Mittwoch, 29. Mai 2024: Das ergibt doch gar keinen Sinn!, Römer 12,20

Bam! Völlig aus dem Nichts heraus schlug mir mein Klassenkamerad sein Schulbuch ins Gesicht. Warum hat er das getan? Zorn stieg in mir auf, am liebsten hätte ich ihm direkt eine verpasst. Nachdem ich zu Hause alles meinen Eltern erzählt hatte, meinte mein Vater: »Dani, ich habe einen Vorschlag. Du wirst das jetzt wahrscheinlich nicht verstehen, aber eines Tages vielleicht.« Er schnappte sich die Autoschlüssel, und wir fuhren zum Supermarkt. Dort angekommen fragte mein Vater: »Was ist seine Lieblingssüßigkeit? Morgen in der Schule kannst du sie ihm dann schenken.«

Wie bitte? Das ergibt doch gar keinen Sinn! In mir sträubte sich alles gegen diesen Rat, aber schließlich ließ ich mich darauf ein. Am folgenden Morgen ging ich geradewegs auf meinen Klassenkameraden zu. Mit den Worten »Hier, hab dir was mitgebracht« gab ich ihm den Schokoriegel. Völlig irritiert und mit weit aufgerissenen Augen nahm er den Riegel und brachte ein kurzes »Danke« hervor, ehe er schweigend an seinen Platz zurückkehrte.

Das Fazit dieser Geschichte ist fast nicht zu glauben: Im Laufe der Schulzeit wurden wir nicht nur sehr gute Freunde, unser Kontakt blieb sogar noch viele Jahre darüber hinaus erhalten. Und das nur aufgrund eines Schokoriegels!

Wie kam mein Vater dazu, mir diesen weisen Ratschlag zu geben? In der Bibel heißt es, dass wir unseren »Feinden« nicht Böses mit Bösem vergelten sollen. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter: Vergelte Böses mit Gutem! Dann wirst du »feurige Kohlen« auf dem Kopf des anderen sammeln – das heißt, du wirst den anderen durch dein Verhalten zutiefst beschämen. Wie dankbar bin ich heute, mich auf diesen biblischen Rat meines Vaters eingelassen zu haben!

Daniel Beck
Frage
Wie gehen Sie mit einem gegen Sie gerichteten Verhalten um?
Tipp
Die Grundlage für die biblische Vergebung ist, dass Jesus alle Sünden für uns auf sich nahm – meine und Ihre gleichermaßen.
Bibellese
Römer 12,9-21

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Dienstag, 28. Mai 2024: Bauklötze, Kolosser 1,17

Bauklötze gibt es seit dem 19. Jahrhundert. Ihre Entwicklung wird dem Naturwissenschaftler und Pädagogen Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782–1852) zugeschrieben. Mit den zumeist in einfachen Formen gehaltenen Holzteilen kann man wunderbare Dinge bauen: vor allem Türme! Je höher, desto besser! Doch was ist das Hauptvergnügen, wenn man einen besonders hohen Turm gebaut hat? Man zieht den untersten Stein, den Eckstein, auf dem alles ruht, weg, und schon stürzt der stolzeste Turm mit lautem Gepolter unwiderruflich ein.

Dieses vergnügliche Bild hat eine sehr ernste Parallele im Tagesvers: Danach ruht alles, also wirklich alles, auf Jesus Christus. Alles ist durch ihn geschaffen. Was geschieht, wenn ich diesen Grundstein aus der Schöpfung wegnähme? Alles bräche von jetzt auf gleich zusammen. Die Schöpfung könnte keine Sekunde ohne ihn existieren.

Dasselbe gilt auf der gesellschaftlichen Ebene: Wenn ein Volk den grundlegenden Baustein Jesus Christus aus seinem »Gebäude« entfernt, wird auch das stolzeste Staatengebilde unaufhaltsam in sich zusammenstürzen. Wenn man diesen Eckstein verwirft, woher will man dann seine Ordnung und seine moralische Orientierung herbekommen, wenn nicht von dem, durch den alle Dinge gemacht sind und in dem alles seinen Grund hat?

Ganz besonders gilt dies schließlich im Leben des einzelnen Menschen: Viele Menschen hören etwas von Jesus, dem Sohn Gottes. Doch irgendwann entscheiden sie sich, ihn, den Gekreuzigten, den Auferstandenen, den Sohn des lebendigen Gotts, in dem die Güte und Menschenliebe Gottes sichtbar erschienen ist, aus ihrem Leben herauszunehmen. Dann bleibt kein Halt mehr. Wer die Basis des Lebens aus seinem Leben entfernt, verwirft das Leben selbst.

Markus Majonica
Frage
Was ist der Grundpfeiler Ihres Lebens?
Tipp
Ohne festes Fundament kann das himmelstrebenste Gebäude nicht bestehen.
Bibellese
Markus 12,1-12

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Montag, 27. Mai 2024: Metamorphose, 1. Korinther 15,51-52

Der Begriff »Metamorphose« stammt aus dem Griechischen und bedeutet Umwandlung. Man bezeichnet damit auch die Entwicklungsstufen eines Schmetterlings, vom Ei über die Raupe zur Puppe und schließlich zum ausgewachsenen Falter. Wenn man sich diesen Vorgang näher anschaut, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aus den Eiern, die vom Falter auf der Unterseite eines Bennnesselblattes angeheftet wurden, schlüpfen kleine Raupen, die nichts anderes tun als nur fressen.

Nach einer Fresszeit von etwa einem Monat verpuppen sich die Raupen. Was in der Puppe geschieht, ist ein wahres Wunder: Aus einer stacheligen schwarzen Raupe mit eingeschränkter Sicht, die mühsam über die Brennnesselblätter kroch, wird ein farbenfroher Schmetterling, der sich von Nektar ernährt und – mit einem außergewöhnlichen Navigationssinn ausgestattet – bis zu 80 Kilometer am Tag zurücklegen kann.

Zum einen ist dieser Vorgang ein deutlicher Hinweis auf Gott, der das alles geschaffen hat. Zum anderen ist es aber auch ein Gleichnis für das, was mit den Menschen geschehen wird, die in ihrem Leben an Gott geglaubt haben. Auch sie werden verwandelt werden und erhalten einen völlig neuen Körper, der an nichts mehr erinnert, was uns hier im irdischen Leben Kummer und Sorgen bereitet hat. Gottes Wort, die Bibel, verspricht uns das: »Wir wissen aber: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist« (1. Johannes 3,2). »Wir werden sein wie die Träumenden« (Psalm 126,1).

Während bei manchen Schmetterlingsarten das Leben als Schmetterling relativ kurz ist im Vergleich zum Dasein als Raupe, ist es bei dem, was Gott uns verspricht, genau umgekehrt. Unser Leben auf dieser Erde ist sehr kurz im Vergleich zur Ewigkeit.

Günter Seibert
Frage
Welche Vorstellung haben Sie von einem Leben nach dem Tod?
Tipp
Lesen Sie selbst, was uns Gott in der Bibel über unsere Zukunft mitteilen lässt:
Bibellese
1. Korinther 15,53-58

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Sonntag, 26. Mai 2024: Der Ritter der Gerechtigkeit, Psalm 24,9-10

Die Kinder kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, als wir durch den bunten Mittelaltermarkt schlenderten, der Ende April bei uns im Nachbardorf stattfand. Es war eine Reise in eine andere Zeit. Wir erlebten hautnah die Ära des Mittelalters, die sich zwischen 450 und 1550 n. Chr. abspielte. Irgendwo hämmerte ein Waffenschmied, anderswo wurden Holzschwerter verkauft und dann gab es noch mittendrin einen kleinen Streichelzoo! Den Höhepunkt bildeten aber mit Abstand die Ritterspiele. Gespannt saßen unsere Kinder auf ihren Plätzen und bewunderten die schönen, majestätischen Pferde und Kostüme der Reiter. Ein Ritterturnier wurde nachgespielt, Holzlanzen zersplitterten vor unseren Augen! Und dann kam der Höhepunkt der Vorführung: Das Tor ging auf und ein Ritter auf einem weißen Pferd kam hereingaloppiert. Der Herold, der uns den neuen Ritter ankündigte, rief: »Applaus für Winrich von Bosweil, den Ritter der Gerechtigkeit!«

Alle Augen waren auf den stolzen, eleganten Ritter und sein prachtvolles Pferd gerichtet. Dieser Recke kam, um dem bösen schwarzen Ritter die Stirn zu bieten; und tatsächlich entschied er das Turnier schlussendlich ruhmvoll für sich. Auf dem Heimweg war der kühne Held bei meinen Jungs das Gesprächsthema Nummer 1 – für mich ein Anlass, ihnen von dem wahren Ritter der Gerechtigkeit zu erzählen, der bald auf seinem weißen Pferd kommen wird (nachzulesen in Offenbarung 19,11): Jesus Christus.

Kein Ritter hat im Mittelalter durch seine Kämpfe und Kriege echte Gerechtigkeit und Frieden für die Welt gebracht. Aber wenn Jesus auf diese Erde kommt, dann wird er für wahre und bleibende Gerechtigkeit sorgen! Er ist majestätisch und herrlich, treu und wahrhaftig. Und alle Augen werden sich auf ihn richten.

Tony Keller
Frage
Welche Rolle werden Sie bei diesem zukünftigen Ereignis spielen?
Tipp
Wer sich heute nicht für diesen Retter entscheidet, muss ihn zukünftig als seinen Richter erleben.
Bibellese
Offenbarung 19,11-16

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