Freitag, 28. Februar 2025: Wir sind erwünscht, Lukas 12,37

Manchmal kann ein kleines Wort in unserem Leben einen großen Schaden anrichten. Eines dieser Worte lautet: »unerwünscht!« In Deutschland gab es eine Zeit, da war jeder unerwünscht, der nicht seine arische Abstammung nachweisen konnte. In zahlreichen Ehen sind Kinder unerwünscht. Das führt zu Abtreibung und Kindesmisshandlung. In unserem Land, das immer noch zu den wohlhabendsten der Welt gehört, wird durch Abtreibung aus »sozialen« Gründen jährlich eine Stadt von der Bevölkerung Ulms ausgetilgt. Der einzige Grund: unerwünscht! In kommunistischen Ländern saßen viele Christen in Gefängnissen, nur aus dem einen Grund: unerwünscht!

Wie schön ist es dagegen, wenn wir erwünscht und herzlich eingeladen sind. Wie wohltuend ist es, wenn wir als Gäste willkommen sind und der Gastgeber beim Empfang sagt: »Ich freue mich sehr, dass du gekommen bist!« Haben Sie einmal gedacht, dass Sie und ich auch bei Jesus so ganz persönlich erwünscht sind?

Wer ist denn der, der so sehnlichst auf uns wartet? Es ist der Menschensohn, der Weltenrichter, ja, es ist der Schöpfer des ganzen Universums und allen Lebens. Er wartet auf jeden Einzelnen von uns – jeder ist ihm wertvoll und willkommen. Bedenken wir weiterhin: Der, der uns erwartet, trägt sichtbar das Zeichen des Gekreuzigten. Er ist kein anderer als der, der in diese Welt gekommen ist, um uns zu erlösen, uns zu dienen. Sogar in der Herrlichkeit Gottes begegnet er uns als der Dienende: »Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen« (Lukas 12,37). Ist das noch für uns vorstellbar? Der Herr aller Herren und der König aller Könige wird sich gürten, um uns zu dienen. Wir dürfen nur nicht verpassen, seine Einladung auch anzunehmen.

Werner Gitt

Donnerstag, 27. Februar 2025: Zu Tode gekuschelt, 1. Korinther 13,4-5

Ein kleiner Junge aus dem US-Bundesstaat Georgia musste eine schmerzhafte Lektion lernen, als er seinen Goldfisch aus dem Aquarium nahm, um mit ihm zu kuscheln. Die Mutter des Jungen berichtet: »Wir brachten Everett ins Bett und schauten im Wohnzimmer einen Film. Als wir nach einiger Zeit nach dem Vierjährigen schauten, stand ein Stuhl an der Kommode und der Deckel des Aquariums war offen. Der Kleine schlief friedlich im Bett und hielt den leblosen Goldfisch in der Hand.« Als Everett später begriff, was er getan hatte, war er sehr traurig. Er wollte Liebe zeigen, aber das, was er unter Liebe verstand, hat dem Objekt seiner Zuneigung nur Schaden zugefügt.

Der Vierjährige handelte in Unwissenheit. In der Bibel treffen wir jedoch einen Menschen, der Ähnliches tat, obwohl er es eigentlich besser wissen musste. Sein Name: Amnon. In 2. Samuel 13 erfahren wir, dass er in seine schöne Halbschwester Tamar verliebt war. Aus »Liebe« lockte er sie eines Tages in sein Zimmer, fiel über sie her und vergewaltigte sie. Seine vermeintliche Liebe brachte dem Mädchen nur großes Unglück.

Oft handeln wir nach dem Motto: »Ich liebe mich, und dafür brauche ich dich!« Doch wahre Liebe »sucht nicht das Ihre«, wie unser Tagesvers sagt, »sondern das des anderen« (1. Korinther 10,24). Wenn wir also unseren Ehepartner, unsere Kinder und Enkelkinder oder andere Menschen nicht »zu Tode lieben« wollen, wie Everett es mit seinem Goldfisch tat, dann sollten wir das folgende Zitat der Schauspielerin Katharine Hepburn beherzigen: »Liebe ist nicht das, was du erwartest zu bekommen, sondern das, was du bereit bist zu geben.« Jesus ist hierin unser großes Vorbild. Er liebte uns zu unserem Besten und gab dafür sein eigenes Leben hin.

Peter Güthler

Mittwoch, 26. Februar 2025: 30 Jahre!, Jeremia 32,19

Sie stand im Verdacht, 1991 an einem Schusswaffen-Angriff auf die US-Botschaft in Bonn beteiligt gewesen zu sein. 1993 soll sie mit anderen einen Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt verübt haben. Von 1999 bis 2016 soll sie zudem mit zwei Komplizen eine ganze Serie von schweren Raubüberfällen verübt haben, um sich das Leben im Untergrund zu ermöglichen. Doch nach über 30 Jahren Fahndung wurde die mutmaßliche RAF-Terroristin Daniela K. am Abend des 26. Februar 2024, heute vor einem Jahr, in einer Wohnung in Berlin festgenommen. 30 Jahre hatte sie es geschafft, sich vor den Ermittlern verborgen zu halten. 30 Jahre bestand wenig Aussicht darauf, dass die heute 66-Jährige einmal für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen würde.

Natürlich ist bei Abfassung dieses Artikels noch nicht absehbar, ob und gegebenenfalls zu welcher Strafe Daniela K. verurteilt werden wird. Dennoch hat man den Eindruck, dass nun die Gerechtigkeit ihren Lauf nimmt und sie, sollte ihre Schuld bewiesen werden, das erhält, was sie wegen ihrer Taten verdient hat.

Leider ist solch ein Fahndungserfolg nicht die Regel. Oft bleiben Taten oder Täter für die Ermittler verborgen. Zudem ist die irdische Justiz keinesfalls unfehlbar. Der Tagesvers allerdings macht deutlich, dass die göttliche Justiz solchen Schwierigkeiten nicht unterliegt. Vor Gottes Augen bleibt keine Tat und kein Täter verborgen. Und er wird jeden nach seinen Taten zur Rechenschaft ziehen. Diese Aussicht ist ein (begründeter) Schrecken für jeden, der vor Gott auf der Flucht ist und versucht, sich vor ihm zu verbergen. Was hier allein hilft, ist, sich Gott rechtzeitig zu stellen, ihm die Lebensschuld zu bekennen und Frieden und Vergebung zu erfahren, bevor das göttliche Gericht beginnt.

Markus Majonica

Dienstag, 25. Februar 2025: Ausgewogene Nahrung, Psalm 19,8-9

»… das Gebot des HERRN ist lauter, es macht die Augen hell.« Welche Ernährung beschert uns ein gesundes und langes Leben? Ich würde sagen, eine frische, ausreichende, ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung, frei von Schadstoffen oder gar Giftstoffen. Genau das will die Bibel für uns sein, ausreichende und gesunde Nahrung für alles, was uns als Mensch ausmacht: für unser Leben, für unser Handeln, für unseren Willen und für unser Denken (siehe die Tagesverse aus Psalm 19).

Die Seele steht für das Leben und die Bibel ist die vollkommene Nahrung für unser Leben. Sie enthält alles notwendige und erfrischt uns. Weisheit betrifft unsere Lebensführung. Wie gut, wenn wir da einen Ratgeber haben, auf den wir uns absolut verlassen können. Das Herz ist das Zentrum unserer Persönlichkeit. Richten wir uns nach dem, was die Bibel sagt, dann ist es gut und recht, und wir können uns eines guten Gewissens erfreuen. Die Augen (stellvertretend für alle unsere Sinne) sind unser Tor zu Welt und und damit die Grundlage für den Gewinn von Erkenntnis. Die Bibel mit ihrer Botschaft ist klar wie reines Wasser und hat die Fähigkeit unser Denken ebenso hell und klar zu machen.

Ich weiß noch, wie ich als Jungbekehrter beim Lesen auf diese Verse stieß und innerlich jubelte, als ich dieses Selbstzeugnis der Bibel las. Es gab mir Ruhe und Gelassenheit, in der Familie mein absolutes Vertrauen in die Bibel zu bezeugen, auch wenn nicht alle meine Sicht teilten. Es sind Entdeckungen wie diese, die die Liebe zum Wort Gottes mit immer neuer Nahrung versehen. Es sind Entdeckungen wie diese, die die Beziehung zu Gott lebendig machen. Hilfreich ist dabei ein genaues Hinschauen, damit die Wörter und Sätze anfangen können, zu uns zu reden.

Thomas Müller

Montag, 24. Februar 2025: Der richtige Zeitpunkt, Matthäus 6,24-27

Nach unserer Hochzeit waren meine Frau und ich lange mit dem Auspacken der Geschenke beschäftigt. Wir wurden so überreich beschenkt, dass wir am Ende sogar noch ein dickes Plus zu verbuchen hatten. Das fühlt sich dann erst einmal gut an, nach dem Motto: »Finanziell sind wir erst einmal auf der sicheren Seite.«

Doch im gleichen Moment kamen auch Fragen auf: »Ist das wirklich genug Geld? Was ist, wenn es eines Tages aufgebraucht ist?« Solche Gedanken verweisen uns auf das, was Jesus bereits vor 2000 Jahren zeigte: Es gibt nie genug Geld, damit wir uns sicher fühlen. Als Menschen machen wir uns ständig Sorgen um unsere Sicherheit. Deshalb ist auch nie der richtige Zeitpunkt da, um dankbar zu sein oder aus Dankbarkeit seinen Besitz mit anderen zu teilen und das Empfangene weiterzugeben. Jesus warnt uns auch nicht davor, etwas zu besitzen. Aber er zeigt uns, dass wir »durch Sorgen« die wahre Freude und Dankbarkeit in unserem Leben verpassen. Solche uns belastenden Gedanken entstehen daraus, wenn wir in der Vermehrung unseres Besitzes unsere Sicherheit, unsere Zufriedenheit und unser Glück suchen.

Der richtige Zeitpunkt fehlt nicht nur oftmals beim Danken, sondern auch dann, wenn es um den Glauben geht. »Ich werde mich vielleicht später im Leben mit Gott beschäftigen. Aber nicht jetzt, ich habe noch viel vor.« Das Muster ist dasselbe wie beim Ansparen von Geld: Der richtige Zeitpunkt, um dankbar zu sein, wird nie kommen. Stattdessen suchen wir unseren Lebenssinn und unseren Halt in anderen Dingen, denen wir unsere Zeit und Kraft zur Verfügung stellen. Doch wenn wir nie die Entscheidung treffen, unser Leben in Gottes Hand zu geben und dadurch anderen eine Hilfe zu sein, dann wird zuletzt uns selbst nicht mehr zu helfen sein.

Joel Höfflin

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