Montag, 21. September 2020: Ohne Meister geht es nicht!

2004 entbrannte Streit um den sogenannten Meisterzwang. Zu dieser Zeit unterlagen noch 94 Berufe der Anforderung, dass sie selbständig nur durch Personen ausgeübt werden konnten, die über einen Meisterbrief verfügten oder zumindest einen Meister beschäftigten. Die Befürworter einer Lockerung dieser Regelung hatten durchaus gute Beweggründe: Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit wollte man den Weg in die Selbständigkeit erleichtern. Auf der anderen Seite stand die Sorge um die Qualität handwerklicher Dienstleistung. Viele klebten daher Aufkleber mit dem Spruch »Ohne Meister geht es nicht« auf ihre Fahrzeuge.
Dass der Meisterbrief grundsätzlich ein wichtiger Anhaltspunkt für hohe Fachkompetenz und Arbeitsqualität ist, darin besteht allerdings nach wie vor weitgehend Einigkeit. Daher gilt in 41 Sparten des sogenannten Vollhandwerks weiterhin der Meisterzwang. Der Meisterbrief ist mittlerweile dem universitären Bachelor-Abschluss gleichgestellt. Und die Stimmen mehren sich, den Kanon der meisterpflichtigen Handwerksberufe wieder auszuweiten. Denn ein Meister versteht etwas von seinem Fach.
Deswegen finde ich es auch nicht erstaunlich, dass Jesus Christus von vielen Menschen als »Meister« angeredet wurde. Mag diese Anrede für einen öffentlich wirkenden Lehrer nicht unüblich gewesen sein, so spricht sie doch davon, dass man ihm große Sachkunde in den Fragen, mit denen er sich beschäftigte, attestierte. Allerdings ging es bei Jesus Christus (der übrigens gelernter Zimmermann war) nicht um Handwerk. Er beschäftigte sich vielmehr mit den zentralen Fragen des Lebens. Und dass er hier konkurrenzlos war, macht sein Jünger Petrus deutlich: »Du hast Worte ewigen Lebens!« Ohne diesen Meister geht es nicht.

Markus Majonica
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Frage
Welche Bedeutung haben für Sie Verlässlichkeit, Treue, Sachverstand und Nachhaltigkeit?
Tipp
Das alles findet man bei Jesus Christus im Blick auf ein Leben, das unvergänglich ist.
Bibellese
Johannes 14,1-14

Sonntag, 20. September 2020: Papa!

Vor vielen Jahren habe ich beruflich einige Monate in Israel verbracht. Natürlich besuchte ich auch Jerusalem. An einem frühen Abend ging ich zum Platz unterhalb der Klagemauer. Ich kam über eine Treppe, die der Klagemauer in etwa gegenüberliegt und sich westlich vom Tempelberg befindet. Während ich von dieser etwas erhobenen Stelle aus das Geschehen betrachtete, stand neben mir ein Israeli, der seinem Sohn die Stadt zeigte. Dieser Sohn war noch recht klein, etwa 8 oder 9 Jahre alt. Immer wieder erklärte der Vater etwas, und der Sohn fragte nach. Ich habe nicht verstanden, über was die beiden geredet haben. Aber beide wirkten sehr vertraut, wie das bei Vater und Sohn sein kann, wenn alles gut ist. Der Mann ging fürsorglich auf seinen Sohn ein. Und wenn der Sohn seinen Vater ansprach, nannte er ihn immer wieder ganz zärtlich auf Hebräisch: Abba (also Papa)!
Wie viel Beziehungsqualität kann in so einer Anrede liegen! Sie spricht von unbedingtem Vertrauen, gegenseitiger Liebe, großer Nähe und Exklusivität. Nun mag schon unter Menschen eine solche ungetrübte Vater-Kind-Beziehung nicht selbstverständlich sein. Wie viel weniger kann man sich eine solche Beziehungsintensität zu Gott vorstellen. Ist er doch unglaublich heilig, ewig, mächtig und damit irgendwie unnahbar. Wenn überhaupt, so kann eine Annäherung an ihn allenfalls unter Wahrung eines weiten Abstands geschehen. Ein so inniges Vater-Kind-Verhältnis mag dem Sohn Gottes Jesus Christus vorbehalten sein. Doch der Apostel Paulus lehrt hier im Brief an die Galater zu Recht, dass jeder Mensch, der an den Sohn Gottes glaubt, selbst den »Geist der Sohnschaft« (Römer 8,15) empfängt und daher mit vollem Recht zu Gott Abba – Papa, lieber Vater – sagen darf.

Markus Majonica
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Frage
In welchem Verhältnis stehen Sie zu Gott?
Tipp
Um Christi willen kann jeder ein Kind Gottes werden.
Bibellese
Galater 4,1-7

Samstag, 19. September 2020: Lernen.Leben.Lehren.

Wer etwas im Leben anderer verändern möchte, benötigt (mindestens) drei Eigenschaften. Zum einen braucht man unbedingt Sachkompetenz. Diese muss man sich – manchmal mühsam – aneignen. Zudem darf das Gelernte nicht nur Theorie bleiben. Die Glaubwürdigkeit eines Menschen hängt entscheidend davon ab, ob er das, was er zu wissen vorgibt, auch umsetzt. Schließlich muss man gewillt und in der Lage sein, das Gelernte und Gelebte weiterzugeben, und zwar so, dass andere es verstehen. Fehlt es an Sachwissen, entpuppt sich manch hochtrabende Aussage schnell als hohles Geschwätz. Wer die eigenen Erkenntnisse nicht lebt, enttarnt sich schnell als Heuchler. Und fehlt es an dem Willen und der Fähigkeit, etwas weiterzugeben, dann wird das Gelernte und Umgesetzte keine weiten Kreise ziehen.
Die Bibel stellt im Buch Esra einen Mann vor, der diese Qualifikationsmerkmale erkannt und erfüllt hat. Der Titelheld, Esra, hat verstanden, dass die »Spielregeln« Gottes ein verlässliches Fundament für ein gelungenes Leben darstellen. Denn Gott ist unveränderlich, allwissend und absolut gerecht. Deshalb hat Esra sich intensiv mit dem Gesetz Gottes auseinandergesetzt. Er hat weiter verstanden, dass Gottes Gebote nur dann nützlich sind, wenn man sie auch glaubhaft praktiziert. Und er war hoch motiviert, die positiven Auswirkungen biblischer Lebensgrundsätze auf den Menschen an andere weiterzugeben.
Daher dokumentiert das Buch Esra eine Erfolgsgeschichte. Nach einem totalen Zusammenbruch und der Vertreibung der meisten Juden aus ihrer Heimat gelang es Esra, sein Volk, das wieder nach Israel zurückkehrte, grundlegend zu reformieren und das geistliche Leben seiner Zeitgenossen nachhaltig zum Positiven zu verändern.

Markus Majonica
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Frage
Wo haben Sie das oben beschriebene Prinzip schon angewandt?
Tipp
Was man aus der Bibel lernen kann, ist von größter Bedeutung und Tragweite – wenn man es anwendet.
Bibellese
Esra 7,1-28

Freitag, 18. September 2020: Neuland

Ich betrat das Klassenzimmer und begrüßte meine Schüler, wie in Bayern durchaus üblich, mit einem herzlichen »Grüß Gott«. Eine erwachsene Schülerin, die im kommunistischen Russland aufgewachsen war, meldete sich und fragte mich, wen ich denn da grüßen würde. Wer denn das sei, Gott, fragte sie weiter. Ich vermutete eine Provokation, aber im Verlauf des Gesprächs stellte sich heraus, dass meine Schülerin tatsächlich noch nie in ihrem Leben das Wort »Gott« gehört hatte. Sie kannte nicht nur Gott nicht, hatte also keine Beziehung zu ihm, sondern hatte überhaupt noch nie etwas von einem Wesen namens »Gott« gehört. Die Vokabel »Gott« war ihr genauso fremd wie das, was sich dahinter verbirgt.
Ich war schockiert. Konnte es wirklich sein, dass jemand seit Jahren in Deutschland lebt und noch nie jemanden über Gott hat reden hören? Ein Mensch, der in unserem Land der Vokabel »Gott« noch nie begegnet ist, geschweige denn einem Christen, der mit diesem Gott lebt?
Die Schülerin war interessiert und wollte mehr wissen. Sie war weder voreingenommen noch ablehnend. Sie hatte wirklich noch nie etwas von Gott und seinem Sohn Jesus Christus, der in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, gehört. Sie wusste nicht, dass sie eine Sünderin war, akzeptierte diese Tatsache aber sofort, als ich sie ihr erklärte. Es war für sie, wie wenn man etwas glaubt, was man tief im Innern schon immer geahnt hat, ohne es sich je bewusst gemacht zu haben. Es hatte ihr einfach nie jemand gesagt, dass jeder Mensch einmal im Leben eine Entscheidung für oder gegen Gott treffen muss und dass von dieser Entscheidung die Ewigkeit abhängt. Mein Gebet ist, dass diese junge Frau diese Entscheidung nun getroffen hat.

Gabi Singer


Frage
Haben Sie das Evangelium gehört und verstanden? Haben Sie sich dafür entschieden, Ihr Leben Jesus anzuvertrauen?
Tipp
Nur wer Fragen stellt, kann auch Antworten bekommen.
Bibellese
Apostelgeschichte 17,22-34

Donnerstag, 17. September 2020: Unverhoffte Begegnung

Woher ich diese Geschichte habe, weiß ich inzwischen schon nicht mehr. Doch erzählenswert ist sie noch immer. Eine Studentin in Preston/England stand spätabends, im Dunkeln also und allein, vor einem Geldautomaten. Sie brauchte Geld, um das Taxi zu bezahlen, das sie nach Hause bringen sollte. Da stellte sie fest, dass sie ihre Bankcard nicht dabeihatte, und das Bargeld reichte nicht. Was nun?
Da näherte sich jemand, der an seinen Kleidern leicht als einer zu erkennen war, der nicht auf der Sonnenseite des Lebens stand. »Hast wohl zu wenig Geld?«, murmelte er. Und er bot ihr tatsächlich Geld an, drei Pfund. Die Frau nahm das Geld nicht an. Doch sie kam irgendwie heil nach Hause. Sie war so gerührt, dass sie im Internet eine Fundraising-Kampagne in Gang setzte. Vier Tage lang suchte sie nach ihrem Helden und fand heraus, dass sie keineswegs die Einzige war, der Robbie geholfen hatte: »Je mehr ich über ihn sprach, desto mehr erfuhr ich über ihn, etwa, dass er Passanten verlorene Brieftaschen zurückgegeben hat, dass er Menschen einen Schal angeboten hat, wenn ihnen kalt war«, schrieb sie auf ihrer Kampagnen-Seite im Internet.
Noch viel eindrücklicher muss es gewesen sein, als der Herr Jesus unterwegs war und zahllosen Menschen Hoffnung und Hilfe brachte. Auch er war ohne Zuhause, doch er lag anderen nicht auf der Tasche oder war auf ihre Hilfe angewiesen, sondern brachte den Menschen die gute Botschaft von Gott, der alle in sein Reich einladen will, die ihre Sünden bekennen und zu ihm umkehren. Dazu ging Jesus ans Kreuz, um unsere Strafe zu tragen und uns Hilflose und Verlorene vom Tod zu retten. Seine Hilfe sollte man unbedingt annehmen, wenn man in das ewige Zuhause kommen will, in den Himmel.

Karl-Otto Herhaus


Frage
Sind Sie noch alleine im Dunkeln unterwegs und können nicht nach Hause finden?
Tipp
Jesus kommt auch Ihnen entgegen, um Sie aus Ihrer misslichen Lage zu befreien.
Bibellese
Johannes 9

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