Donnerstag, 11. Januar 2024: Entscheidungen im richtigen Zeitfenster, 2. Korinther 6,2

1976 besaß die Firma Kodak einen Marktanteil von etwa 90 % aller Kameraverkäufe innerhalb der USA, und auch grenzüberschreitend eine nahezu beherrschende Monopolstellung. Ein paar Jahrzehnte später, im Januar 2012, unterzeichnete die Geschäftsführung einen Insolvenzantrag. Kodak verschwand vom Markt. Was war geschehen? Obwohl die Firma große Summen in die Entwicklung der Digitaltechnik investierte und die erste Digitalkamera auf den Markt brachte, fehlte der Mut, sich von der bis dahin erfolgreichen, aber allmählich veralteten analogen Technik zu verabschieden. Die Verantwortlichen hatten das Zeitfenster der Entscheidung für einen Wechsel ihrer Strategie verpasst und dadurch das Unternehmen in den Sand gesetzt.

Auch in unserem Leben gibt es für viele Entscheidungen nur einen begrenzten Zeitrahmen. Wenn wir ihn nicht nutzen, treffen wir auch eine Entscheidung, nämlich, die Chance verstreichen zu lassen. Wer vor dem Wochenende noch Lebensmittel einkaufen will, darf die Zeit vor Ladenschluss nicht verpassen. Ein Stellenangebot, das heute noch im Internet steht, ist morgen vielleicht schon nicht mehr verfügbar.

Neben diesen alltäglichen Fragen gibt es aber auch existentielle Entscheidungen von unermesslicher Tragweite, für die nur eine begrenzte Frist zur Verfügung steht. Jesus Christus veranschaulichte das in einigen Gleichnissen, am eindrücklichsten wahrscheinlich in dem von den fünf klugen und den fünf gedankenlosen Brautjungfern (siehe Matthäus 25,1-13): Irgendwann war die Tür zu dem Hochzeitsfest für die Unvorbereiteten verschlossen. So gibt es auch für die himmlische Ewigkeit nur eine begrenzte Zeitspanne in diesem Leben vor dem Tod, uns für Gottes Angebot der Vergebung und Versöhnung mit ihm zu entscheiden.

Gerrit Alberts
Frage
Welche Entscheidungen schieben Sie vor sich her?
Tipp
Die »lange Bank« ist das Lieblingsmöbel des Teufels.
Bibellese
Matthäus 25,1-13

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Mittwoch, 10. Januar 2024: Wo liegt das Paradies für deutsche Rentner?, 1. Petrus 1,3-4

»Immer mehr deutsche Rentner ziehen ins Ausland«, so beschrieb das Handelsblatt im Januar 2023 einen aktuellen Trend. Aufgrund der dort höheren Kaufkraft könne man sich in manchen Ländern mit seinem Geld mehr Luxus leisten als in Deutschland. So seien Wohnkomplexe mit Pool, Haushaltshilfen oder ein Leben in Strandnähe in Südeuropa, Südostasien oder Südamerika günstiger.

Die Aussicht auf einen entspannten Lebensabend am Meer klingt verlockend. Doch schon der nächste Absatz des Artikels mahnte zur Vorsicht. Denn Faktoren wie hohe Kriminalitätsraten und eine geringere medizinische Versorgung lassen das Ruhestandsziel weniger paradiesisch erscheinen. Auch die finanziellen oder steuerlichen Vorteile kann niemand dauerhaft garantieren. Selbst die schönste Region der Welt verliert ihren Glanz, wenn man krank wird, vor Wirbelstürmen fliehen muss oder sich wegen politischen Unruhen nicht auf die Straße trauen kann. Kein Ort auf dieser Welt kann uns daher dauerhaftes Glück bieten.

Petrus bewertet zu Beginn seines ersten Briefes an Christen ebenfalls die Sicherheit eines zukünftigen Aufenthaltsorts. Ihm geht es jedoch nicht um die Ortswahl für das Rentenalter, sondern um die Zeit nach unserem irdischen Leben. Die Briefempfänger mussten für ihren Glauben an Jesus manche Schwierigkeiten erdulden. Doch in Gottes Auftrag ermutigt Petrus in diesen Versen alle, die Jesus Christus nachfolgen, mit drei Attributen über die Sicherheit ihrer Hoffnung: Erstens ist das ewige Leben sowie alles, was Gott für sie im Himmel bereithält, unzerstörbar. Zweitens ist es makellos, das heißt, es gibt keine Nachteile, Risiken oder Schattenseiten. Drittes verliert Gottes Gabe niemals an Wert. So sieht das echte Paradies aus!

Andreas Droese
Frage
Wie und wo wollen Sie Ihren Lebensabend und die Zeit danach verbringen?
Tipp
Das Paradies auf Erden gibt es nicht, aber eine ewige Heimat im Himmel für diejenigen, die zu Jesus Christus gehören.
Bibellese
2. Korinther 5,1-10

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Dienstag, 09. Januar 2024: Erhellt – auch nach Weihnachten, Johannes 8,12

Abende wie diese sind für mich die deprimierendsten im ganzen Jahr. Die Bäume, die mit ihrer glitzernden Schneeschicht in jedem zweiten WhatsApp-Status zu sehen waren, sind nun wieder nur noch leblose Skelette. Der Regen scheint nie ein Ende zu finden. Auf dem Weg zur Arbeit ist es dunkel, und wenn man zurück nach Hause kommt, ebenfalls. Das war zwar auch schon im Dezember der Fall, doch durch die unzähligen Weihnachtsbeleuchtungen war die Dunkelheit hell gewesen. Jetzt aber hat auch der Letzte seinen Tannenbaum abgeschmückt und die Lichterketten zurück in den Keller verbannt, wo sie darauf warten, im nächsten Winter wieder hervorgeholt und entknotet zu werden.

Haben sich so vielleicht auch die Jünger gefühlt, nachdem sie mitangesehen hatten, wie Jesus gekreuzigt wurde? So lange Zeit hatten sie im hellen Schein dessen gelebt, der das »Licht der Welt« war. Und dann haben Sie miterleben müssen, wie die Finsternis anscheinend doch die Überhand gewann und ihr Herr gekreuzigt wurde. Doch Jesu Tod hat das Licht nicht erlöschen lassen – ganz im Gegenteil! Er stand von den Toten auf. Seitdem gibt es für jeden Menschen die Möglichkeit, neues Leben zu bekommen.

»Ihr seid das Licht der Welt«, sagte Jesus zu seinen Jüngern. Was bedeutet das? Die Welt wird überschattet von einer furchtbarer Dunkelheit aus Ungerechtigkeit, Hass und Sünde. Doch jeder, der an Jesu Tod und Auferstehung glaubt, wird verändert. Er bekommt eine innere »Leuchtkraft«, die Jesu Licht widerspiegelt. Und das nicht nur zu einer bestimmten Jahreszeit, sondern immer. Wer Jesus Christus, das Licht der Welt, in seinem Leben hat, der kann leuchten, auch wenn es um ihn her dunkel ist.

Carolin Nietzke
Frage
Wie können Sie ein »Licht der Welt« sein?
Tipp
Je dunkler es um Sie her ist, desto mehr wird Ihr Licht benötigt.
Bibellese
Matthäus 5,13-16

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Montag, 08. Januar 2024: Versperrte Wege, 4. Mose 22,32

Sicherlich kennen Sie so etwas auch: Sie machen die tollsten Pläne und sind schon voller Vorfreude, aber dann passiert etwas, was diese Pläne vereitelt. Meistens ist die Enttäuschung dann groß, selbst wenn uns nette Menschen mit ermutigenden Worten wie »Wenn eine Tür sich schließt, dann öffnet sich eine andere« oder »Dann kommt sicherlich etwas Besseres« trösten wollen. Das erlebten auch mein Mann und ich, als wir auf der Suche nach einer neuen Wohnung waren. Wir hatten zwei fantastische Angebote, aber bei beiden Wohnungen wurde uns der Weg so versperrt, dass wir nicht einmal dazu kamen, uns die Wohnungen überhaupt anzuschauen. Und obwohl wir aus der Bibel wussten, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen (vgl. Römer 8,28), kann ich nicht leugnen, dass wir sehr enttäuscht waren.

Beim dritten Wohnungsangebot aber erlebten wir, dass die Bibel Recht hat. Als ich die Fotos sah, wusste ich sofort, dass dies die Wohnung war, die Jesus für uns vorgesehen hatte. Und tatsächlich gab es diesmal keinerlei Hindernisse. Wir haben die Wohnung bekommen, wofür wir Gott sehr dankbar sind. Dankbar auch dafür, dass er immer den Weitblick hat und genau weiß, was das Beste für uns ist. Es lohnt sich, diesem Gott zu vertrauen! Wenn er für seine Kinder einen Weg versperrt, dann hat das einen Grund.

Leider merkt man meistens erst rückblickend, wenn man vor gefährlichen Wegen oder vor schweren Fehlern bewahrt wird. So erging es auch dem Propheten Bileam: Ein Engel versperrte ihm an einer schmalen Stelle den Weg, sodass sein Esel nicht weiterging. Aber weil Bileam den Engel nicht sah, schlug er seinen Esel. Diese überaus spannende Geschichte können Sie in der Bibel in 4. Mose 22,21-35 nachlesen.

Sabine Stabrey
Frage
Wie gehen Sie mit den »versperrten Wegen« in Ihrem Leben um?
Tipp
Gott kann auch durch die Umstände des Alltags zu uns sprechen.
Bibellese
4. Mose 22,21-35

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Sonntag, 07. Januar 2024: Ein Botaniker und eine Rentiernomadin, Matthäus 11,28

Der schwedische Botaniker Lars Levi Lästadius (1800–1861) galt als der beste Kenner der arktischen Pflanzenwelt. Er war lutherischer Pfarrer. Infolge persönlicher Schicksalsschläge – sein Kind starb, und er selbst wurde schwer krank – zweifelte er an Gott und wurde verbittert und hart. Wahrscheinlich am 1. Januar 1844 traf er die Samin und Rentiernomadin Milla Clemensdotter. Diese hatte selbst einen schweren Lebensweg hinter sich. Ihr Vater war Alkoholiker und brachte die Familie um den gesamten Besitz. Milla wurde in verschiedenen Pflegefamilien untergebracht und wiederholt misshandelt. Die damals 28-jährige Frau strahlte ein tiefes Gottvertrauen und innere Ruhe aus. Davon beeindruckt, fragte der gelehrte Lästadius: »Woher hast du so einen tiefen Frieden?« Milla antwortete: »Als unverdientes Geschenk durch Gottes Sohn am Kreuz, wie es im Römerbrief steht: Da wir gerecht wurden aus Glauben, erhielten wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.« – »Damit kann ich nichts anfangen!«, entgegnete Lars unwillig. »Wie kannst du diesen Frieden spüren?« Milla antwortete ohne Zögern: »Ich kann zu allem, was Gott schickt, Ja sagen.« Der Verbitterte verstand, dass Gott in allen schweren Situationen unseres Lebens ein gutes Ziel hat, nämlich ihn zu suchen und ihn als gnädigen Gott kennenzulernen.

Lästadius wurde so ein Prediger des Evangeliums von der Gnade Gottes. Ein Jahr nach der Begegnung mit Milla setzte vor allem unter den Samen eine Erweckungsbewegung ein, die lange Zeit das Leben der gesamten Nordkalotte (Nordskandinavien) prägen sollte. Lästadius wurde später Apostel der Lappen genannt. Innere Zufriedenheit und das Ruhen in Gottes Willen ist keine Frage der Bildung, sondern des Vertrauens in den barmherzigen und gnädigen Gott.

Gerrit Alberts
Frage
Welche Last schleppen Sie schon lange mit sich herum, die Ihre Seele bedrückt und Ihr Gemüt trübselig macht?
Tipp
Nehmen Sie Jesus beim Wort (siehe Tagesvers) und überlassen Sie alles ihm!
Bibellese
Lukas 8,43-48

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