Montag, 17. Februar 2025: Nicht ohne Gebet, Psalm 50,15

Schon heute gilt der 40. Präsident der Vereinigten Staaten, Ronald Reagan (1911-2004), als einer der ganz Großen. Vom ehemaligen Rettungsschwimmer, Radioreporter und Schauspieler zum Gouverneur und schließlich zum Präsidenten geworden, hat Reagan nachhaltige Spuren in der Welt hinterlassen.

Mit seinem Namen werden Wirtschaftswachstum, Sinken der Arbeitslosenzahl sowie Verteidigung von Freiheit und Moral untrennbar verbunden bleiben. Ein herausragender Platz in der Geschichte ist ihm gesichert, weil er durch Klugheit und Beharrlichkeit (beinahe im Alleingang) in Verhandlungen den Weg dafür bereitete, den Kalten Krieg zu beenden (was auch zum Fall der Berliner Mauer führte), ohne je einen Schuss abgefeuert zu haben.

Menschen, die Reagan näher kannten, führen seine Erfolge auf ein ausgeprägtes Gebetsleben zurück. Einer seiner Berater beschrieb ihn als Mann, »der mit der göttlichen Macht in direkter und vertrauter Beziehung stand«. Ein hoher US-Richter sagte kurz und knapp aus seiner langjährigen Beobachtung: »Er war ein Mann des Gebets.« Ein Biograf sah das »Gebet als einen regelmäßigen Bestandteil seines Lebens und seiner Präsidentschaft«. Selbst während der verschiedenen Kabinettstreffen beobachteten die Anwesenden oft, wie Reagan immer wieder den Kopf senkte und kurz betete.

Wenn sich einer der mächtigsten Männer der Welt bewusst war, ohne die Hilfe von oben nicht auskommen zu können, wie viel mehr dann wir in unseren alltäglichen Nöten. So wie Ronald Reagan Zuflucht und Rat bei Gott suchte, ist das auch für Sie und mich möglich und nötig. Gott macht dabei keinen Unterschied zwischen den Gebeten von Regierenden oder von Regierten. Er wartet nur darauf, dass wir uns vertrauensvoll und im Glauben an ihn wenden.

Martin von der Mühlen

Sonntag, 16. Februar 2025: »Ich musste kommen!«, Philipper 2,9-11

Am 16. Februar 2024 starb der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny. Von einigen im Volk verehrt, wurde der Vorwurf erhoben, er sei unrechtmäßig von der russischen Regierung inhaftiert worden. Die Haftumstände sollen dramatisch gewesen sein, seine Todesursache blieb lange ein Geheimnis. Eine öffentliche Beisetzung sollte zunächst nicht stattfinden, nach vielen Protesten wurde er jedoch öffentlich zu Grabe getragen.

Dieser Beerdigung beizuwohnen war ein großes Risiko. Viele Menschen, die gekommen waren, mussten dafür ihre Angst überwinden, so wie die Frau, die bekannte: »Ich konnte nicht anders. Ich musste kommen. Es war sehr beängstigend. Wir kamen früher an, standen und versteckten die Blumen vor den Kameras. Es ist sehr schwer, das durchzustehen. Ich habe keine Angst. Keine noch so große Angst kann die Trauer über den Verlust dieser Persönlichkeit übersteigen.«

Das erinnert mich an einen anderen Mann, der auch unrechtmäßig gefangen genommen wurde: Jesus Christus. Bei ihm konnte man definitiv keine Schuld feststellen, trotzdem wurde er verurteilt. Doch zu seiner Hinrichtung kamen nur wenige. Zwei Männer bestatteten ihn, das war?s. Man hätte ihn als einen großen Helden verehren müssen, aber viele waren mit Blindheit geschlagen oder sogar froh, ihn endlich los zu sein. Die Angst, an seinem Kreuz gesehen zu werden, war zu groß. Und doch hätte er dies mehr als verdient gehabt, denn er starb, um uns von unserer Sünde und Schuld zu befreien. Das konnte er, weil er selbst sündlos war.

Doch der wesentliche Unterschied zu Nawalny ist: Zu Jesus Christus kann auch jetzt noch jeder kommen, der will. Denn er ist vom Tod auferstanden und lebt. Und er kann allen, die an ihn glauben und sich zu ihm bekennen, ewiges Leben schenken.

Tim Petkau

Samstag, 15. Februar 2025: Umzug, 2. Korinther 5,17

Vor ein paar Wochen sind wir als Familie umgezogen. Das war ein guter Grund, mal wieder auszusortieren, Sachen zu verschenken und wegzugeben. Denn obwohl wir nur vier Jahre in der bisherigen Wohnung gewohnt haben, war das Zeit genug, eine Menge Sachen anzuhäufen. Mit diesem Umzug waren besonders zwei Gefühle verbunden: Bedauern, das Alte, Gute aufzugeben, und die Hoffnung, etwas Neues, Besseres zu bekommen. Gott sei Dank hat sich das zweite Gefühl bewahrheitet, und wir leben uns langsam im neuen Zuhause ein.

Während wir nun alles schön einrichten und wohnlich machten, musste ich über Neuanfänge nachdenken. Wäre es nicht schön, alle Fehler und eigenes Versagen hinter sich lassen zu können, um noch einmal ganz von vorn anzufangen? Wie schön ist die Nachricht, dass genau das geht. Klar, mit manchen Konsequenzen vergangener Taten wird man sein Leben lang zurechtkommen müssen. Dennoch ist ein Neuanfang bei Gott möglich. Der Tagesvers sagt genau das – wenn wir »in Christus« sind, sind wir neu gemacht.

Aber wie geht das, »in Christus« zu sein? Das bedeutet, dass ich meine Verlorenheit, mein Versagen eingestehe und es vor Gott bringe. Es bedeutet, dass ich bekenne, Fehler gemacht zu haben, und zugebe, dass ich aus mir selbst heraus nicht in den Himmel kommen kann. Und dann nehme ich das Angebot Gottes an, der seinen Sohn Jesus auf die Erde gesandt hat, um für unsere Sünde am Kreuz zu sterben. Dann bin ich »in Christus« und eine neue Schöpfung. Das ist der persönliche Neuanfang. Nicht nur mit, sondern in Christus – für immer, und ohne es je zu bereuen. Es ist wie bei einem Umzug – Erleichterung und Freude über die Möglichkeit, neu zu starten. Dem Alten allerdings trauert man überhaupt nicht mehr nach.

Rebecca Grimm

Freitag, 14. Februar 2025: Bedürfnisse, Epheser 5,28

Auf meiner Seite des Ehebetts hängt seit 37 Jahren dieser Spruch: »Liebe ist, die wahren Bedürfnisse des anderen zu erforschen und zu stillen suchen!« (Auf der Seite meiner Frau hängt ein anderer Spruch. Für sie eben.) Dieser Spruch drückt u. a. aus: Unser ganzes Wesen ist von Natur aus eine einzige große Bedürftigkeit. Wir sind unvollständig, vorläufig, leer und doch so vollgestopft – ein einziger Notschrei zu dem, der die verwirrten Fäden lösen und wieder ordnen kann, was uns entglitten ist.

C. S. Lewis beschrieb einmal, was die Liebe eines Mannes zu seiner Frau umfasst. »Bedürftige Liebe sagt von einer Frau: ›Ich kann nicht leben ohne sie‹, schenkende Liebe möchte ihr Glück, Trost, Schutz und – wenn möglich – den Genuss eines schönen, lebenswerten Lebens verschaffen; wertschätzende Liebe schaut, hält den Atem an und verstummt, frohlockt, dass es ein solches Wunder gibt – verzweifelt nicht ganz, wenn es sie verliert, will lieber den Verlust ertragen, als es nie geschaut zu haben.«

Als Gott dem Mann eine Frau erschuf, machte er ihm eine Gehilfin, die ihm entsprach. Das war von Anfang seine Idee. Sie musste nicht gleich sein, sondern Eva war ungleich, verschieden. Und trotzdem war sie genau passend. Sie war in allem das, was Adam in seiner Bedürftigkeit brauchte. Und Adam war so, wie Eva es brauchte. Gottes Idee war nicht ein Duell, sondern ein Duett. Die Frau braucht sich nicht emanzipieren, sondern darf sich mit allen ihren Begabungen und Eigenarten zu ihrem Mann, hinter ihn und neben ihn stellen. Eva war das wertschätzende Geschenk Gottes an Adam!

Es ist eine wunderbare Idee Gottes, wenn Mann und Frau eins sind. Nicht, weil sie, jeder für sich, auf ihre Rechte pochen. Sondern weil sie entsprechend dem Plan Gottes leben und lieben.

Peter Lüling

Donnerstag, 13. Februar 2025: »Highway to Hell«?, Lukas 14,16-17

Zu Fuß bin ich auf dem Heimweg zu unserem Haus. Vor mir fährt ein Auto mit lauter Musik auf ein Grundstück. »I´m on a Highway to Hell«, tönt es aus dem Fenster. Noch immer ist dieses Lied aus dem Jahr 1979 zu hören. Schon immer fand ich es eigenartig. Es vermittelt die Vorstellung, Hölle sei Partytime mit Freunden. Dabei kann man Bescheid wissen, was Hölle tatsächlich ist, weil es sie weltweit gab und gibt. Leute, die Schlimmes erlebt haben sagen: »Es war die Hölle!« Menschen, die das KZ überstanden haben, sagen: »Es war die Hölle!« Menschen, deren Häuser im Ukrainekrieg oder im Gazakrieg zerstört wurden, erlebten »die Hölle«. Überall, wo Menschen, um ihr Leben bangen, keine Zukunft sehen, Ungerechtigkeit, Angst und Schrecken durchleben, da ist »Hölle auf Erden«.

Hölle ist auch da, wo Gottes Anwesenheit nicht erwünscht ist. Ihm wird kein Zutritt, keine Teilhabe gewährt. Er darf nicht bestimmen. Ohne Gott bleiben dann aber auch Dunkelheit, Ungerechtigkeit, Gewalt, Hass, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit. Es gibt keine Liebe, keine Freude und keinen Frieden. Die Vorstellung, dass nach dem Tod die Hölle ein Ort der großen Party sein soll, ist also völlig abwegig. Wenn schon hier Hölle ist, wo Gott keine Rolle mehr spielt, dann ist es ohne Gott nach dem Tod auf keinen Fall besser, ja, sogar noch weitaus schlimmer, denn dann ist alles endgültig.

Die »Party«, das große Fest, findet stattdessen bei Gott im Himmel statt. Und er lädt immer noch dazu ein. Dorthin können wir kommen, weil Jesus am Kreuz für uns »durch die Hölle gegangen ist«. Jesus ablehnen bedeutet, Gott ablehnen, den Himmel ablehnen, das große Fest dort ablehnen. Es bedeutet, die Ewigkeit ohne Gott zu wählen und alles Gute, das von Gott kommt, abzulehnen.

Manfred Herbst

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