Freitag, 14. Februar 2025: Bedürfnisse, Epheser 5,28

Auf meiner Seite des Ehebetts hängt seit 37 Jahren dieser Spruch: »Liebe ist, die wahren Bedürfnisse des anderen zu erforschen und zu stillen suchen!« (Auf der Seite meiner Frau hängt ein anderer Spruch. Für sie eben.) Dieser Spruch drückt u. a. aus: Unser ganzes Wesen ist von Natur aus eine einzige große Bedürftigkeit. Wir sind unvollständig, vorläufig, leer und doch so vollgestopft – ein einziger Notschrei zu dem, der die verwirrten Fäden lösen und wieder ordnen kann, was uns entglitten ist.

C. S. Lewis beschrieb einmal, was die Liebe eines Mannes zu seiner Frau umfasst. »Bedürftige Liebe sagt von einer Frau: ›Ich kann nicht leben ohne sie‹, schenkende Liebe möchte ihr Glück, Trost, Schutz und – wenn möglich – den Genuss eines schönen, lebenswerten Lebens verschaffen; wertschätzende Liebe schaut, hält den Atem an und verstummt, frohlockt, dass es ein solches Wunder gibt – verzweifelt nicht ganz, wenn es sie verliert, will lieber den Verlust ertragen, als es nie geschaut zu haben.«

Als Gott dem Mann eine Frau erschuf, machte er ihm eine Gehilfin, die ihm entsprach. Das war von Anfang seine Idee. Sie musste nicht gleich sein, sondern Eva war ungleich, verschieden. Und trotzdem war sie genau passend. Sie war in allem das, was Adam in seiner Bedürftigkeit brauchte. Und Adam war so, wie Eva es brauchte. Gottes Idee war nicht ein Duell, sondern ein Duett. Die Frau braucht sich nicht emanzipieren, sondern darf sich mit allen ihren Begabungen und Eigenarten zu ihrem Mann, hinter ihn und neben ihn stellen. Eva war das wertschätzende Geschenk Gottes an Adam!

Es ist eine wunderbare Idee Gottes, wenn Mann und Frau eins sind. Nicht, weil sie, jeder für sich, auf ihre Rechte pochen. Sondern weil sie entsprechend dem Plan Gottes leben und lieben.

Peter Lüling

Donnerstag, 13. Februar 2025: »Highway to Hell«?, Lukas 14,16-17

Zu Fuß bin ich auf dem Heimweg zu unserem Haus. Vor mir fährt ein Auto mit lauter Musik auf ein Grundstück. »I´m on a Highway to Hell«, tönt es aus dem Fenster. Noch immer ist dieses Lied aus dem Jahr 1979 zu hören. Schon immer fand ich es eigenartig. Es vermittelt die Vorstellung, Hölle sei Partytime mit Freunden. Dabei kann man Bescheid wissen, was Hölle tatsächlich ist, weil es sie weltweit gab und gibt. Leute, die Schlimmes erlebt haben sagen: »Es war die Hölle!« Menschen, die das KZ überstanden haben, sagen: »Es war die Hölle!« Menschen, deren Häuser im Ukrainekrieg oder im Gazakrieg zerstört wurden, erlebten »die Hölle«. Überall, wo Menschen, um ihr Leben bangen, keine Zukunft sehen, Ungerechtigkeit, Angst und Schrecken durchleben, da ist »Hölle auf Erden«.

Hölle ist auch da, wo Gottes Anwesenheit nicht erwünscht ist. Ihm wird kein Zutritt, keine Teilhabe gewährt. Er darf nicht bestimmen. Ohne Gott bleiben dann aber auch Dunkelheit, Ungerechtigkeit, Gewalt, Hass, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit. Es gibt keine Liebe, keine Freude und keinen Frieden. Die Vorstellung, dass nach dem Tod die Hölle ein Ort der großen Party sein soll, ist also völlig abwegig. Wenn schon hier Hölle ist, wo Gott keine Rolle mehr spielt, dann ist es ohne Gott nach dem Tod auf keinen Fall besser, ja, sogar noch weitaus schlimmer, denn dann ist alles endgültig.

Die »Party«, das große Fest, findet stattdessen bei Gott im Himmel statt. Und er lädt immer noch dazu ein. Dorthin können wir kommen, weil Jesus am Kreuz für uns »durch die Hölle gegangen ist«. Jesus ablehnen bedeutet, Gott ablehnen, den Himmel ablehnen, das große Fest dort ablehnen. Es bedeutet, die Ewigkeit ohne Gott zu wählen und alles Gute, das von Gott kommt, abzulehnen.

Manfred Herbst

Mittwoch, 12. Februar 2025: Der Einzelne, Johannes 1,48

In totalitären Staaten und Ideologien ist es wichtig, dass alle gleich denken, quasi im Gleichschritt marschieren. Der Einzelne spielt keine große Rolle, ja, er ist eigentlich unwichtig. Das wirkt sich dann leicht so aus, dass ein Menschenleben viel weniger Wert geachtet wird. In Kriegen ist das besonders krass: Zahllose Opfer werden in Kauf genommen und geradezu zynisch als unvermeidbar zum Wohl des Ganzen erklärt.

In der Bibel können wir die sehr schöne Entdeckung machen, dass Gott immer wieder einzelne Menschen aus der Menge herausruft, würdigt und wertschätzt. So hat er Noah vor der Sintflut bewahrt und mit ihm nach der Flut die Menschheitsgeschichte fortgeführt. Später hat er mit Abraham die Geschichte des Volkes Israel begonnen. Auch im Neuen Testament finden wir viele Begegnungen mit Einzelnen. Oft waren es solche, die am Rand standen und in der Gesellschaft isoliert waren, um die sich Jesus kümmerte. Der Zöllner Zachäus z. B. war der Menge vorausgelaufen und wollte von einem Baum aus Jesus sehen (Lukas 19). Doch Jesus sah ihn, sprach ihn an und lud sich in sein Haus ein – was ein entscheidender Wendepunkt im Leben des Zachäus wurde.

Jesus sieht den Einzelnen! Dafür könnte man noch viele Beispiele nennen. Und heute? Was ist mit solchen, die in der Masse untergehen? Die keinen Menschen mehr haben, zu dem sie in Not und Bedrängnis, Einsamkeit und Trauer gehen können? Auch diese hat Jesus im Blick. Er ruft sie durch sein Wort, durch das Evangelium, das auf vielfältige Weise weitergegeben und verkündet wird – auch durch diesen Kalender! Es ist so unsagbar wichtig, ihm zu antworten und eine Beziehung zu ihm aufzunehmen. Denn sein Zuspruch, seine Hilfe, sein Beistand stehen auch dann zur Verfügung, wenn man keinen Menschen mehr hat.

Martin Reitz

Dienstag, 11. Februar 2025: Stark bleiben in schwierigen Zeiten, Johannes 16,33

»Stark bleiben in schwierigen Zeiten«, so ist die Titelseite unseres Krankenkassen-Magazins überschrieben; mit dem Foto einer meditierenden jungen Frau im Grünen. In dem Artikel geht es um einen langzeitverletzten Fußballprofi und eine berufstätige Vierfachmutter. Da gibt es oft stressige Situationen, die zum Verzweifeln sind. Wie gehen die beiden mit diesen Herausforderungen um? Wie geht es Ihnen in solch schwierigen Zeiten? Bleiben Sie wie ein gut verwurzelter, starker Baum stehen, der dem Sturm standhält – oder werden Sie wie ein schlecht verwurzelter Baum umgelegt? Das Krankenkassen-Magazin meint dazu, dass eine gewisse Gelassenheit, ein gesundes Selbstbewusstsein und eine innere Stärke es uns ermöglichen, jede Lebenssituation zu meistern. Ganz einfach, oder? Doch leider wird in dem Magazin nirgendwo so richtig erklärt, was genau innere Stärke ist und wie man sie erreicht. Eine ganze Branche von Trainern und Lebensberatern müht sich mit diesen Fragen ab, allzu oft nur gegen ein hohes Honorar.

Tatsächlich zeigt uns die Bibel (kostenlos!), wie man das Leben wirklich meistern kann: Indem wir es Jesus Christus anvertrauen. Denn er sagt: 1. »In der Welt habt ihr Drangsal; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden« (Johannes 16,33). Das Wissen darum, dass Jesus über allen Problemen des Lebens steht, schenkt Gelassenheit. 2. »Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch bis zum Ende der Zeit« (Matthäus 28,20). Das Wissen darum, dass Jesus mit mir ist und mich nie verlässt, schenkt mir Vertrauen, dass ich nie allein bin.

Diese Zusagen Jesu gelten jedem, der sich bewusst entscheidet, Jesus nachzufolgen. Nur er gibt eine innere Stärke, mit der man wirklich jede Lebenssituation meistern kann.

Martin Grunder

Montag, 10. Februar 2025: Finde dich selbst?, Matthäus 10,39

Hinter der Selbstfindung stehen oft existenzielle Fragen: »Wer bin ich?«, »Was will ich vom Leben?«, »Was sind meine Ziele?« Selbstfindung wird so zum Balance-Akt auf dem schmalen Grat zwischen Individualität (ich bin einmalig und tue Einmaliges) und Konformität (ich bin wie alle, ich tue das Gleiche wie alle). Ich weiß noch, dass ich in meinem Leben oft an Grenzen kam, wo ich mir solche Fragen stellte, Zweifel über mein Leben hatte und keinen befriedigenden Ausweg aus meinem Lebens-Dilemma sah.

Es gibt Selbstfindungskurse, die ermöglichen sollen, dass man seine Stärken (er)kennt, Charakter oder sich als Persönlichkeit entwickelt und lernt, glücklich zu sein. Viele Menschen sind auf der Suche nach sich selbst. Dabei erlebt man nicht selten, dass man sich in allerlei kunterbunten Angeboten der Gesellschaft verstrickt und vom angeblichen Sinn des Lebens geblendet wird.

Der Glaube an Christus gab mir eine aufschlussreiche und beständige Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Der Glaube zeigt völlig andere Perspektiven der Selbstfindung auf. Wenn ich Christus finde, dann finde ich mich selbst, ein Leben, das auf mich ganz persönlich zugeschnitten ist, das lebenswert ist, weil Jesus an meiner Seite ist. Obwohl viele Menschen an Christus glauben, bedeutet Christsein niemals Konformität. Auch als Christen sind wir alle verschieden, und gerade das will Gott. Jeder von uns ist vor Gott ein besonderes Individuum, und daher sind Sie und ich einmalig vor unserem Schöpfer.

Den schmalen Grat meines Balancierens zwischen Individualität und Konformität habe ich mit dem Glauben an Jesus hinter mir gelassen. Ich brauche keine Selbstfindung zu betreiben, ich habe Christus gefunden, ja, noch mehr: Christus hat mich gefunden!

Axel Schneider

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