Sonntag, 23. Februar 2025: Immer gut drauf sein?, Philipper 4,4

Kann das sein? Immer gut drauf? Freude trotz negativer Umstände? Nun, Paulus schreibt den Philipperbrief nicht aus dem Urlaub, sondern aus einem Gefängnis. Er lebt selbst in schwierigen Verhältnissen. Er wird von einer gottlosen Welt angefeindet, er erlebt eifersüchtige und neidische Mitchristen und beobachtet, wie sich Streit und Gesetzlichkeit in der Gemeinde ausbreiten, die er zehn Jahre vor Abfassung dieses Briefes gründen durfte. Und doch schreibt er an ca. 15 Stellen von der Freude und fordert die Christen in Philippi immer wieder auf: »Freut euch!«

Dieser Imperativ zeigt mir: Freude ist Christenpflicht. Denn Freude bietet Schutz und Stärke. Wenn ich gut drauf bin, habe ich auch eine innere Zufriedenheit, die mich nicht so anfällig macht für verrückte Ideen. Außerdem ist eine gute Stimmung in schlechten Umständen ein tolles Zeugnis. Und vielleicht fragen Sie sich jetzt auch: Wie kann man das erleben? Warum kann sich Paulus freuen, obwohl er eigentlich keinen Grund dazu hat?

»Freut euch im Herrn!« Diese Freude hat also mit Jesus Christus zu tun, den Paulus in diesem Brief etwa 40-mal erwähnt. Freude ist also das Ergebnis einer guten Beziehung. Deshalb – Freude ist nicht nur Pflicht, sondern auch Frucht. Sie entsteht durch die Beziehung zu und das Bleiben in Jesus Christus. Sie entspringt dem Bewusstsein tiefer Geborgenheit in IHM. Jesus umgibt mich. Er ist hinter mir, er ist vor mir, über mir, unter mir. Er hat meine Vergangenheit geregelt, er begleitet mich im Alltag, er trägt mich, er weiß um meine Zukunft, und er segnet mich. Ich bin rundum beschenkt durch IHN. Dieses Wissen macht dankbar und froh. So kann man in und durch den Sohn Gottes jemanden haben, der einem in allen Situationen Kraft gibt.

Hartmut Jaeger

Samstag, 22. Februar 2025: Niemand kennt mich wirklich, Psalm 33,13-15

Sind wir das, was andere gerade von uns hören und sehen? Nicht unbedingt. Wir schließen uns manchmal der Meinung anderer an, um nicht aufzufallen oder anzuecken, obwohl das, was ein anderer sagt, nicht unbedingt unsere persönliche Überzeugung ist. Niemand bemerkt, wenn wir uns verstellen. Unser Äußeres ist wahrnehmbar, aber nicht unser Inneres, das, was wir denken. Niemand weiß also, wer oder wie wir wirklich sind.

Völlig anders ist die Sachlage bei Gott. Er hat uns in seinem Wort mitgeteilt, dass vor ihm alles offen und aufgedeckt ist. Der Apostel Johannes schildert uns in seinem Evangelium (Johannes 1,43-50) folgende Begebenheit: Philippus wurde von Jesus aufgefordert, ihm nachzufolgen. So hatte Philippus die Gelegenheit, Jesus aus der Nähe kennenzulernen. Er war dann so beeindruckt von Jesus, dass er das sofort weitererzählen musste. So ging Philippus zu seinem Freund Nathanael. Der saß unter einem Feigenbaum und konnte nicht glauben, was ihm sein Freund erzählte: Ich habe den gefunden, von dem Mose bereits im Alten Testament geschrieben hat und den auch die Propheten angekündigt haben – Jesus aus Nazareth. Er forderte ihn auf, mitzukommen. Noch zurückhaltend, aber neugierig geworden, ging Nathanael mit. Völlig überrascht erlebte er, dass Jesus nicht nur den Ort kannte, wo er sich aufgehalten hatte, sondern sogar über seinen Charakter Bescheid wusste.

Gott kennt alle Menschen. Er sieht in das Innerste jedes Menschen, kennt alle unsere geheimsten Gedanken und Taten! Das meiste davon sollte lieber nicht in die Öffentlichkeit gelangen, denken wir. Aber vor Gott können wir nichts verbergen. Manche erschrecken bei dem Gedanken, dass ihr Innerstes aufgedeckt ist. Andere sind froh darüber, wenn ihnen ihre Schuld endlich vergeben wird.

Sebastian Weißbacher

Freitag, 21. Februar 2025: Gott spricht alle Sprachen, Apostelgeschichte 2,4-6

»Aweile ess Schluss, du bischt doch neme ganz kloor und iwwarzwersch, ma hat nor Huddel met dehr.«

Heute ist internationaler Tag der Muttersprache. Das, was Sie vielleicht gerade mit Mühe versucht haben zu lesen und zu verstehen, ist »saarländisch«. Es bedeutet: »Jetzt ist Schluss, du bist doch nicht mehr richtig bei Verstand und widerspenstig, man hat nur Probleme mit dir.« Als »eingefleischter« Saarländer fällt es mir leicht, unsere Mundart zu reden und zu verstehen. Ich bin damit groß geworden. Saarländisch spreche ich besser als hochdeutsch, obwohl ich weiß, dass unser Dialekt in Deutschland keinen guten Ruf hat.

Am Anfang der Apostelgeschichte wird darüber berichtet, dass die von Jesus erwählten Apostel in Jerusalem vom Heiligen Geist erfüllt wurden, zu den Volksmengen sprachen und jeder Zuhörer (es waren zu diesem Zeitpunkt viele Ausländer in der Stadt) sie in der eigenen Mundart und Muttersprache verstehen konnte. Gott nimmt also die Sprachen und Dialekte der Menschen ernst, um jeden zu erreichen!

Die Apostel legten nur wenige Wochen nach der Himmelfahrt Jesu an jenem Tag in Jerusalem durch das übernatürliche Wirken Gottes den Grundstein dafür, dass das Evangelium über Jesus Christus, den Sohn Gottes, in alle Welt getragen wurde. Und das bis heute! Die Sprachbarriere, die seit dem Turmbau zu Babel durch die Vervielfachung der bis dahin einen Sprache der Menschen bestand, war nun aufgehoben. Die gute Nachricht von Jesus Christus sollte in alle Sprachen übersetzt werden und alle Menschen erreichen. Sogar in Saarländisch, wenn sich einer die Mühe macht, die es in diese Mundart zu übersetzen. Entscheidend ist aber der Inhalt, der darin weitergegeben wird: Jesus kam in diese Welt, um uns von unseren Sünden zu retten!

Axel Schneider

Donnerstag, 20. Februar 2025: Ein Skeptiker kommt zu Jesus, Johannes 1,49

Die Geschichte jeder Bekehrung zu Jesus Christus ist eine ganz persönliche und einzigartige Angelegenheit. Für einige ist die Hinwendung zu Jesus eine verhältnismäßig einfache Sache: Sie erkennen sich plötzlich als Sünder und entdecken, dass Jesus und nur Jesus die Antwort auf ihre Probleme ist. Andere kommen zu ihm durch ein Meer von Zweifeln und Vorurteilen. Einer von ihnen war Nathanael.

Der erste Schritt, den er in Richtung Jesus tat, bestand darin, dass er ungehemmt Spott und Zweifeln freien Lauf ließ: »Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?« Die Reaktion war nicht sehr taktvoll seinem Freund Philippus gegenüber, der ihm begeistert vom Messias erzählte. Immerhin hatte Nathanael Argumente zu glauben, Philippus sei einer hinterwäldlerischen Sekte auf den Leim gegangen. Der verheißene Messias musste doch in Bethlehem geboren werden und nicht in Nazareth. So hatte er es aus dem Alten Testament in Micha 5,1 gelernt. Viele Menschen haben noch nicht einmal diesen ersten Schritt getan. Sie glauben nicht an Jesus, aber wissen nicht, warum.

Wie wurde aus dem Skeptiker ein begeisterter Anhänger Jesu? Nathanael hatte eine persönliche Begegnung mit dem Messias. Jesus anerkannte, dass er durch und durch ehrlich war. »Siehe ein Israelit, in dem kein Trug ist!« Nathanael fragte erstaunt: »Woher kennst du mich?« Jesus nannte ihm präzise Details aus seinem Leben: »Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.« Was dann geschah, ist schwer zu beschreiben. Nathanael merkte: Hier steht jemand vor mir, der alles weiß und der mich ganz und gar kennt. Es kann sich nur um den allwissenden und allmächtigen Gott handeln. Jesus hatte seine Zweifel ernst genommen. Aber in seiner Gegenwart lösten sie sich auf wie Nebel in der Morgensonne.

Gerrit Alberts

Mittwoch, 19. Februar 2025: Gottes Schöpferkraft, Psalm 33,9

Neulich sagte mir ein Freund: »Wenn mir jemand erzählen will, er habe die Fotosynthese durchschaut und verstanden, dann beweist er mir damit nur, dass er von Quarks und Quanten noch nichts gehört hat.« Mit »Quarks« meinte er natürlich nicht verschiedene Milchprodukte und mit »Quanten« nicht die Füße des Professors Planck, sondern die unvorstellbar kleinen Bausteine der Protonen und Neutronen in den Kernen der Atome. Gerade auf diese wohl allerkleinsten Teilchen richtet sich zurzeit nämlich die Aufmerksamkeit derjenigen Forscher, die die letzten Geheimnisse der Fotosynthese ergründen wollen – bislang aber noch keinen Durchbruch erzielen konnten.

Doch auch wenn das eines Tages gelingen sollte, wird das der unendlichen Majestät des Wortes aus Psalm 33,9 nicht den geringsten Abbruch tun. Auch dann nicht, wenn wir Menschen nur die Entdecker ehren. Denn noch immer bleibt der riesige Unterschied bestehen zwischen dem Entwickler einer genialen Maschine und dem, der nur dahinterkommt, wie sie funktioniert.

Man muss nur die Kosten-Nutzen-Rechnung bei menschlichen Maschinen mit der der Fotosynthese vergleichen, um den unvorstellbar größeren Mehrwert dieser Erfindung zu erkennen. Wenn wir Menschen den Prozess nicht beeinflussen, arbeitet sie mit 100 % Recycling, hinterlässt also keine giftigen oder anderweitig schädlichen Reste. Die Umwandlung von Licht, Wasser und Kohlenstoffdioxid mittels Energiepotenzialen in Sauerstoff und Glukose bedient sich ausschließlich natürlich vorhandener Ressourcen. Dazu kommt, wie viel Krach menschliche Maschinen verursachen, und wie geräuschlos die Fotosynthese-Maschine läuft, die doch zurzeit 8 Milliarden Menschen und alle Tiere und Pflanzen, die kein Blattgrün haben, am Leben erhält.

Hermann Grabe

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