Sonntag, 06. September 2020: Echte Unterstützung?

Es gibt oft beunruhigende Gedanken und Entwicklungen im Leben. Plötzlich wackeln Ehe oder Partnerschaft, Freunde wenden sich ab, Kinder gehen unerwartete Wege. Vielleicht ging die Arbeitsstelle verloren, finanzielle Veränderungen traten ein – wie wird man aus diesem oder jenem Schlamassel wieder herauskommen? Oder es gab bedrohliche Entwicklungen aufgrund eigener Fehler? Vielleicht traten schlimme Folgen ein oder bahnten sich an. Wie soll es weitergehen? Feste Stützen brachen weg, was man sich aufbaute, hielt plötzlich nicht mehr. Derartige Erfahrungen können dazu führen, dass man ins Wanken gerät, den festen Boden verliert und hilflos nach verschiedenen Stützen greift, die sich aber bald als unzuverlässig erweisen.
Und in diese Situation kommt das unmoderne Wort »Gnade«. Was soll das und wie soll das helfen? Gnade ist eine unverdiente Zuwendung. Eine unerwartete Hilfe, eine Freundlichkeit ohne jede Ursache in meinem Verhalten. Wo findet man so etwas noch? Bekommt man nicht immer das, was man verdient? Gott ist anders. Er liebt es, gnädig zu sein. Er findet es wunderbar, Menschen helfen zu können. Nein, er ist nicht der, der jede Sünde gleich bestraft! Er ist der, der Sünde vergeben und uns von ganzem Herzen alles erdenklich Gute zuwenden möchte.
Vielleicht haben Sie unruhige Gedanken wie oben beschrieben, Sünden und Fehler fallen Ihnen ein, falsche Entscheidungen martern Ihr Gewissen, Verluste lähmen Sie. Gottes liebevolle Güte ist stark wie die Wassermassen eines Stausees. Nur eine einzige Mauer hält sie zurück: unser Stolz. Das offene Bekennen von Versagen und Schuld und das Zugeben der eigenen Schwäche im Gebet öffnen die Tore für Gottes Zuwendung. Ohne Verdienst. Weil er uns liebt.

Dr. Marcus Nicko


Frage
Nur mit dieser Stütze kann ich leben – und Sie?
Tipp
Gott möchte auch Ihnen helfen. Lassen Sie es zu!
Bibellese
Psalm 94

Samstag, 05. September 2020: Impulskontrolle

September 2018: Seit einigen Wochen sind die Nachrichten voll von Meldungen über Streitigkeiten zwischen jungen Männern, die immer häufiger tödlich enden. Politische Strömungen jeder Art nutzen diese Geschehnisse für ihre Propaganda und säen damit Zwietracht in der Bevölkerung. Die Fronten verhärten sich, wer die aufgebrachte Menge beschwört, besonnen zu sein, wird niedergeschrien.
An all diesen Geschehnissen stören mich zwei Dinge. Kaum einer fragt die Angehörigen der getöteten jungen Männer nach ihrer Meinung, z. B., ob sie es wollen, dass ihre toten Kinder für einen ideologischen Kampf missbraucht werden. Und kaum einer fragt nach der eigentlichen Ursache dieser Dramen, warum aus einem Streit eine tödliche Messerstecherei wird.
Ich meine, der Grund liegt in einer mangelnden Impulskontrolle. Jemand, der ein Messer zieht, um auf einen anderen einzustechen, hat nicht gelernt, sich selbst zu beherrschen. Ist es okay, allen Emotionen freien Lauf zu lassen? Muss man nicht diese Emotionen in die richtigen Bahnen lenken? Ich habe in meinem Leben schon oft erfahren, dass es in der Bibel gute Ratschläge für jede Lebenslage gibt. Am meisten brauche ich diese Ratschläge in der Kindererziehung. Der Tagesvers rät, dass es gut ist, wenn man lernt, sich selbst zu beherrschen. Und angesichts der täglichen Meldungen sehe ich, dass die Bibel damit recht hat. Hätten die jungen Männer, die sich streiten, Selbstbeherrschung gelernt, gäbe es wohl einige Tote weniger zu beklagen. Das Fundament für die Impulskontrolle wird in der Kindheit gelegt. Und wenn es trotzdem daran mangelt, dann muss man es nachholen. Dazu ist Langmut, also Geduld, wahrlich angebracht. Wer Gottes Hilfe dazu in Anspruch nimmt, kann Hoffnung schöpfen.

Anne Paschke
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Frage
Können Sie sich selbst beherrschen?
Tipp
Die Orientierung an der Bibel hilft dabei, den richtigen Weg zu finden.
Bibellese
Psalm 119,161-168

Freitag, 04. September 2020: Hoch hinaus

Gestern war der Tag des Wolkenkratzers. Gelegenheit, sich ein paar Gedanken über die höchsten Häuser der Welt zu machen. Es ist schon eine faszinierende Sache, von einem Hochhaus aus auf einen vorbeifliegenden Hubschrauber herabzuschauen. Solche hohen Häuser zu bauen, ist eine gewaltige technische Herausforderung. Architekten und Bauingenieure entwickeln immer wieder neue Techniken, um so ein hohes Gebäude gegen die seitlich drückenden Kräfte des Windes zu stabilisieren. Einige Jahre lang war der Burj Khalifa in Dubai mit 828 m das höchste Hochhaus der Welt. Allerdings ist der Jeddah Tower in Dschidda (Saudi-Arabien) mit seinen 1007 m nun der absolute Trumpf. Ein 1 km hohes Haus – das beeindruckt!
So spannend die technischen Herausforderungen auch sein mögen, im Wesentlichen sind solche Gebäude Prestigeobjekte. Es geht darum, die Stärke und Wirtschaftskraft des Landes zu demonstrieren. Menschen wollen hoch hinaus, um sich selbst zu beweisen. Das war schon damals beim Turmbau zu Babel so. »Wir wollen uns einen Namen machen.« So wird im 1. Buch Mose 11 die Motivation der Menschen beschrieben. Wie aus der biblischen Geschichte vom Turmbau zu Babel hervorgeht, ist dieses »sich-einen-Namen-Machen« allerdings auch eine Unabhängigkeitserklärung Gott gegenüber. Menschen wollen sich immer wieder selbst beweisen, dass sie auf Gott nicht angewiesen sind. Wir sind intelligent, weise und stark. Wir haben einen Gott über uns nicht nötig. Wir wollen niemanden über uns akzeptieren. Aber genau darin liegt die Schuld der Menschen, dass sie sich von Gott, ihrem Schöpfer, unabhängig gemacht haben. Trotzdem lädt Gott uns ein, zu ihm zu kommen. Denn eigentlich sind wir ohne ihn hilflos, unser irdisches Leben reicht nicht über den Tod hinaus.

Bernhard Volkmann
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Frage
Was halten Sie von dem Gedanken, dass Sie von Gott völlig abhängig sind?
Tipp
Gott ist der Schöpfer und Herrscher des Universums und will doch nicht ohne uns »kleine« Menschen bleiben.
Bibellese
1. Mose 11,1-9

Donnerstag, 03. September 2020: Alle Erdenherrlichkeit vergeht

Heute vor zwei Jahren brannte das brasilianische Nationalmuseum in Rio de Janeiro ab. Die Medien sprachen von einer nationalen Katastrophe; denn in dem 200 Jahre alten Gebäude gingen nicht nur unersetzliche historische Exponate verloren, sondern auch riesige botanische und archäologische Sammlungen und vieles mehr. Man wird sich noch eine ganze Weile mit gegenseitigen Schuldzuweisungen ablenken können; aber schließlich bleibt nur die Tatsache übrig, dass außer riesigen Mengen an Kunstschätzen auch der unermüdliche Sammlerfleiß von Generationen für immer in Rauch und Asche aufgegangen ist.
In unserem Tagesvers waren die Jünger Jesu von der Pracht des Herodianischen Tempels tief beeindruckt; aber ihr Herr sah dessen Untergang voraus, so wie er auch das Ende der gesamten Menschheitsepoche voraussah. Wer ganz nüchtern allein das Vernichtungspotenzial betrachtet, das die Menschen aufgehäuft haben, der kann leicht nachvollziehen, was der Apostel Petrus über das Ende dieser Welt gesagt hat, dass nämlich die Elemente im Brand aufgelöst werden und die Erde und die Werke auf ihr verbrannt werden. Doch Gott hat in seinem Wort einen noch viel gründlicheren Untergang prophezeit, als wir ihn uns selbst bereiten könnten.
Gleichzeitig hat er den Menschen aber auch versprochen, er werde sie für ewig in Sicherheit bringen, wenn sie aufhören, gegen ihn zu opponieren und sich ihm endlich unterordnen. Das heißt, wenn wir sein Urteil über uns anerkennen und ihn um Vergebung unserer Schuld bitten, dann wird er uns retten und in seine wunderbare Herrlichkeit nehmen, die er für alle Glaubenden bereitet hat. Denn für die hat sein Sohn alle Strafe auf sich genommen.

Hermann Grabe
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Frage
Wenn wir Gottes Existenz leugnen, was bedeutet das für Gott? Und was bedeutet das für uns?
Tipp
Gott hat einen ewigen Plan mit uns Menschen, den ihm niemand durchkreuzen kann.
Bibellese
Offenbarung 21,1-8

Mittwoch, 02. September 2020: Sieg für Bismarck bei Sedan

Es gibt Tage in der Geschichte Europas, an denen sich geschichtliche Entwicklungen in einer unerwarteten Weise beschleunigen. Ganze Epochen werden abgeschlossen, und neue Zeitabschnitte beginnen. So war es auch an diesem 2. September 1870, heute vor 150 Jahren. Der Krieg zwischen Frankreich und Deutschland wurde an diesem Tage zugunsten Deutschlands entschieden. Die französische Armee kapitulierte, der Kaiser Napoleon III. dankte ab, und am Ende war Frankreich eine Republik und Deutschland ein Kaiserreich. Das passierte natürlich nicht alles an einem Tag, aber die Niederlage Frankreichs setzte das alles in Gang, und die Deutschen fingen buchstäblich an, »siegestrunken« zu werden. Das nutzte der kühle Rechner Bismarck und schuf die deutsche Einheit, also das »Deutsche Reich«, mit einem Preußen als Kaiser.
Dass Bismarcks Werk nichts Widersinniges war, beweist die Tatsache, dass der Wille zur Einheit Deutschlands die Wiedervereinigung 1990 ermöglichte. Nach den Jahrzehnten des Unglücks und schrecklicher Schuld hatte das Streben der Deutschen, ein Volk zu sein, nicht aufgehört. Zwar hätten die Deutschen wegen des Holocausts schlimmere Vergeltung verdient gehabt. Aber Gott in seiner Langmut hatte ihnen nicht nach ihren Taten vergolten, sondern nach seinem Erbarmen, wenn man berücksichtigt, wie steil es nach dem Untergang wieder aufwärts ging, wenn man die Nachkriegszeit sieht.
Seine Gnade für alle Menschen zeigte Gott bereits vor 2000 Jahren durch seinen Sohn. Ihn sandte er, damit er alle unsere Schuld auf sich nahm, damit sie uns vergeben werden kann. Dies kann jeder heute noch erfahren, indem er Gott seine Schuld bekennt und von ihm Vergebung annimmt. Man muss dazu nur seinen Bankrott erklären und Gottes Urteil über die Sünde annehmen.

Karl-Otto Herhaus


Frage
Geht es Ihnen nicht auch unverdient gut?
Tipp
Halten Sie nicht an Ihrer Schuld krampfhaft fest, denn es ist aussichtslos, dass Sie selbst sie begleichen können.
Bibellese
Sacharja 3,7-10

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