpfer, zu ehren. Wir haben Emotionen, um ihn zu lieben. Wir haben einen Verstand, um mehr über ihn zu erfahren. Wir haben Lippen, um ihm Danke zu sagen. Wir sind perfekt für unsere Bestimmung geschaffen. Die Frage ist nun, ob wir diese Bestimmung auch erfüllen.

Jannik Sandhöfer
Frage
Was ist der Sinn Ihres Lebens?
Tipp
Wer die Absichten des Schöpfers kennt, kann gemäß seiner Bestimmung leben.
Bibellese
Psalm 104,19-24

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