Sonntag, 20. Oktober 2024: Fenster ins Markusevangelium (13), Markus 16,6

Als Singularität bezeichnet man u. a. einen »Punkt«, ab dem sich die Bedingungen für alles weitere, was folgt, verändern. In der Astrophysik beispielsweise geht man von einer Singularität aus, von der an sich durch den »Urknall« das Universum und unsere heute erlebte Welt entwickelt haben. Ob das nun tatsächlich so war, ist seit dem Aufkommen dieser Idee jedoch umstritten.

Als eine Singularität, als ein einzelnes, für alles weitere entscheidendes Ereignis könnte man die Auferweckung Jesu bezeichnen. In der Form, wie sie geschah, ist sie einmalig in der Geschichte der Menschheit. Und sie hat weitreichende Folgen. Durch sie entstand etwas, das nicht mehr zeitlich und räumlich begrenzt ist, wie alles sonst auf dieser Erde. Sie hat Leben in ganz neuer Qualität für alle gebracht, die an Jesus glauben; Leben, das in alle Ewigkeit bestehen bleibt. Bevor Jesus starb, wies er bereits darauf hin: »Weil ich lebe, werdet auch ihr leben«, sagte er seinen Jüngern (Johannes 14,19). Durch Glauben würden sie unzerreißbar mit ihrem Herrn verbunden bleiben. Und als er starb und zu neuem Leben auferstand, beinhaltete dies die Zukunft aller, die an ihn glauben, nämlich, dass sie ebenso zu neuem Leben auferstehen werden, auch wenn sie gestorben sind.

Das ist die Grundlage für eine völlig neue Welt, die jetzt schon vorbereitet wird und zu der man jetzt schon gehört, wenn man in die Nachfolge Jesu eintritt. Denn es geht nicht nur um einen neuen Körper, sondern um einen ganz neuen Menschen. Und der wird schon dann zum Leben erweckt, wenn man sich hier und jetzt Jesus übergibt. Nicht das Grab ist dann der letzte Bestimmungsort, sondern der Himmel und Gottes neue Welt, wo es keinen Tod mehr geben wird.

Joachim Pletsch
Frage
Wollen Sie zu dieser neuen Welt gehören oder lieber mit der alten untergehen?
Tipp
Der Anschluss an Jesus bedeutet für jeden, der Ernst damit macht, etwas vollkommen Neues.
Bibellese
Markus 16,2-14

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Samstag, 19. Oktober 2024: Fenster ins Markusevangelium (12), Markus 15,34

Was bedeutet es, verlassen zu werden? Um das Ausmaß eines solchen Geschehens zu begreifen, muss man berücksichtigen, wie fest und tiefgehend die Beziehung zu dem Gegenüber war. Wenn in einer Ehe ein Partner den anderen verlässt, obwohl dieser ihn noch liebt, dann bedeutet das für den, der verlassen wird, unvorstellbaren Schmerz. Es ist, als würde einem das Herz aus dem Leib gerissen. Und das wird umso mehr empfunden, je weniger man begreift, warum das eigentlich geschieht.

Als Jesus am Kreuz hing und qualvoll litt, musste er genau dies in einem Ausmaß erfahren, das für uns kaum zu erahnen ist. In dem alten Lied »O Haupt, voll Blut und Wunden« umschreibt der Dichter es so: »Stets hast du ihm [Gott] gefallen – / warum dann dies Gericht? –, / warst heilig, rein in allem / und kanntest Sünde nicht!« Gott jedoch musste sich von seinem Sohn abwenden, obwohl dieser ihm allezeit treu gewesen war. So wird dessen Aufschrei am Kreuz verständlich. Der Dichter beschreibt auch den Grund für diese Gottverlassenheit: »Du musstest es empfinden, / wie Gottes Zorn so schwer/ für uns und unsre Sünde, / so viel wie Sand am Meer.«

Das Gericht Gottes ist um unserer Sünde willen am Sohn Gottes vollzogen worden. Er wurde für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm (vgl. 2. Korinther 5,21). Er musste – als Gottes geliebter Sohn – die Gottverlassenheit erfahren, die wir Menschen oft leichtfertig als unbedeutend abtun, weil uns das Bewusstsein für unsere Sünden und ihre dramatischen Folgen fehlt. Diese müssen wir aber in alle Ewigkeit bitter erfahren, wenn wir nicht dankbar für uns in Anspruch nehmen, was Jesus am Kreuz für uns erduldete. Er stand dort für unsere Schuld gerade, damit wir frei davon werden können.

Joachim Pletsch
Frage
Droht Ihnen die ewige Gottverlassenheit, weil Sie Jesus und das, was er auf sich nahm, noch gering achten?
Tipp
Wir müssen endlich anerkennen, dass unsere Sünde und Schuld uns von Gott trennt, und annehmen, was Jesus für uns tat.
Bibellese
Markus 15,21-39

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Freitag, 18. Oktober 2024: Fenster ins Markusevangelium (11), Markus 14,34

Was geht in einem Menschen vor, der den Tod vor Augen hat? Normalerweise ist die spontane Reaktion darauf, sich dagegen aufzubäumen, mitten aus dem Leben gerissen zu werden. Verzweifelt sucht man nach einem Ausweg und ist vielleicht sogar bereit, jeden nur möglichen Deal dafür einzugehen. Wir hängen am Leben. Alles in uns ist darauf programmiert, am Leben zu bleiben. Aber wenn der Tod unausweichlich ist – was dann?

Der Ausspruch von Jesus im Tagesvers geschah in einer Situation, wo es noch einen Ausweg gegeben hätte, statt einen schrecklichen Tod am Kreuz zu erdulden. Seine Jünger waren bereit, für ihn zu kämpfen; ein Rückzug in ein sicheres Versteck wäre möglich gewesen; ja, sogar Engel standen zur Verfügung, um das drohende »Unheil« abzuwenden. Doch keine dieser Möglichkeiten kam für Jesus in Betracht. Wenn er den Plan Gottes zur Befreiung und Rettung von uns Menschen aus unserer Verlorenheit und Gottesferne weiterhin erfüllen wollte, war sein Tod am Kreuz unausweichlich. Denn dieser war nötig, damit unsere Sünden gesühnt und vergeben werden konnten. Damit nicht wir selbst im Gericht Gottes vergehen müssten, weshalb der Sohn Gottes es auf sich nahm. Dass ihm dies in dieser Stunde so schwer wurde, macht deutlich, wie sehr er auch Mensch war.

Und so betete Jesus in der Stunde seiner größten Betrübnis um unseretwillen: »Vater, alles ist dir möglich … Doch nicht was ich will, sondern was du willst« (Vers 36). Während die, für die er zu sterben bereit war, übermüdet eingeschlafen waren, gewann Jesus in dem Entschluss, den Willen Gottes zu erfüllen, die Kraft, sich dem zu stellen, was ihm zu unserem Heil und Leben von Gott bestimmt war: Verhaftung, Verurteilung und Tod.

Joachim Pletsch
Frage
Wie gehen Sie damit um, dass Jesu Tod auch um Ihrer Sünden willen geschah?
Tipp
Es ist an der Zeit, aufzuwachen und sich auf dieses ewig sichere Fundament der Versöhnung mit Gott zu stellen.
Bibellese
Markus 14,32-42

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Donnerstag, 17. Oktober 2024: Prioritäten setzen, Lukas 3,11

Unter Christen war es durch die Kirchengeschichte hindurch immer eine ausgemachte Sache, dass es nicht richtig ist, zu viel zu besitzen, wenn andere Menschen zu wenig haben. Deshalb gehörte für die Kirche die Armenfürsorge zum ganz normalen christlichen Leben dazu. Ab dem 19. Jahrhundert wurde jedoch unser Staat mehr und mehr zu einem »Sozialstaat« umgebaut und übernahm somit immer mehr die Fürsorge für die Armen. Wer heute in Deutschland in Not gerät, für den gibt es ein riesiges Angebot an staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten. Dies könnte dazu führen, dass man die Praxisrelevanz des obigen Tagesverses infrage stellt, denn welche Verantwortung hat der einzelne Bürger noch, wenn die Bedürftigen in Deutschland Anspruch auf staatliche Unterstützung haben?

Hierzu kann man sich in Erinnerung rufen, dass nach wie vor unfassbar große Not in vielen Ländern zu finden ist. So weist z. B. Unicef darauf hin, dass immer noch ca. 14 000 Kinder weltweit pro Tag sterben, weil für sie nicht ausreichend Nahrung oder medikamentöse Versorgung vorhanden ist. Im weltweiten Kontext sind wir also noch meilenweit davon entfernt, Recht und Gerechtigkeit für jeden Menschen gewährleisten zu können.

Johannes der Täufer, von dem der Ausspruch unseres Tagesverses stammt, lebte in der Wüste und verzichtete somit auf jeglichen Komfort. Solch eine freiwillige Armut zu Gunsten anderer auf sich zu nehmen, dafür gibt es in der Bibel keine allgemeingültige Anweisung. Aber sie fordert uns heraus, statt Besitzvermehrung und Konsum dem Schöpfer des Lebens den ersten Platz in unserem Leben einzuräumen. Und wer die Prioritäten so anordnet, dem fällt es auch leichter, seinen Überfluss mit den Armen in der Welt zu teilen.

Stefan Nietzke
Frage
Welche Not geht Ihnen ans Herz?
Tipp
Geben ist seliger als Nehmen.
Bibellese
Lukas 10,25-37

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Mittwoch, 16. Oktober 2024: Auf dem Sterbebett, Epheser 5,15-16

Was bereuen Menschen auf dem Sterbebett? Haben Sie sich diese Frage auch schon einmal gestellt? Wenn man z. B. mit Mitarbeitern aus dem Hospiz redet, die Sterbende begleiten, bekommt man immer wieder die gleichen Antworten. Und natürlich beinhalten alle das Wörtchen »hätte«! Vielfach hätte man mehr Zeit mit der Familie verbringen sollen, besonders mit den Kindern, als sie noch klein waren. »Ich hätte mehr Menschen sagen sollen, wie sehr ich sie liebe«, bedauern andere. Intakte Beziehungen, Versöhnung, Freundschaften – die mangelnde Investition tut vielen im Nachhinein leid. Man hätte auch mehr sein eigenes Leben leben und nicht so sehr die Erwartung anderer erfüllen sollen. Niemand bereut, nicht noch etwas mehr Zeit mit Netflix oder bei TikTok und Instagram verbracht zu haben. Oder im Büro. Niemand bereut verpasste Likes im Internet. Status, Geld, Macht – all das spielt keine Rolle mehr.

Wenn wir auf dem Sterbebett so viele Dinge anders machen würden: Warum fangen wir dann nicht heute schon damit an? Wieso verbringen wir unsere Lebenszeit mit so vielen Dingen, die wir später bereuen? Gott, der Erfinder und Schöpfer des Lebens, fordert uns dazu im heutigen Tagesvers heraus. Viel von dem, was wir auf dem Sterbebett bedauern, hat er uns in seinem Wort längst mit auf den Weg gegeben. Familie, Freundschaften, Beziehungen, Selbstwert, Lebensqualität. All das sind Dinge, die auch dem allmächtigen Gott wichtig sind und für deren Gelingen er Anweisungen gibt.

Vertrauen Sie ihm, dass er es gut mit Ihnen meint? Eine gereinigte und geklärte Beziehung zu Gott ist der Schlüssel für ein Leben, das sich wirklich lohnt! Übrigens: Dann ist das Sterbebett ein Ort des Ankommens bei ihm.

Thomas Bühne
Frage
Was sollten Sie jetzt ändern, damit Sie später weniger zu bereuen haben?
Tipp
Wer nachhaltige Veränderung will, muss zuerst Frieden mit Gott bekommen.
Bibellese
1. Petrus 4,1-11

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